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Oktogon en miniature. Die 1049 geweihte Kirche ist dem romanischen Oktogon des Aachener Doms nachempfunden. Ottmarsheim liegt an der gleichnamigen Staustufe des Rhein-Seitenkanals (Grand Canal d' Alsace). Die Kirche war einst ein Teil eines Benediktinerklosters.
Die Abteikirche Ottmarsheim ist ein Kirchengebäude in der elsässischen Kleinstadt Ottmarsheim. Die größtenteils aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhundert stammende einstige Klosterkirche des Klosters Ottmarsheim (Benediktinerinnen) gehört zu den bedeutendsten Baudenkmälern der Romanik. Ihr Zentralbau in Form eines Oktogons hat sein Vorbild im Aachener Dom. Die Kirche stellt eine bedeutende Etappe an der Romanischen Straße dar. Ottmarsheim liegt an der alten Fernstraße (Italien-) Basel-Straßburg-Mainz (-Niederlande) und war schon vor den Römern besiedelt. Der Name stammt vom Hl. Otmar, der im 8. Jh. Abt des Klosters St. Gallen war, zu dem Teile der Gegend damals gehörten.
Im Jahre 1030 stiftete Rudolf von Altenburg, ein Sohn des Lanzelin, das Benediktinerinnenkloster in Ottmarsheim, das seine Grablege werden sollte. Papst Leo IX. (aus Eguisheim) weihte die neue Kirche 1049. Die Neuenburger verwüsteten das Kloster 1273, die Basler 1445 und 1446, die Berner 1468. Dadurch und durch die Unterbringungspflicht königlicher Reisender auf der Heerstraße verarmte das Kloster. Die Kirche und vor allem die Klosterbauten wurden immer wieder umgebaut. 1790 wird das Kloster säkularisiert und abgebrochen. Die Kirche wurde von der Gemeinde aufgekauft und ist bis heute in deren Besitz.
Die Kirche wurde 1020-30 nach dem Vorbild der Aachener Pfalzkapelle Karls des Großen (heute Teil des Aachener Doms) errichtet und wie dieser der Jungfrau Maria geweiht. Anfang des 13. Jh wurde die westliche Vorhalle zum Turm aufgestockt und Teile der Außenwände restauriert. Die Kirche war im 14/15. Jh. komplett mit Fresken ausgestattet und stand nun unter dem Patrozinium des Hl. Petrus. 1445 gingen fast alle Fresken beim Brand verloren, Wiederherstellungen blieben fragmentarisch. Um 1495 wurde die Heilig-Kreuz-Kapelle im Südosten neu angebaut, 1582 schließlich der Liebfrauenchor im Nordosten als Stiftsdamenkirche, während die Empore im Zentralraum den Benediktinerinnen vorbehalten blieb.
1695 folgte eine Neuaufmauerung der Kuppel, die wohl im Dreißigjährigen Krieg beschädigt wurde. Das Chorgestühl von 1780 befindet sich heute in Bantzenheim. 1833-1837 und 1850 folgten Restaurierungsarbeiten. Die Fenster des Oktogons und das Kranzgesims stammen aus dieser Zeit, 1875 wurden die Reste der Fresken freigelegt, 1903 der Putz entfernt. Ein verheerender Brand vernichtete 1991 Dachgestühl und Orgel des 18. Jh. In den folgenden Jahren von 1992 bis 1998 wurde die Kirche saniert und 1999 mit einer neuen Orgel ausgestattet.