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Stille

Am Anfang fährt man ein halbe Ewigkeit auf der Europastraße nordwärts, immer der Mitternachtssonne entgegen. Dann plötzliche, nach gefühlten Jahren, biegt man irgendwo auf auf eine schmale Landstraße ab.
Rechts und links nur Blaubeersträucher im lichten Nadel- und Birkenwald, ab und an schimmert ein blauer See und ein Haus durch den endlosen Tundra-Wald.
Wieder unerwartetes Abbiegen, diesmal auf eine Schotterpiste mit Schlaglöchern die mit glassklarem Wasser gefüllt sind, kaum noch Häuser, geschweige Verkehr. Der prägende Puls unsere Großstädte wird zu einer schemenhaften Erinnerung.
Nochmal links auf einen Feldweg in dessen Mittelspur schon Gräser und Blumen aus ängst vergessener Zeit wachsen, im Schritttempo umkurven man ein Rentiergeweih und schließlich kommt das Ziel in Sicht: ein
Bullerbü-Haus aus rotem Holz mit weißen Fenstern auf einem sattgrünen Wiesenhang mit Birkenhainen und Rallerrosen.
Im Hintergrund fällt der Blick auf den schimmernden, blauen See an dessem Ufer sich ein altes Ruderboot im Schilf wiegt.
Der Duft von frisch gemähtem Gras liegt in der kristallklaren Luft - und
DANN spürt man plötzlich diese Ruhe und diese unglaubliche Stille in die man immer tiefer hineinhören möchte. Es ist so stille, daß man unbedingt etwas Hörbares entdecken willst.
Wenn der Mensch die Zeit anhalten könnte -

dann wäre JETZT solch ein Moment !


Nordschweden Sommer 2010

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