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Claudia Sölter


Premium (Basic), Frankfurt am Main

Wasserkuppe

Auf der Wasserkuppe
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Boden: Blick nach Westen.
Himmel: Von Norden nach Süden (so ganz grob ausgedrückt).
Fazit: Ein Composing.
Innerhalb weniger Tage an unterschiedlichen Orten (allerdings nicht weit voneinander entfernt) entstanden. Ich sehe das mit den Composings tendenziell entspannt, schon deswegen, weil die Sterne bereits sooo alt sind. Für mich entscheidend ist, die Stimmung einer Tour einzufangen und genau das habe ich (für mich) hiermit erreicht.
Herrliche Weitsicht, dunstige Fernen am Abend und eine herrlich klare Nacht – ist schon einige Wochen her. Und für manche Composings rücke ich ja extra doppelt aus!
Dank meiner Schwester konnte ich diese Tour wieder mal mit einem Auto machen. Den kleinen Scheißer (einen Opel „Karl“) kenne ich schon – beim Car-Sharing greife ich immer auf die gleiche Station zu. Irgendwie dachte ich ja immer, dass sich eine gewisse Kälte besser in einem Auto überstehen ließe (allein schon deshalb, da man ja vor Wind geschützt ist), aber das ist ein Irrtum, wie ich bei diesem Ausflug festgestellt habe – drinnen ist es kälter als draußen! Man muss sich einfach bewegen und wenn es nur nen büschen ist. Vielleicht hängt das auch mit der Kondensfeuchtigkeit in einem kleinen geschlossenem Raum zusammen, dass man die Kälte als so durchdringend empfindet. Auf jeden Fall war das eine faszinierende Erkenntnis.
Das Gebilde da links ist das Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe (höchster Berg der Rhön und Hessens). Mir gefällt das sanfte Gelände. Wunderschön! Und ich habe diesen Ort (dank Corona!) fast ohne Menschen erlebt. Schätze, normalerweise sind da oben Tonnen von Menschen. Irre: Am Kreisverkehr oben auf der Kuppe hatte ich sogar ein Richtungsschild mit der Aufschrift „ZENTRUM“ gesehen ... ich will echt gar nicht wissen, was da normalerweise für ein Getrappel herrscht.
Da ich ja auch mit Auto immer die ganze Nacht draußen bleibe, ergab sich eine längere Wartezeit, bis die Milchstraße erschien. Eine Kamera hatte ich gerade wieder für ein Startrail aufgestellt, da sehe ich drei Taschenlampen den Abhang runter wackeln. In dem Wissen, dass die Leute normalerweise eher Respekt vor MIR haben, gab ich mich ebenfalls mit Taschenlampe zu erkennen (und um die zu blenden). „Was treibt Ihr denn hier?“, fragte ich. „Kleiner Nachtspaziergang – uns fällt die Decke auf den Kopf.“ Drei junge Studenten aus einem Wohnheim brauchten eine kleine Abwechslung bei all den Corona-Beschränkungen. Es folgte ein sehr nettes Gespräch über die Sterne und so (natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln). Am Ende sagte einer: „Da gehst Du durch die Nacht und lernst sogar noch was dazu. Klasse!“ Das Gespräch war wirklich so nett, dass ich schon fast bedauerte, dass die irgendwann wieder los fuhren.
Den Boden habe ich freihändig mit meiner IR-Kamera aufgenommen, die man zwischen „normal“ und „IR“ umschalten kann. Bei meiner abendlichen Erkundung des Geländes habe ich nämlich seit langem mal wieder ein paar Infrarot-Aufnahmen geschossen.

nachgeführt | gestapelt | Montage | Panorama
(TRACKED | STACKED | COMPOSITE | PANORAMA)

Himmel:
ISO 3200 • n=f/4
Panorama • 1 Reihe • 5 x Hochformat • 4 x 180" pro Frame • nachgeführt
f=14mm @ Crop 1,6
Kamera:
Canon EOS 500D
Objektiv:
Samyang 14mm T3.1 (VDSLR)

Boden:
(Bürgerliche Dämmerung, abends)
ISO 100 • n=f/4
Panorama • 1 Reihe • 9 x Hochformat • 1/640“
f=35mm @ Crop 4
Kamera:
Sony DSC F828

Nachführung:
Omegon Minitrack LX3

Bearbeitung:
Deep Sky Stacker • PTGUI • Photoshop

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