Windpark mit Pusteblumen

Windpark mit Pusteblumen

30,339 37

Claudia Sölter


Premium (Basic), Frankfurt am Main

Windpark mit Pusteblumen

Es sollte die Erfüllung eines fotografischen Traums werden: Windräder mit „Wusch“ und darüber die Milchstraße! Es herrschten perfekte Bedingungen und ich war in einer Gegend unterwegs, in der es – ziemlich unerwartet – ziemlich dunkel ist. Das wusste ich, weil ich bereits zwei Male schon in der Nähe die Sterne fotografiert hatte. Meine Pläne (vor allem meine Zeitpläne) schreddert ja normalerweise die Katze, doch bei diesem Vorhaben musste ich einsehen, dass das, was ich mir so vorstellte, nicht so ohne Weiteres machbar war (und DARAN war ausnahmsweise und bedauerlicherweise mal nicht die Katze schuld – ich hätte es ihr so gerne in die Schuhe ... äh ... Pfote, Rachen, Hintern ... geschoben! ). Das Problem ist nämlich, dass der Boden (also alles, was nicht der Himmel ist) verschwommen dargestellt wird. Denn sowohl beim Stacken (= stapeln) als auch beim Tracken (= nachführen) – und schon gar bei beidem zusammen – kommen ja so einige Minuten zusammen für ein Einzelbild. Ausgerichtet auf die Sterne, hat der Boden dann ziemlich gelitten – alles verschwommen. Aktuell belichte ich insgesamt 14 Minuten für ein Einzelbild (ist halt nur ne olle Canon EOS 500D, mit der ich fotografiere). Und die verschwommenen Bereiche haben dann natürlich eine größere Ausdehnung, als der gleiche Bereich scharf abgebildet. Selbst wenn ich den Boden separat mit kürzerer Belichtungszeit aufnehme (und das ist Standard bei dieser Art von Aufnahmen), passen die Konturen einfach nicht mehr zu der Aufnahme mit den Sternen und man darf sich auf eine elende Retuschearbeit freuen.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich war gierig, aber unfähig! Oder vielmehr: Ich kann es so nicht machen, wie ich es mir ursprünglich vorstellte. Schnell war klar, dass ich die Milchstraße von einem leicht anderen Standpunkt aus, der freie Sicht über das Gelände bietet, werde aufnehmen müssen!
Zudem ist es gar nicht so einfach, die Windräder mit „Wusch“ einzufangen. Hier ist das Problem der fehlende Kontrast zum Himmel, wenn die Dinger nicht beleuchtet sind oder werden. Ich habe zwar noch Tests gemacht, musste dann aber schon für die Milchstraße den anderen Standort aufsuchen. Auch, wenn es mir die Ausleuchtung zufriedenstellend gelungen wäre, hätte sich Problem Nr. 1 wieder buchstäblich „breit“ gemacht. Aber ich denke, die ganzen Pusteblumen waren ein unverhoffter Glücksfall.
Mit der Katze muss ich nochmal reden und sie fragen, ob sie bereit ist, für ALLES, was schief läuft, die Verantwortung zu übernehmen. Ich glaube, sie würde lächelnd blinzeln und mit dem leichten Unterton der Ironie gurren: „Ja klar sorge ich dafür, dass bei Dir so einiges schief läuft – kein Problem, mache ich gerne!“
*lol*
:-))))))))))

nachgeführt | gestapelt | Montage | Panorama
(TRACKED | STACKED | COMPOSITE | PANORAMA)

Himmel:
ISO 3200 • n=f/4
Panorama • 1 Reihe • 5 x Hochformat • 4 x 210" pro Frame • nachgeführt
f=14mm

Boden:
(bürgerliche Dämmerung, abends)
ISO 100 • n=f/4
Panorama • 1 Reihe • 4 Hochformat • 1/160“
f=14mm

Kamera:
Canon EOS 500D

Objektiv:
Samyang 14mm T3.1 (VDSLR)

Nachführung:
Omegon Minitrack LX3

Bearbeitung:
Deep Sky Stacker • PTGUI • Photoshop

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