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Keine Angst; wir reden nicht vom Nichtraucherschutz. Die Dame vom Volk der Roma hat ein wenig Weihrauch entzündet und steht vor der Tillakori-Medrese um sich ihren Lebensunterhalt zu erbetteln. Wer in Samarkand war, wird sie kennen. So schwer es diese Menschen auch immer gehabt haben mögen, es fällt Ihnen ganz offensichtlich nicht leicht sich irgendwo einzuordnen. Auch im Vielvölkerstaat Usbekistan, sind sie eine ungeliebte Minderheit. Ihren „Bettelplatz“ im Registan wird sie sich sicher nur gegen ein fettes Bakshish an die Polizei ergattern können.
Das einzige, was noch schwieriger ist, als ein geordnetes Leben zu führen: Es anderen nicht aufzuzwingen.
Marcel Proust
Schönes Bild und interessante Erklärungen... Es ist wohl so, dass die Roma in der modernen Welt immer weniger Platz finden... Ihre Lebensweise entspricht auf jeden Fall nicht dem eines modernen westeuropäischen Staates, Betteln, Klauen, Gelegenheitsarbeiten... das wollen die meisten Staaten nicht mehr dulden. Darum wohl die Rückschaffung von Romas aus Frankreich. Aber irgendwo müssen sie ja leben können. Ich erinnere mich als Kind war ich oft mit meinem Onkel und Tante in Südfrankreich unterwegs in den Ferien. Damals nannte man sie noch "Zigeuner" (was heute nicht mehr erlaubt ist). Ich bewunderte sie irgendwie, die Mädchen waren so schön mit ihren schwarzen Augen und dem langen Haar und tanzten oder sangen auf Campingplätzen am Meer. Sie wohnten in Wohnwagen, und einer ist damals abgebrannt, es war schrecklich. .. das sind meine Erinnerungen. Die Lady auf dem Bild lebt ja ganz woanders und gehört vermutlich zu einer anderen Roma-Gruppe. LG Eva
Ich sehe - einen Menschen... eine sympathische und sicher liebenswerte Frau. Bis heute verstehe ich die Zwietracht unter den Völkern nicht. Tür an Tür, und doch voller Argwohn. Und das gibt es überall...
Ein wunderbares Bild mit diesen verschiedenen Blautönen, und ein Nachdenkspruch von Proust, der mir ein paar Tage nachgehen wird.
LG, Annie
Ich verstehe meine beiden Voranmerkerinnen in ihrer Ansicht und hoffe, dass die Völker sich friedlich verständigen und miteinander leben.
Doch leider ist es in der Vergangenheit auf Dauer nie gut gegangen, wenn verschiedene Kulturen zusammen gelebt haben. Vor allem dann, wenn man auf seine Grundsätze beharrt und den anderen wegen seiner anderen Meinung als Feind betrachtet.
LG Peter
@Peter Kollmeier: Ich weiß ja, daß es nicht gutgegangen ist - ich verstehe nur nicht, warum. In Jugoslawien haben die verschiedenen Gruppen über Jahrzehnte zusammengelebt, friedlich - und plötzlich schlugen sie sich die Köpfe ein. Jahrelange Nachbarn wurden erbitterte Feinde. Mir ist schon klar, daß man Kulturen nicht gewaltsam zusammenpressen kann, aber daß es selbst dort nicht geht, wo man schon so lange nebeneinanderlebt, das versteh ich nicht und es macht mich traurig und hilflos.
LG, Nati
Nati E,
Das siehst du aber vollkommen falsch.
In Jugoslawien haben die verschiedenen Kulturen nur deshalb friedlich zusammen gelebt, weil der damalige kommunistische Diktator Tito sie dazu gezwungen hat. Nachdem der Zwang weg war, war das Chaos wie zu erwarten gross.
LG Peter
@Peter Kollmeier:
Es ist mir schon klar, daß das unter Zwang geschah. Aber die vielen Jahre des Zusammenlebens hätten doch bewirken können, daß Menschen in der Lage sind, die andern auch als MENSCHEN zu sehen, und eben nicht über die Volkszugehörigkeit, die Hautfarbe oder die Religion zu definieren....
VG, Nati
sieht fast genauso aus ! tobias ist mit dem fahrrad nach usbekistan gefahren, wurde dort von den "armen" leuten nur durchgefüttert ! die gastfreundschaft dort ist einfach grenzenlos !
s. wasserrad2010.de
@Eva Lea: wie du es sagst klingt so, als hätten es sich die Roma selbst gewählt, sich ihren Lebensunterhalt so zu verdienen, ganz so als würdest du meinen, diese Lebensweise gehöre einfach fest zu ihrem Roma-Wesen. Sorry aber das kann ich gar nicht gut heißen. Sie leben so, weil die Staaten keinerlei Bemühungen unternehmen, sie in die Gesellschaft zu integrieren, ihnen gleiche Chancen auf Bildung und Arbeit zu geben wie allen anderen, damit sie würdevoll leben können, ohne wie ein Straßenhund von allen Seiten getreten zu werden, weil ihnen das Klauen angeblich im Blut liege. Dass Frankreich sie ausgewisen hatte ist mit keinem Wort zu rechtfertigen, das war menschenrechtlich einfach nicht rechtens und da kann man gar nichts in Frankreichs Verteidigung sagen. Wenn Frankreich sich keinerlei Mühe geben will, sich ihrer anzunehmen, wenn kein Staat sich für sie verantwortlich fühlt und die Verantwortung bei wem anders sieht, nur nicht bei sich selbst, da sollte man sich nicht wundern, dass diese Menschen in der gleichen Situation bleiben. Das liegt ihnen nicht im Blut, sondern ist oft eine Notwendigkeit, weil keine andere Wahl besteht. Sie sind fahrendes Volk (was mittlerweile auch praktisch nicht mehr stimmt, denn die meisten sind längst sesshaft geworden), nicht weil sie es so mögen, sondern weil man sie nirgends in Ruhe lassen will! Gerade das Thema Roma und Sinti ist nun schon sehr alt und ich würde erwarten, das die Menschen es weniger oberflächlich behandeln.
LG L