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Mit fast 60m Durchmesser und 80m Höhe bis zu seiner Laterne ist der Dresdner Gasometer der größte, der bis zu diesem Zeitpunkt entstanden war, und nur Teil eines ganzen Ausbauprogramms der Gaswerke an mehreren Orten nahe der Innenstadt. Die innere, eigentlich das Gas beherbergende Anlage mit drei eisernen Rohrabschnitten und einer Glocke, die vom Gasdruck angehoben wird, ist von einer betonierten Hülle umgeben, deren einzige Aufgabe es ist, eine gewisse Wärmedämmung für das Dichtungsöl und vor allem eben den schönen Schein der Stadtkontur zu bewahren. Ergebnis ist ein Betonzylinder mit nur 40cm Wandstärke, versteift durch 5 außen angesetzte Treppentürme und eine sich nach außen gegen einen ebenen Betongurt spreizenden Stahlkonstruktion, die den Dom des Daches bildet und von einer 20m weiten Laterne beschwert und gekrönt wird, einer verputzten Stahl- und Holzkonstruktion, die als einziges Element falsch und Kulissenhaft wirkt.
Die Fenster des Rundbaues folgen den inneren Wartungsgalerien, die wiederum der Höhe der Kesselringe in angehobenen Zustand entsprechen. Selbst sie können noch, da ja kein eigentlich nutzbarer Innenraum zu erhellen ist, als Aussparung im Wandgefüge und damit als Beitrag zu einer Minimierung angesehen werden, die den riesigen Kessel zu einem dünnhäutigen Gerippe macht.
Was Erlwein hier vorführt, ist die äußerste Reduktion der Mittel, die jedoch nicht unsubtil ist. Das ganze Gebäude erhebt sich auf einem abgezirkelten, abweisend wirkenden Erdwall. Die leichte Böschung der Treppentürme, die Aufnahme der klassizistischen Horizontalgliederung in Basis, Fassade und schließlich die Ausbildung des Laternenaufsatzes geben dem Gebäude eine Erscheinung, die Verbindungen mit der französischen Revolutionsarchitektur zeigt.