Betreten verboten!

Betreten verboten!

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Claudia Sölter


Premium (Basic), Frankfurt am Main

Betreten verboten!

Betreten verboten
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Der Blick am ersten Abend: „Och nö, lass' ma!“ Beide! Unterwegs mit Andrea Bächstädt in Vogelsberg und Rhön. Volle Lotte zu müde und rundherum unwillig an dem Abend, für die Kunst noch zu frieren. Es war die Tage sehr kalt dort oben. Aber, die Nacht war klar. Wir standen zu unserer Entscheidung, sprachen aber am nächsten Morgen über Wetterprognosen … und so.
Dass wir noch 3 Male die Gelegenheit zu Aufnahmen bekommen würden, war zu diesem Zeitpunkt bei weitem nicht garantiert. Ein ganz bisschen Reue kam dann schon auf.
Die kommende Nacht verbrachten wir am Fuße der Höllerich-Skisprungschanze in Bermuthshain (unten darf man stehen). Wetterprognose unsexy – also wieder in die Heia. Später sah ich noch die Sterne aus dem Fenster heraus. Vielleicht doch?! Nee, nein … gerade so schön warm im Schlafsack.
Die dritte Nacht hingegen waren wir wild entschlossen, an dieser Schanze unsere ersten Aufnahmen zu machen und überlegten, indes mit quälend schlechten Gewissen im Voraus, den Bus über die Waldwege nach oben zu fahren. Denn mit dem ganzen Fotozeuchs den Berg hochzuwuchten, wäre super anstrengend gewesen (und ich bin diesbezüglich sowieso *… mimimi …*). In jenen Momenten des schweißtreibend angestrengten Nachdenkens kam ein Bärtiger daher, der sich als Pächter der Grünflächen da oben erwies.
Unser Glück und die Gelegenheit: Wir fragten ganz artig, zeigten ein paar unserer Bilder und versicherten, uns nicht abseits der Wege aufzuhalten. Glaubhaft!
Andrea erzählte mir bereits vorher, dass es von Mai bis Oktober streng verboten sei, die so genannten „Wirtschaftswiesen“ zu betreten, auch wenn es nicht noch explizit ausgeschildert sei. Ich gestehe, dass ich das vorher gar nicht wusste.
Und der Pächter schilderte uns nun in wirklich krassen Bildern, was passieren kann, wenn man es doch tut und womit er ständig zu kämpfen habe.
Menschen trampeln die Pflanzen nieder, die – gemäht – als Viehfutter dienen sollen.
Sie pissen und kacken in die Botanik.
Menschen verlieren Müll oder schmeißen ihn unachtsam in die Gegend. Die Tiere fressen ein Taschentuch z.B. und können daran verenden. Oben standen Ponys und Ziegen. Ein Bock sei vor kurzem erst verreckt, weil er irgendwas gefressen habe, was Menschen dort hingeschmissen haben. Mal abgesehen davon, sind die Tiere rundherum auch alarmiert, wenn da nachts Gestalten komische Sachen machen.
Fazit:
Wir durften fotografieren, aber es war eine Ausnahme.
Was mich angeht, werde ich zudem zukünftig aus genannten Gründen noch weniger als sonst verraten, wo ich welche Aufnahmen gemacht habe – um keine Nachahmer anzulocken. In diesen Gedanken spielt aber auch hinein, dass es für meine Begriffe Teil dieser Art der Fotografie sein sollte, sich die Motive selbst zu erarbeiten – so wie ich es selbst schon seit jeher mache.
Hier verrate ich den Ort, denn ich war ja vor zwei Jahren im März schon einmal dort.
;-)




Einzelaufnahmen | nachgeführt | überblendet | Panorama
(SINGLES | TRACKED | BLEND | PANORAMA)

Himmel (28.05.2022):
Kamera: Canon EOS 77D
ISO 3200 • n=f/4 • 210“
1 Reihe • 9 Einzelbilder • Hochformat
Objektiv: Samyang 14mm T3.1 (VDSLR)

Boden (28.05.2022):
Kamera: Canon EOS 77D
ISO 3200 • n=f/4 • 210“
1 Reihe • 9 Einzelbilder • Hochformat
Objektiv: Samyang 14mm T3.1 (VDSLR)

Bearbeitung:
PTGui • Photoshop

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