[ ... the eagle has landed ]

Sólheimajökull, Suðurland, Island, 13.11.13

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Island wartet an so vielen Ecken mit imposanten Naturkulissen auf, die es immer wieder schaffen mich ins stauen zu versetzen, die es schwer machen auf den oft langen Fahrten den Blick nicht schweifen zu lassen. Eine der eindrucksvollsten Locations, die ich auf meinen Islandreisen besuchen durfte, spiegelt aber nicht die imposante Natur Islands wieder, dafür ist die Stimmung vor Ort aber kaum in Worte zu fassen.

Erst nach mehreren Anläufen und auf meiner dritten Tour gelang es mir, endlich diese Location zu finden und anzufahren.

Es war schon lange ein Wunsch von mir, dieses Wrack an der Südküste Islands persönlich zu besuchen, die Szenerie auf mich wirken lassen, so sureal wirkte die notgelandete Maschine in der schwarzen Sanderzone des Sólheimajökull.

Nachdem ich zuvor ausgiebig recherchiert hatte an welcher Stelle ich die Ringstraße verlassen musste, fand ich glücklicherweise den “Abzweig“ (wobei Abzweig hier kaum zutreffend ist), welcher in die schwarze Wüste des Sólheimajökull führte. Keine Markierung, kein entdeutiger Weg führte durch diese Einöde, nur wenige mitunter schlecht erkennbare Reifenspuren deuteten den Weg. Nach einer gefühlten Ewigkeit zeigte sich am Horizont das Wrack der 1973 notgelandeten Douglas DC-3. Langsam nährte ich mich mit meinem kleinen Suzuki Jimny dem Wrack, aber schon
aus einiger Entfernung konnte ich ausmachen, dass ich nicht der einige Besucher war. Ein riesiger, höhergelegter und mit Ballonreifen ausgestatteter Superjeep parkte direkt neben dem Wrack, an Bord ein isländischer Guide, welcher beim Eintreffen meinerseits das Fenster runterließ und mich mit einem breiten Grinsen auf Englisch begrüßte: „ mine is so much bigger than yours!“

Das Grinsen konnte ich mir ob dieser Begrüßung nicht verkneifen:“ Indeed, but size doesn`t matter in this case, mine has found his
way, too!“

Der Isländer grinste und fuhr davon, zurück durch das schwarze Niemandsland. Nun war ich allein, an diesem unwirklichen Ort.

Sie lag vor mir, die DC 3, gelandet mit der Nase Richtung Gletscher, in einer schwarzen, unwirklichen Einöde, menschenleer und still,
umrahmt von schwarzen Wolken, die mit Regen drohten..

Ein paar Mal umrunde ich staunend die Reste der Maschine, dann suchte ich mir die richtige Perspektive für meine Aufnahmen. Zwei Langzeitbelichtungen konnte ich umsetzen, da brach der Himmel auf, und ich flüchtete in das Innere der Maschine, in der Hoffnung
das der einsetzende Regen schnell wieder abziehen würde und ich ein paar weitere Aufnahmen realisieren könnte. Dort stand ich nun, im
Inneren des Wracks, Regen trommelte auf das nackte Blech, und ich hatte Zeit, diese unwirkliche Szenerie auf mich wirken zu lassen…
Wie musste es wohl gewesen sein, an Bord der Maschine, als diese zur Notlandung ansetzte? Was muss die Crew in diesen Augenblicken
gedacht, gehofft und gefühlt haben? In Gedanken versunken realisierte ich erst nach einiger Zeit, dass der Regen inzwischen nachgelassen
hatte… So begann ich erneut mit meinen Aufnahmen, kam aber nicht über eine Handvoll Aufnahmen hinaus, da plötzlich ein starke Windböhen
einsetzen und mich zwangen, die schwarze Sandwüste wieder zu verlassen, bevor sämtliche Reifenspuren vom wehenden Sand überdeckt
und die Orientierung erschwert werden würde.

Nach einer ¼ Stunde hatte ich wieder die Ringstraße unter mir und setze meine Fahrt, immer noch den Gedanken nachhängend, Richtung
Vik fort.

Kamera/Camera: Canon Eos 5 D Mark III
Objektiv/Lens: Canon EF 17-40mm/ 4/ L USM
Filter: Lee soft + Big Stopper, 150 Sekunden

Vielen Dank an Matthias Keschke für den überraschenden Votingvorschlag!

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Folders Island November 2013
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Exif

Camera Canon Eos 5D Mark III
Lens Canon EF 17-40
Aperture 11
Exposure time 150
Focus length 17 mm
ISO 200

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