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Premium (Pro), Buchholz i.d.N.

Tora-Schrein

Im Boston Museum of Fine Arts (BMFA) gibt es eine umfangreiche Ausstellung sogenannter Judaica. Dabei handelt es sich um Gegenstände, die in jüdischen Haushalten und Synagogen bei der Ausübung religiöser Rituale eine wichtige Rolle spielen.

Das Prunkstück dieser Sammlung ist ein prächtig verzierter hölzerner Schrein, in dem die Tora-Rollen aufbewahrt werden, auf deren Pergament die handgeschriebenen fünf Bücher Mose festgehalten sind. Ursprünglich stand dieser von dem galizischen Holzschnitzer Samuel Katz in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts entworfene Schrein in einer Synagoge im Städtchen Chelsea im Bundesstaat Massachusetts, das für eine Zeit so viel jüdische Einwohner hatte, dass es den Spitznamen „Little Jerusalem“ bekam. Als immer mehr jüdische Bewohner in Bostoner Vororte zogen, wurden die Synagogen nach und nach geschlossen, und 1999 traf es dann auch die in der Orange Street, in der dieser Tora-Schrein stand. Um den Schrank zu erhalten, baute ein jüdischer Rabbi und Kunstsammler ihn zusammen mit einigen Freunden ab und nahm ihn auch mit, als er später nach Texas und anschließend nach Long Island versetzt wurde.

Als er 20 Jahre später hörte, dass das BMFA eine Ausstellung von Judaica aufbaute, wandte er sich an die Kuratorin des Museums und bot ihr Stücke aus seiner Sammlung an. Sie war besonders von dem Schrein angetan, weil er ursprünglich aus der Nähe von Boston stammte, auch wenn er durch die lange Lagerung in Mitleidenschaft gezogen war und sämtliche goldenen Ornamente separat in einer Kiste gelagert wurden. Es dauerte sechs Monate, den Schrein komplett zu restaurieren, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Heute steht der Schrein auf einem kleinen Podest, und die goldenen Ornamente schimmern im sanften Licht der dezenten Beleuchtung.
(Quellen: MFABoston; Forward.com/culture )

Boston im Oktober 2025

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