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möchte ich mit dem Foto eines meiner Gemälde auf die großartigen französischen Dampfloks zurückkommen,
die wir vor allem einem genialen Konstrukteur verdanken: André Chapelon.
Mein Gemälde entsprang der Idee, ein bekanntes Schwarzweißfoto des französischen Eisenbahnfotografen Yves Broncard umzusetzen, das einen Expreßzug der französischen Staatsbahn SNCF im Elsaß zeigt, wo, ich weise ausdrücklich darauf hin, auch heute noch rechts gefahren wird.
Es zeigt die Stelle in den Nordvogesen, wo die zweigleisige Fernstrecke Straßburg - Nancy - Paris parallel zum Rhein-Marne-Kanal verläuft.
Ihre spektakulärste Stelle wird da erreicht, wo Bahn und Kanal an derselben Stelle aus einem mehr als 2 km langen Tunnel treten und sich kurz darauf in verschiedene Richtungen wenden.
Rechts im Bild habe ich außerdem noch die elektrische Treidelbahn verewigt, deren Reste auch heute noch erkennbar sind, deren Trasse aber nicht mehr genutzt wird.
Genau wie in Yves Broncards Foto habe ich hier der französischen Universallok der Reihe 141 P ein Denkmal gesetzt, weil sie, - nicht nur für mich! -
als eine der weltbesten Dampflok-Konstruktionen überhaupt gilt.
Mit ihrer 1´D1´-Achsfolge und mittelgroßen Treibrädern von 1650mm Durchmesser war sie universell einsetzbar und ihr Vierzylinderverbund-Triebwerk verschaffte ihr auch bei hohen Geschwindigkeiten einen ruhigen Lauf. Gleichzeitig war sie äußerst sparsam im Kohle- und Wasserverbrauch, brachte es aber durch gekonnte Gestaltung von Kessel und strömungsgünstigen Dampfwegen, zusammen mit einer effizienten Saugzuganlage und natürlich dem Kylchap-Blasohr zu Leistungen, vor der andere, weit größere Maschinen verblassen.
Für die Fachleute:
Im Verlauf von Meßfahrten vor der Bremslok wurden folgende Zughakenleistungen abgegeben:
2145 PS bei 40 kmh und 72 % Füllung;
2970 PS bei 60 kmh und 72 % Füllung;
3330 PS bei 80 kmh und 55 % Füllung;
3223 PS bei 100 kmh und 52 % Füllung.
Im Buch "Französische Dampflokomotiven des 20. Jahrhunderts" wird weiter ausgeführt:
>>Mit ihren 1650mm-Kuppelrädern, der hohen Leistung, Geschwindigkeit, Laufruhe, ausreichendem Reibungsgewicht und guter Wirtschaftlichkeit kann man die Reihe 141 P für den besten Entwurf einer Gemischtzuglokomotive für alle Betriebsarten halten, der je gebaut wurde.<<
Beispielsweise wurden vom Depot Le Mans mit diesen Maschinen planmäßige D-Züge von 700 t Gewicht auf der mehr als 400 km langen Strecke nach Brest befördert.
Auch heute stimmt die Feststellung nachdenklich, daß sie auch jeden der heutigen dieselbespannten Züge bewältigen würde!
Ehre ihrem Andenken!
Übrigens: Bitte verwechselt diese Baureihe nicht mit der viel bekannteren SNCF-Reihe 141 R - es liegen Welten dazwischen!
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Zur Maltechnik:
Öl auf Leinwand, 55 x 70 cm, Signatur unten rechts: Th.Reitzel; gemalt 1993.
Und, um mit Bernd Kauschmann zu reden: Das Foto offenbart gnadenlos den kleinsten Fehler!
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Die Realität in unseren Tagen ist immer noch sehr ansehnlich:
Dass das Bild super ist, das betone ich jetzt mal nicht ausdrücklich.
Zum Tunnel d'Arzviller kann ich aber noch einiges hinzufügen: erstens war das da von 1985 bis 1988 mein "haustunnel" sozusagen, weil ich da fast jede Woche jeweils Montags und Freitags mit dem Zug durchgefahren bin, als ich von Luxemburg aus zur Uni nach Strasbourg fuhr. Zweitens, und das ist interessanter, hat die Bahnstrecke im Tunnel ein ziemliches Gefälle aufzuweisen und das aus einem guten Grund; der ursprüngliche Kanal kreuzt nämlich die Bahn um an der anderen Seite des Berges in sage und schreibe 17 Schleusen die Höhendifferenz überwand. Heute verläßt der Kanal den Tunnel auf der Höhe und mündet im so genannten Plan incliné, dieser Art Schleuse, die wie eine überdimensionnierte Badewanne am Hang mittels einer Seilbahn die Höhendifferenz überwindet.
Hallo Tom,
das du ein Händchen zum malen hast, wundert mich nach deinen Fotos inzwischen nicht mehr - erklärt für mich jedoch die Art, wie du fotografierst. Es gibt da ja durchaus große Zusammenhänge was Bildaufbau, Tiefe, Farben, Motive usw. ausmacht. Das Bild ist kein Meisterwerk aber durchaus sehenswert und man kann einiges für die Bahnphotografie entdecken. Die Maschine erinnert mich ein wenig an die bay. S3/6, auch wenn sie wohl nichts miteinander zu tun haben. Entwicklungen von Lokomotiven gingen ja immer mit Entwicklungen ihrer Zeit und sich daraus ändernden Anforderungen einher. Heute fährt ein Zug eine Last einfach von A nach B, früher mussten sich erst viele Leute Gedanken machen bis ein Zug von A nach B fuhr. Gleis/Trassenbau, Sicherungstechnik, leistunsgfähige Lokomotiven, komplexe vollmechanische Maschinen, Strom wurde meist nur für Licht bzw. stationär benutzt usw.... Da wurden wahrhaft Horizonte erweitert... Das vergisst man all zu leicht und dein Bild gibt durch den "alternativen" Wasserweg mit Treidelpfad dem Ganzen ein wenig Raum.
Scheinbar warst du auch Bernd einen Besuch abstatten, er malt ja eher auf Motive bezogen und betont weniger die Landschaft/Drumherum - aber so sind auch seine Photos - ihr verwirklicht in der Malerei beide sozusagen die Fortsetzung dessen, was ihr sonst auf Platte bannt. Finde ich schon bemerkenswert, das man das so erkennt. Einen interssanten Einblick hast du uns gegeben.
Gruß Rolf
Danke, Rolf, für diesen konstruktiven Beitrag, der mir auch selbst bestätigt, daß ich die Synergien aus Malerei und Fotografie bestmöglich(nach meinen bescheidenen Vorgaben) zu nutzen versuche. Übrigens habe ich darauf auch in meinem Profiltext schon hingewiesen.
Ja, was war zuerst da, Malerei oder Fotografie, Henne oder Ei? Ich kann es selbst nicht genau sagen.
Ich habe schon als dreijähriger gemalt und gezeichnet, na, was, Eisenbahn natürlich!; bin aber auch mit Vaters Fotografie aufgewachsen, was meinen Blick für Motive wohl auch gefördert hat, ebenso wie übrigens ein sehr guter Kunstunterricht und, viel später erst, das Studium von berühmten Gemälden hinsichtlich ihres Bildaufbaus und ihrer Maltechnik(Impressionismus!).
So, so - eigentlich dachte ich, Du bringst ein Neues, weil Du mal so meintest, man müsste ... Wäre auf alle Fälle interessant nach den Jahren.
Das Motiv dürfte eigentlich jedem Eisenbahnfreund ein Begriff sein und ist schon eine Herausforderung. Eine Diskussion über moderne französische Dampflokomotiven führt wohl immer zum gleichen Ergebnis ... ;o) im Gegensatz zu "Fachgesprächen" über sonstige Konstruktionen ...
Ölmalerei ist nicht so mein Ding, obwohl ich es auch einige Male probiert hab. Es hat nicht zu dem geführt, was ich mir vorgestellt habe. Ich möchte, dass die Leinwand beim fertigen Bild noch zu erkennen ist, sonst zweifle ich an meinem Können.
Bei deinem Gemälde ist für mich alles etwas zu gleichmässig verteilt. Weniger wäre vielleicht mehr gewesen, oder eine differenziertere Licht-Schattengestaltung um den Blick zu führen.
Aber wir wissen ja um das "Kunststück", so etwas richtig hin zu bekommen ... Man lernt bei jedem Bild wieder dazu und wird nie auch nur annähernd das erreichen, was jemand, dessen Lebensinhalt es war, also die wirkliche Meisterschaft, erreichen. So genanntes Talent und eine Malschule ersetzen nicht die tägliche Arbeit und Auseinandersetzung damit ...
"fc ist nicht alles, ... " ;o)
In diesem Sinne
VG Bernd
Tom, du lässt mich staunen ... Du machst nicht nur tolle Fotos, nein, auch kannst Du gut malen. Ein Mann mit mehreren Talenten ... da könnt man ja glatt neidisch werden :-) Wirklich ohne zu übertreiben: Hut ab!
Wenn man genau so gut malen kann wie fotografieren, dann hat das enorme Vorteile. Das Licht stimmt, braucht keine hohe Iso, Bewegungungsunschärfe kommt nicht vor, nicht wetterabhängig. ;-)