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Sonne und Musik am Morgen…

Sonne und Musik am Morgen…

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Gunter Linke


Basic Member, Rudolstadt

Sonne und Musik am Morgen…

VERDRÄNGT KUMMER UND SORGEN!

Nun gut, von aufwachen kann ich eigentlich nicht sprechen, ich wurde eher von einem groben Stoß gegen meine Fußsohlen geweckt.
Ich hatte ein Gefühl, als ob mein Kopf mindestens zehnmal so groß war wie gestern Abend und auch genauso schwer und ich war mir sicher, irgend Jemand musste ihn mit Bauschaum gefüllt haben, so taub fühlte er sich an.
Ich war einfach nicht in der Lage ihn zu heben.
Auch meine Augen wollten sich nicht öffnen, scheinbar hatte die der Bauschaum verklebt. Erschwerend kam da noch dazu, dass mein Mund und meine Ohren mit Watte verstopft sein mussten.
Davon rührte garantiert auch der unangenehme Geschmack und der zunehmende Brechreiz, sowie der dumpfe Ton, der an mein Ohr drang.
http://www.youtube.com/watch?v=vJzB7gCWJxU
Dieser Ton war nicht gerade angenehm und freundlich, nein eher sehr grob und kräftig in seiner Intensität.
Dumpf, aber doch deutlich vernehmbar hörte ich diese Stimme:

„I däd am liebschda bralla vor Bollawuad ond jugga vor Zoares !
Des gôht auf koi Kuahhaud!
I kennd me uffrega!
Han de Saupreißen koi Hoimat, des de dahanne unschre Promenaden verschandele miasa!
Heilandzagg!
Gang zom Deifl!
Saupreiß verekkta!
Dem mache glei Feier onderm Hindra!“

Mit allergrößter Kraftanstrengung riss ich die Augen auf, schloss sie aber gleich wieder, weil mir die Sonne, aber sowas von ins Gesicht lachte, das ich darüber nachgrübelte, ob sie das aus Schadenfreude oder Sympathie mir gegenüber tat.
Da traf mich schon wieder ein Wortschwall, mit einem unterstützenden Schlag gegen meine Füße.

„Gang ône em Schadda, dass d`Sonn de net schdichd !
Fix halleluja leck me am Arsch Scheissglomb verreckds!
Wardda ab, i hol a Oimer Seewasser, dr machd munter!“

Ich setzte mich unter Aufbietung aller Kräfte auf, lächelte gequält und gab der Stimme zu verstehen, dass ich schon auf dem Wege war.
Da ich mich dafür herumdrehen musste, konnte ich auch die Augen wieder öffnen und so erkannte ich eine resolute, kräftige und reife, in ein buntes Dirndl gekleidete Frau, die mit straffen Schritt auf einen Verkaufswagen, wo frischer Bodenseefisch angeboten wurde, zulief, die Wagentür aufsperrte und darin verschwand.
http://www.youtube.com/watch?v=wjK0OFDimyA
Leider konnte ich das in meinem Zustand nicht richtig zuordnen.
Mein Problem war ein ganz anderes in diesem Augenblick.
Ich bemerkte, dass ich ganz allein war.
Sepp, mein neuer Bekannter war weg und mit ihm die Köderfische für die Seehasen und auch alle Weinflaschen, von denen wir gestern probiert hatten.
Ich nahm meine Jacke, auf der ich mein müdes Haupt gebettet hatte hoch und wollte gerade den Platz verlassen, als das bunte Dirndl mit einem Eimer Wasser wieder vor mir stand und mir den Weg verbaute.

Ich entschuldigte mich für mein Fehlverhalten, ja ich versuchte sogar das niedergedrückte Gras wieder aufzuwuscheln, um die Spuren meines Vergehens verschwinden zu lassen.
In dieser Position, also nach vorn gebeugt, bemerkte ich wieder meinen Kopf, in dem nun wenigstens ein ganzer Bienenschwarm brummte.
http://www.youtube.com/watch?v=c4arQvYIsf8
Die Verkaufsstandbesitzerin stand, den Eimer mit Wasser zwischen die Beine gestellt und die Arme unter dem mächtigen Dekolletee verschränkt mit finsterer Miene neben mir und fing nach wenigen Augenblicken an, herzlich zu lachen.

„Jô, nu is wiadr fei guad, tu liabr dein Dääz in dan Oimer naischobba, des erfrischt!“

sagte sie im breitesten Schwäbisch.
Was für ein Einfall.

Und richtig das wirklich kalte Wasser aus dem Bodensee erfrischte mich zusehens.
Da ich mich jetzt um einiges besser fühlte, sah ich auf den See und erlebte, wie die Sonne die letzte dicke Nachtwolke beiseite schob.
Plötzlich hörte ich eine, mir wohl bekannte Melodey:
http://www.youtube.com/watch?v=KePjkCySBCs&feature=related
Ich schaute in die Richtung dieser mir bekannten Töne und wen sah ich da?
Meinen Freund von gestern, mit unseren Flaschen musizieren und um ihn herum eine gewaltigen Pulk von Zuhörerinnen und Hörern.
Leise trat ich näher, setzte mich neben ihn auf die Bank, nachdem ich seine Tasche beiseite geschoben hatte.
Aus ihr schaute der Hals einer Weinflasche heraus und es duftete verführerisch nach frisch geräuchertem Fisch.
Nun war alles klar.

LECKER SPEISS, GUTER TRANK UND FANTASIEVOLLE MUSIK, BEZIRZT DIE FRAUEN UND BRINGT DIR DAS GLÜCK!

Ich war mir sicher am Ziel meiner Bemühungen angekommen zu sein.


>>>WAS BISHER GESCHAH

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