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Die Sonne hat noch nicht die Andengipfel überwunden. Seit Tagen der gleiche traurige Verwesungshimmel über dem Pazifik, geschwängert von den Ausdünstungen der nahe gelegenen Fischkonservenfabrik. Am Strand sind unzählige Männer damit beschäftigt, mit abenteuerlich anmutenden Holzbooten den Fang der vergangenen Nacht anzulanden. Haie, Schwertfische, Thunfische, Hammerhaie ... Die großen, toten, blutüberströmten Tiere werden aus den Booten gewuchtet und an Land gezogen, wo sie direkt ausgeweidet und in handlichere Stücke zerteilt und verkauft werden. Es herrscht ein emsiges, bedrohlich wirkendes, auch unheimliches Getriebe am Strand: Hunderte von Menschen mit blutigen Messern, Fischer, Schlachter, Hausfrauen, Händler, dazwischen streunende Köter, die ebenso wie die zahllosen Aasgeier je nach ihrer Art ihren Anteil am Fang zu erkämpfen suchen. Am Himmel suchen die Pelikane die Meeresoberfläche nach leichter Beute aus den Netzen ab.
Ein schöner Anblick ist das nicht. Wenn den beeindruckenden Fischleibern in Windeseile mit der Machete Flossen und Köpfe abgetrennt werden und die nackten Hälse der Geier mit den Eingeweiden der Meerestiere sich vermählen, stellen sich Würgereize ein zuweilen.
(Reisetagebuch)
ein ähnliches bild glaube ich von dir zu kennen, wenn auch in sw...ich müsste suchen.
beeindruckend, pose der darsteller und motiv im vg.
ein echter gellweiler!
Ich mag das Treiben der Fischer die Schnelligkeit der Arbeiter die wilde Stimmung, aber Deine Geschichte und das Bild dazu hat eine andere Größe als das was ich bisher gesehen habe.Das Bild dazu ist ein Zeugniss.
LG Bärbel
Etwas beklemmend. Auch die Zuschauer/Fischer (?) scheinen nicht unbedingt über den Fang zu jubeln.
Ob sie noch heimliche Angst vor den scharfen Zähnen haben?
Die toten Haie erinnern an tote Menschen, besonders der rechts oben.
Gruß Tom
Interessanter Bericht, schaurig-schöne Doku. Die Fischerboote im Hintergrund passen perfekt. Nicht ganz perfekt aber vielleicht, dass die beiden linken Herren eher nach dahergelaufenen Zuschauern aussehen, anstatt, wie im Text beschrieben, nach messerbewaffneten Schlächtern. LG Konrad
ja, "schaurig-schön" trifft es.
Ich lese Dich gerne.
Ich sehe Deine Bilder sehr gerne.
Beides kriegst Du so intensiv hin, dass man sich als Teil des Geschehens fühlt. Beeindruckend.
Ja ,die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist kulturell sehr unterschiedlich....
Mag dein bild,weil es die Menschen zeigt(rechts der Mann blickt sehr stolz..) und die fische sind das Ergebnis schwerer Arbeit...
Schön, dass du dir soviel Arbeit machst und ein reisetagebuch dazulegst...da macht das Foto schauen doppelt Spass...LG BEA
Eine (mich) beeindruckende Schilderung, bildhaft bestens unterlegt. Bin mir nach einigem Überlegen aber sicher, hier sind Deine Worte sogar noch stärker...
LG, Britta
"Dem Meer abgerungen" könnte man wohl denken und "dem Paradies entrissen", wenn man nicht wüsste, daß es im Meer genauso grausam zugeht (woran gerade die Haie erinnern). Beeindruckendes Bild, das durch den Text sinnvoll ergänzt wird.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, deine Bilder und Reiseberichte, die Einblicke, die du erlaubst sind ein echtes Geschenk.
Gruß
Leander
Bin auch der Meinung,dass dies eine alltägliche Situation ist.Sollte man nicht überbewerten.So ist deren Menschen ihr Leben.Natürlich ist das für unsere Augen nicht angenehm.
Große Klasse dein Reisetagebuch.
Als Student habe ich mehrere Male in einer Fleischfabrik gearbeitet und musste per Lastwagen Ware vom Schlachthof abholen. Solche Bilder kenne ich, zum Teil tranken die Metzger das frische Blut der geschlachteten Rinder - da verging mir auch der Appetit auf ein Rinderfilet in Morchelrahmsoße.
Deine Dokumentation und Deine sprachliche Kompetenz sind herausragend.
LG Ralf
Wir sind sowas nicht mehr gewöhnt, früher beim Schlachten zu Hause sah es auch nicht immer appetitlich aus, trotzdem haben wir hinterher die Wurst gerne gegessen. Aber ich glaube, ich würde mich beim Anblick der Dinge die Du beschreibst auch nicht mehr wohlfühlen, wie gesagt, nichts mehr gewöhnt...Schön und spannend, dass Du uns eine andere Welt zeigst!
LG Heinz
Mit einer Mischung aus Stolz und Kalkül, wie lange das verdiente Geld wohl reichen wird, schauen Sie sich Ihr Werk an und freuen sich bald vielleicht Feierabend machen zu können.
Wir stehen daneben und kämpfen mit Ekel und Abscheu, die spätestens beim Abendessen wieder überwunden sind.
Deine Reiseberichte sind wirklich faszinierend.
Viele Grüße
Michael
Absolut beeindruckend. Und das bezieht sich nicht nur auf das Bild, sondern in gleichem Maße auch auf den Text. Du schaust auf und beschreibst das Geschehen, wie es ein guter Reporter tut: betrachtend, vergleichend, schonungslos, aber nicht vordergründig wertend. Hätte ich einen Hut, zöge ich ihn! So aber packe ich Bild und Text zu meinen Favoriten und hoffe, das gilt auch.
LG
Sandra
Bilder wie dieses müßten in den Medien (auch hier) viel mehr zu sehen sein, aber die fc ist ein Heile-Welt-Forum, und deren Mitgleider lichten viel lieber entsprechende Motive ab, weil die üble Wirklichkeit niemend sehen will. Da muss ich mich selbst an die eigene Nase fassen.
Die Gewässer vor Equador und speziell Galapagos sind eines der letzten Refugien für Haie und andere Großfische. Aber wie lange noch?
Da die Meere längst nahezu leer gefischt sind, drängt die Lobby der Fischereiindustrie immer stärker darauf, auch in diesen Schutzgebieten ihre Netzt auswerfen zu dürfen. Gerade um die Galapagos Inseln tobt zur Zeit ein erbitterter Kampf zwischen der Fischerreiindustrie und den Umweltschützern.
Nicht zuletzt sind auch die Tauchtouristen immer vor Ort. Ein Dorn im Auge der illegal fischenden Fischer.
Herzliche Grüße, Norbert