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Arhuaco-Dorf in der Nähe der Ciudad Perdida in der Sierra Nevada de Santa Marta (Kolumbien)

Arhuaco-Dorf in der Nähe der Ciudad Perdida in der Sierra Nevada de Santa Marta (Kolumbien)

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Thomas Dahlberg


Free Member, München

Arhuaco-Dorf in der Nähe der Ciudad Perdida in der Sierra Nevada de Santa Marta (Kolumbien)

In Kolumbien gibt es neben der Guajira-Steppe die hohen Berge der Sierra Nevada. Die Arhuaco sind ein Stamm der Sierra Nevada. Sie sind nicht verwandt mit den Guajira. In ihrer Sprache unterscheiden sie sich erheblich. Dies gilt auch für ihr Wesen, die Kleidung wie auch in ihren Bräuchen. Die Arhuaco tragen langes Haar und haben weiche Gesichtszüge. Über die Vergangenheit der Arhuaco ist nicht viel bekannt.

Die Arhuaco sind kein einheitlicher Stamm, obwohl sie in einem begrenzten Gebiet leben. Sie haben Unterschiede in der Rasse und Sprache. Durch räumliche Trennung haben sich verschiedene Dialekte herausgebildet. Der Stamm zählt zwar nur 4.000 Personen, trotz alledem läßt ihr Aussehen verschiedene Herkunft oder auf fremde Einflüsse schließen. Das Haar der Arhuaco ist tief- bis blauschwarz. Ihre Gesichtszüge meist typisch indianisch, allerdings gibt es Männer mit schwarzbraunen und gekräuseltem Haar, deren Gesichtszüge nicht typisch bzw. mongoloide Merkmale aufweisen. Die Frauen ähneln Kreolinnen. Vielleicht weil die Arhuaco friedlich waren, konnten fremde Elemente sich etablieren.

Die Arhuaco besitzen mehrere Häuser, in denen sie abwechselnd wohnen - gerade wie es ihnen beliebt. Ihre Häuser sind quadratisch, rechteckig oder rund und haben ein spitz zulaufendes Strohdach. Auf der Dachspitze steht ein Krug, dessen Bedeutung nicht bekannt ist - vielleicht eine Zierde ... Die Familie hat zwei eng aneinander stehende Hütten - das Frauen- und das Männerhaus. Wollte ein Ehepaar alleine sein, so ging es in den Wald. Diese alten Bräuche waren einst typisch, heute können sie einwenig aufgelockert sein oder durch viele Kinder kann die räumliche Trennung nicht mehr eingehalten werden, da die Hütten ziemlich klein sind.

Gleich neben den Häusern der Arhuaco liegt meistens ein umzäunter Garten. In ihm wachsen alle Pflanzen, die eine Familie benötigt. Im Schatten der Orangenbäume reift der Kaffee, neben Mais und Zuckerrohr gedeihen die Büsche der Yuca, Melonen wachsen zwischen den Kartoffeln und Bäume mit Granatäpfeln und Mango-Früchten vervollständigen die Gärten der Arhuaco. Wenn man die Gärten sieht, wirken sie ziemlich unordentlich, aber denken wir an die Felder der Irokesen, bei denen Mais, Bohnen und Kürbisse gemeinsam wachsen, so erkennen wir den Grund dieser Unordnung. Die sogenannten Lebenserhalter helfen sich gegenseitig. Die hohen Bäume spenden Schatten für den Kaffee und der Kaffeestrauch sorgt dafür das der Boden nicht austrocknet.

Das ganze Jahr reifen die Früchte, so dass auch fortwährend ausgesät und geerntet werden kann. Vorratswirtschaft wird nicht benötigt. Oft wurden deshalb die Indianer als faul von Weißen bezeichnet. Eine einzige Familie erntet in ihren Garten etwa fünfzig Kilogramm Kaffee. Dieser braucht keine große Pflege, weshalb die Arhuaco auch Viehzucht betreiben. Die Rinder und Schafe weiden in Hochlagen der Gebirge. Während die Arhuaco als Händler unterwegs sind, reifen bei den Hütten die Früchte. Das was sie ernten, ist ausreichend für die Familie.

Sobald eine Indianerin heiratet, ist sie ständig beschäftigt. Eine weiße Frau kommt mit einem Kind manchmal ins Schwitzen, eine Indianerin wird hingegen von fünf Kindern weniger beansprucht. Dies liegt schon an der Erziehung. Indianerkinder sind artiger und haben wesentlich weniger Ansprüche als unsere Kinder. Jedoch hat eine Indianerin keine lange Weile, da sie neben der Erziehung auch noch die Hausarbeit machen und die Ernte einbringen muß. Der Mann bei den Arhuaco richtet das Feld her, erledigt die Aussaat und pflanzt, währenddes die Frau Schafwolle spinnt und diese zu Stoffen für die Kleidung webt. Manchmal helfen die Männer bei dieser Arbeit. Für Mützen und Umhängetaschen werden Fasern der Agave mit langen Nadeln geknüpft. Diese Tätigkeit verrichten die Frauen auch, wenn sie das Haus verlassen und sich mit anderen Personen unterhalten. Agave wird auch von den Männern zur Herstellung von Stricken verwendet.

Die Arhuaco führen ihre Entstehung auf Gottheiten zurück, die in den Bergen wohnen. Auch heute glauben sie noch an ihre Religion, trotz der Taufe durch Missionare. Für die Arhuaco sind Grabstätten heilige und zugleich geheime Orte. Auch als heilige Stätte ist der Wohnsitz des Kakaravicos - der Gott und zugleich Idol ist und in den Bergen wohnen soll. Früher hatten die Arhuaco mehrere Gottheiten. Da wo sich im Glauben der Arhuaco Kakaravico aufhalten soll, sind zahlreiche Gräber und in Felsen eingeritzte Gravuren aus vorspanischer Zeit zu finden. Kakaravico soll der Ahnherr der Arhuaco sein.

Die Zauberer werden als Mamo/Mama bezeichnet und haben wie die Kaziken - einst gottähnliche Herrscher - nicht mehr viel zu sagen.

Bei den Arhuaco herrscht Mutterrecht, was in den Namen der Kinder zu erkennen ist. Dieses Recht soll bereits von den Stammvätern ausgegangen sein. Durch den spanischen Einfluß sind diese Namen aber heute fast verschwunden.

Comments 2

  • Thomas Adamek 04/03/2005 17:43

    Sehr interessante Erklärung, die dem Bild eine viel stärkere Aussage verpaßt. Die sollte eigentlich ins Wiki gehören ;) Danke für die Mühe, die Du Dir mit dem Text gemacht hast.
  • fotografci 04/02/2005 14:14

    Kenn Südamerika überhaupt nicht. Aber du hast ja jede Menge Erklärung mit dazugegeben. Zum Bild, stell mir vor, dass es im Dschungel von den Lichtverhältnissen her schwer ist zu fotografieren. Hier paßt alles.
    Könnt mir das Bild etwas größer vorstellen.
    Grüße Hrald