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Da hier bereits EINIGE gelungene Aufnahmen der totalen Phase der aktuellen Mondfindsternis gezeigt wurden, will ich nicht noch ein weiteres Totalitätsbild zeigen, sondern stattdessen mal den eigentlichen Unterschied zum normalen Lauf unseres Erdtrabanten darstellen:
Viele Beobachter einer Mondfinsternis vergleichen die partielle Phase mit dem regelmäßigen Anblick der Mondphasen:
Rechts ist ein "normaler" Halbmond zu sehen, der am 25.01.2007 aufgenommen wurde; hier sind am scharfen Terminator (=Tag-Nacht-Grenze) sehr schön die Krater zu sehen, da das Licht der Sonne von der Seite auf den Mond scheint und große Schatten wirft.
Links dagegen ist die partielle Finsternisphase der aktuellen Mondfinsternis zu sehen: Man erkennt deutlich, dass die Krater nicht mehr so plastisch erscheinen, da das Sonnenlicht nun frontal von oben auf die Gebirge scheint und der Schattenwurf dabei nur minimal ist. Auch an der Tag-Nacht-Grenze selbst sieht man eindeutige Unterschiede: Zum Einen ist die Linie wesentlich diffuser und nicht so klar abgegrenzt, weil das Licht am Rand des Schattens durch die Erdatmosphäre etwas gestreut wird. Zum Anderen ist diese Linie deutlich gebogen; daran erkannte man früher u.a., dass die Erde eine Kugel ist, denn nur diese Körperform erzeugt immer einen runden Schatten. (Aristoteles 4. Jh.v.Chr.)
@Oliver: Das ist fast an allen Tagen möglich (außer bei Neu- und Vollmond); es kommt ganz darauf an WELCHEN Krater man genau sehen möchte, damit dieser dann in der Nähe des Terminators liegt.
Ein paar Highlights als Empfehlung: Langrenus am dritten Abend (nach Neumond), die Dreierkette Theophilus, Cyrillus und Catharina (am fünften Abend) oder natürlich Copernicus am neunten Abend. Neben den Kratern ist besonders am neunten/zehnten Abend das Juragebirge als "Goldener Henkel" gut zu beobachten.
Ich hoffe, das reicht erstmal als Beobachtungs-Anregung...?!
Clear skies,
Felix
Sehr schön fotografiert und vor allem sehr einleuchtend erklärt! Nicht jeder "Profi" hat diese Gabe! Danke Dir!
LG Peter
Ich habe die "Fälschung" auch mal probiert, allerdings nur mit einem 300er-Tele. Das Resultat nach einigen Fehlversuchen mit Blende, Belichtungszeit und so...
Spannender Vergleich!
Ich hab mich nämlich bei meinem Bild auch schon gefragt, aber fand irgendwie schon, dass es anders aussah. Konnte nur nicht genau benennen was. ;-)
Lg Iris
@Ludwig:
Ne, ne, diesmal war ich faul und konnte zuhause meine Gerätschaften aufbauen und vom Balkon aus beobachten, ohne erst viele Kilometer zu fahren. (Beim Mond ist ein pechschwarzer Himmelshintergrund zum Glück nicht so zwingend erforderlich wie bei anderen Astroaufnahmen...)
@all:
Vielen Dank für die Anmerkungen.
Gruß
Felix