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"Lasst den Krüppel doch auf der Straße pennen!" by Sebastian Unterreitmeier

"Lasst den Krüppel doch auf der Straße pennen!" 


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21.03.2005 at 12:50h
, License: All pictures © by the senders.
Blogger gesucht! Bitte schreibt über den Gnadenacker! Mehr Infos und Bilder lass ich euch gern zukommen!

Vorstellung der Bewohner des Gnadenackers, den die Stadt München räumen lassen will, weil er die schöne Bundesgartenschau stört. Die Obdachlosen dürfen sich dann ihre Bauwagen für 500E/Stück aus der KFZ-Verwahrstelle abholen.
Dabei ist der Acker Privatgelände und ordnungsgemäß gepachtet! Aber die Nutzung widerspricht dem Baurecht, also sollen die Leute (die hier seit 1996 sehr gut organisiert unter einem gemeinnützigen Verein in Selbstverwaltung leben) weg.
Mehr Infos unter diesem Bild:



Bitte tragt euch auf http://www.dieameise-ev.de
ins Gästebuch ein und unterstützt uns!


Als ich mit Blacky, der Rottweiler der den Bewohnern des Ackers bei der Brandstiftung im Januar das Leben rettete, spielte (oder besser er mit mir) traf ich auf Rudi. Ich stellte mich vor und wir sprachen ein bisschen über dies und das und was ich hier mache und so. Als ich ihn auf den mir vertrauten Dialekt in seiner Stimme ansprach und es sich herausstellte, dass wir beide ursprünglich aus Thüringen stammen, war das Eis schnell gebrochen. Trotz seines eher rauen Äußeren erkenne ich den verschmitzten Kern und das schelmische Lächeln – auch wenn hier grad niemandem zum Lächeln zumute ist.
Ich bat ihn, mir ein paar Fragen zu beantworten und wir setzten uns in die kleine Grillhütte zwischen den Wagen.

S: Rudi, erzähl doch mal ein bisschen über Dich.
Naja, ich bin 60 Jahre und der Älteste hier. Ich bin nach München gekommen um hier zu arbeiten, aber hab dann meine Arbeit verloren. Später hatte ich einen Unfall und mein Knie ist hin. Seitdem bin ich schwerbehindert. Als mein Mietvertrag ausgelaufen ist und nicht verlängert wurde, lebte ich auf der Straße und kam später über den zweiten Vorstand vom Verein auf den Acker.
Im Mai 2004 war das. Arbeit krieg ich keine mehr, jetzt muss ich halt von Hartz4 leben.

S: Wie kommst Du denn mit Deiner Behinderung hier zurecht?
Naja, ich sag mal, ich bin halt hier behindertengerecht untergebracht. Also klingt vielleicht blöd, aber im Wohnheim, da sollte ich in den zweiten Stock und dann die Toilette im Erdgeschoss. Das macht mein Knie nicht mehr mit. Hier die 3 Stufen in den Wohnwagen gehen, das ist kein Problem.

S: Fühlst Du Dich wohl hier?
Ja klar! Ich hab damals dringende Hilfe durch die Leute vom Acker bekommen. Und hier hab ich was zu tun und eine Aufgabe. Da gibt’s immer was.
Und ich kann mich hier einrichten wie ich will, da schreibt mir keiner was vor. Da kann ich in ruhe Musik hören oder was lesen oder fernschauen. Was halt jeder normale Mensch zuhause auch so macht.
Aber aufräumen muss ich natürlich auch – da guckt der Peter immer ganz genau, dass da jeder Ordnung hält. Ohne geht’s nicht.

S: Wie soll es denn weitergehen bei Dir?
Hm, ich bin zufrieden so wie es jetzt ist. Also wir wollen halt alle hierbleiben, bis sich vielleicht was besseres findet! Jetzt wieder zurück ins Wohnheim – das ist doch wie in der Kaserne. Da hat man doch gar keine Freiheiten und um 10 geht das Licht aus und jeder hängt an der Pulle....

Weiteres Portrait aus der Serie:


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