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Die heilige Kuh

Die heilige Kuh

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Marguerite L.


World Member, Zürichsee

Die heilige Kuh

Jemand zu Hause ?
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Marguerite L.

Die heiligen Kühe gehören zum täglichen indischen Straßenbild und haben selbst auf den vielbefahrenen Straßen stets Vorfahrt, schließlich werden die Kühe von den Hindus als heilige Wesen verehrt. Für die Hindus ist die Kuh die Mutter allen Lebens und ihre Gaben haben religiöse Bedeutung. In der Mythologie wird die Kuh mit dem Gott Krishna in Verbindung gebracht. Dieser Gott wurde nach seiner Geburt in die Obhut einer Hirtenfamilie gegeben, denn man trachtete nach seinem Leben. Zusammen mit den Kühen wuchs Krishna auf, wurde von ihnen ernährt und verbrachte als Hirtenjunge seine Zeit mit ihnen. Auf Darstellungen oder als Skulptur hält der Gott Krishna daher meist eine Flöte, das traditionelle Instrument der Kuhhirten, in seinen Händen. Das Füttern einer Kuh gilt bis heute als Bestandteil der Krishna-Verehrung.

Die vedischen Schriften sind die ältesten überlieferten religiösen Schriften der Menschheit und Grundlage des Hinduismus. Schon in diesen uralten Schriften wird von der Kuh als "Erfüllerin aller Wünsche" gesprochen und bereits damals waren die Gaben der Kuh besonders wertvoll. Seit jeher haben sie auch religiöse Bedeutung. Tote werden zur Verbrennung mit Butterschmalz übergossen, Opfertätigkeiten können ohne Butterschmalz und Milch nicht durchgeführt werden. Von der Kuh hängen sowohl die Opfer für die Götter als auch die für die Ahnen sowie die Erhaltung des Körpers ab. Doch die Bedeutung der heiligen Kühe beschränkt sich nicht allein auf rituelle, kultische Gesichtspunkte. Die Kuh ist für die vegetarisch lebenden Hindus auch ökonomisch von großem Wert. Denn die Heiligkeit schützt die Tiere - sofern sie stark genug sind - nicht vor dem Einsatz als Arbeitstier. Kühe sind die größten Helfer in der indischen Landwirtschaft. Die Kraft der Tiere hilft bei der Feldbestellung und beim Transport von schweren Gegenständen. Die Gaben der Kuh werden in ganz Indien geschätzt und effizient genutzt; Butterschmalz wird auch als Lampenöl, der Dung als Brennmaterial verwendet. Die Wertschätzung, die die Hindus den traditionellen Arbeitstieren entgegenbringen, hat neben religiösen also auch ökonomische Wurzeln.

Nicht nur der Hinduismus, sondern auch der Buddhismus und Jainismus sind geprägt von einer großen Ehrfurcht vor dem Leben. Diese Ehrfurcht hat eine gemeinsame religiöse Wurzel: die Lehre von der Wiedergeburt und dem Karma.

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