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Schuhputzerjunge in Delhi (New Delhi Railway Station)
...und dann gibt es ja diese vielen, erbärmlichen Figuren,
die eine "höhere", weil lukrativere Arbeit verrichten,
eine Arbeit, die ihnen gar nicht zusteht, weil sie keine Ahnung haben
und weil sie unverantwortlich Handelnde sind.
Eine Arbeit, die sie machthungrig, geldgierig an sich gerissen haben.
Einen Job, der zum großen Teil nur noch von vollgekoksten
menschlichen Schweinen, die meiste Zeit im Sterne-Restaurant herumsitzend, inkompetent verrichtet wird.
Und den sie, selbst reich geworden,
eines Tages aufgeben,
viel menschliches Unglück hinter sich lassend.
Diese im Sterne-Restaurant Herumsitzenden
sind die wirklichen Versager der Gesellschaft.
Mir gefällt der Ausdruck des Schuhputzers, den das Foto vermittelt. Für mich spricht aus diesem Blick ein ungemeiner Stolz eines kleinen Unternehmers bei der Ausführung seines Geschäfts. Das wird aus unserer abgehobenen europäischen Sicht oft mit einer gewissen Arroganz unterschätzt und deswegen ist es gut das es solche Fotos gibt.
LG Uwe
ja.
Ist diese Nähe, die "Spiegelung",
die man den Menschen gegenüber verspürt,
die man fotografiert hat,
nicht eine ganz besondere ? !
Eine wunderbare Liebe in großer Distanz? !
ich meinte die nähe ist bei bildern, insbesondere bei deinen immer besonders...
aber die fachleute hier, von denen es hier ja nicht wenige gibt +rofl+ die bezeichnen so ein bild als abgeschossenes knipsbild etc... ;-)
ich hätte große Probleme gerade mit der Perspektive, die schnell auch anders interpretiert werden könnte. Hier aber wird deutlich, daß beide in bestem Einvernehmen handeln und auch energetisch zumindest in diesem Augenblick verbunden waren. Ich habe Johannes' Fotografie nun lange genug verfolgt um ihm seinen Respekt vor den Menschen auch in solchen Szenen abnehmen zu können - und davor habe ich Respekt! Nur so geht es, nur so......
Mir gefaellt der Ausdruck des Jungens auch sehr. Schliesse ich mich Uwe voll an. Ich finde es gut wenn die Menschen noch Initiative ergreifen und auch in einem noch so demuetigem Job eine Ehre finden und ihn mit Inspiration ausfuehren koennen. Darum handelt es sich im Leben. Nicht nur zu tun was man liebt sondern auch das zu lieben was man tun muss.
Abgeschossenes Knipsbild? Was bedeutet das denn? Vielleicht kann mir mal jemand damitauf die Spruenge helfen. Bei diesem Bild handelt es sich doch um eine Dokumentation vom Feinsten, was ich sehr nachahmenswert finde
LG Heinz
so klein, so voller hoffnungen, zuversicht und offenheit..... ein ganz rührendes bild irgendwie von unser aller träume, hoffnungen und liebe. im grunde wären die welt schön, wenn sie so sein könnte, wie er sie da im moment erlebt und so wünschen wir sie uns ja auch alle, wir armen kleinen menschlein !
hast wirklich mal wieder alles mit äußerst liebevollem blick gesehen ! mich macht dein foto froh und traurig.....
@Olaf Rocksien:
Respekt.
Deine Worte "...Nur so geht es, nur so.....
"umschreiben in aller Kürze DIE Haltung Anderen gegenüber.
Respekt muss man sich nicht verdienen,
den hat Jeder in meinen Augen in die Wiege gelegt bekommen.
Um so erstaunlicher,
wie viele Leute dieses "Grundrecht" Anderen gegenüber missachten
und sich selbst gegenüber leichtfertig aufs Spiel setzen...
Ich freue mich sehr über Deine großartigen Bilder
und über Deine Philosophie,
sie stehen im Einklang. Nur so geht's.
Eine alternative Sektion wäre ganz simpel "Menschen bei der Arbeit" - Du gabst ihm Arbeit, er konnte was verdienen und wurde nicht nur mitleidig beäugt, daß er ja "nur" Schuhe putzt. Und ganz nebenbei - ein sehr gutes Portrait!
LG Kerstin
also, das bild finde ich als bild erstmal richtig klasse... aber ein irgendwie schlechtes gefühl beim lesen der kommentare kann ich doch nicht unterdrücken...
so schreibt heinz g.: Mir gefaellt der Ausdruck des Jungens auch sehr. Schliesse ich mich Uwe voll an. Ich finde es gut wenn die Menschen noch Initiative ergreifen und auch in einem noch so demuetigem Job eine Ehre finden und ihn mit Inspiration ausfuehren koennen. Darum handelt es sich im Leben. Nicht nur zu tun was man liebt sondern auch das zu lieben was man tun muss.
??? auch in einem noch so demuetigem Job eine Ehre finden und ihn mit Inspiration ausfuehren koennen ???
da frage ich mich, aus welcher perspektive er zu dieser feststellung kommt... würde er denn diesen job machen wollen, vor anderen knieend, auch noch fröhlich sein müssen, damit mensch lieber zu ihm als zum grantigen konkurrenten geht?
nee, ich weiß nicht recht... da wird für mich offensichtlich mit zweierlei maß gemessen...
Ich muss sagen, dass ich Kathrin Vitzthum zustimme. Ich weiß nicht warum, auf den ersten Blick hat mich das Bild irgendwie betroffen und ein bisschen traurig gemacht. Eben weil er so fröhlich schaut, bei dieser Arbeit, und weil man überlegt, wie vielleicht seine Zukunft aussieht. Andererseits wirkt das Strahlen ehrlich, die Augen lachen mit. Ich finde es sehr bemerkenswert, wie unterschiedlich so ein Bild wirken kann und was für eine Bandbreite von Emotionen angesprochen wird. Sehr interessant, die Kommentare zu lesen!
Für mich hat das Foto zwei Seiten, eine irgendwie unbekümmerte, unbeschwerte und irgendwie hängt doch ein Schatten darüber.
Besser kann ich es jetzt um diese Uhrzeit nicht mehr ausdrücken *schnarch* :-)!
Liebe Grüße
For this shoeshine boy es ist ein gross ehre to get photographed. In contrary to so many users here er hat surely kein solch problems wegen sein arbeit. Ist er froh hat possibillity to earn some rupees to contribute to the living of his family. He feels as business man not as beggar. His look is full of sympathy and joy. There is much less resignation und gejammere to find in India als in western countries.Obwohl leben ist unendlich more hard and rough. Aber gibt reincarnation und in next life maybe er ist ein famous movie actor in Bollywood or top manager in Tata Company :-)!
Was kann an einer sinnvollen Arbeit demütigend sein, wenn man sie gut zu machen gewillt ist?
Die Momente, in denen ich die Menschen hier nicht mehr verstehe, häufen sich.
Ich lasse mir immer die Schuhe putzen,
wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.
@ Uwe: Dass du das sagst, habe ich schon verstanden und dir klammheimlich zugestimmt. Auf deine Anmerkung bezieht sich mein Erstaunen wirklich nicht :-)
ein wirklich wunderbares foto... intensiv und nahe.
@alfons: "Was kann an einer sinnvollen Arbeit demütigend sein...." Wie wärs damit: wenn du vielleicht viel mehr drauf hast als Schuhe putzen, deine soziale Herkunft, deine ererbte Armut, deine Kastenzugehörigkeit oder ähnliche Gründe dir aber andere Chancen verwehren...
@Tom: Prinzipiell geb ich dir ja recht, nur sehe ich das nicht auf diesem Bild. Und bis auf die Kastenzugehörigkeit im engeren Sinne ist das was du anführst für mich kein indisches sondern ein allgemeines gesellschaftliches Problem, auch bei uns mehr oder weniger.
LG Uwe
und dann gibt es ja diese vielen, erbärmlichen Figuren,
die eine "höhere", weil lukrativere Arbeit verrichten,
eine Arbeit, die ihnen gar nicht zusteht, weil sie keine Ahnung haben
und weil sie unverantwortlich Handelnde sind.
Eine Arbeit, die sie machthungrig, geldgierig an sich gerissen haben.
Einen Job, der zum großen Teil nur noch von vollgekoksten
menschlichen Schweinen, die meiste Zeit im Sterne-Restaurant herumsitzend, inkompetent verrichtet wird.
Und den sie, selbst reich geworden,
eines Tages aufgeben,
viel menschliches Unglück hinter sich lassend.
Diese in Sterne-Restaurants-Herumsitzer
sind die wirklichen Versager der Gesellschaft.
@Alfons, auch Christa Ho.: Es gibt keine Arbeit, die demütigend ist? Ich glaube, dass kann man nur in einem Land sagen, wo man noch relativ selbstbestimmt entscheiden kann, was und wo und wie man arbeiten will. Aber auch hierzulande verschlechtert sich ja die Lage.
Zur Arbeit gehört nicht nur die Tätigkeit an sich, sondern auch, in welches Umfeld, in welche Bezahlung, in welches Verhältnis zu anderen Tätigkeiten, in welches Machtverhältnis sie eingebettet ist. Dazu gehört u.a. der Arbeitgeber, aber es gehören auch all jene dazu, die an dieser Arbeit partizipieren. Und das tun sie oft genug auf demütigende Weise, in dem sie die Arbeitsbedingungen schlichtweg ignorieren.
@Alfons: Dass du dir immer die Schuhe putzen lässt, wenn sich die Gelegenheit ergibt, heißt dann eben auch, dass du mit den paar Pfennigen, die dich das kostet, an diesen Verhältnissen nichts änderst, sondern sie vielmehr zementierst.
Ich hätte gerne eine Alternative parat, eine Lösung, aber sie liegt eben nicht auf der Hand.
@ Kathrin;
Ich putze auch meine Schuhe, wenn´s denn nötig ist, und das Klo auch. Kein bisschen demütigend ist das; unangenehm vielleicht, notwendig allemal.
Warum sollte es demütigend sein, es für andere zu tun?
Ich vermute du gehst auch hin und wieder essen, lässt dich bedienen und demütigst damit den Kellner :-)
Mit den Pfennigen, die ich für´s Schuhputzen bezahle, trage ich zum Lebensunterhalt eines Menschen bei und sorge so dafür, das der Schuhputzer nicht betteln muss, was er als demütigend empfinden könnte. Das mit dem Zement ist Quatsch.
Notwendige Arbeit ist niemals demütigend, die Arbeitsverhältnisse sind es sehr oft. Aber das ist eben etwas anderes.
@alfons: es ist eben nichts anderes... was ich meine ist, dass das eine vom anderen nicht zu trennen ist... du kannst die tätigkeit nicht unabhängig von den verhältnissen betrachten... und dein argument, mit den pfennigen würdest du ihn vom betteln abhalten, ist ein scheinargument... am besipiel der kinderarbeit wird das auch gern gebracht: wenn wir die kinderarbeit abschaffen, verlieren tausende von familien ihr einkommen... heißt das dann, man muss die kinderarbeit dulden?
jedenfalls, es geht nicht darum, keine dienstleistungen anzunehmen und vernünftig zu bezahlen oder jede personennahe dienstleistung als demütigung zu begreifen, aber es geht sehr wohl darum, sich nicht selbst in diesem verhältnis als jemand zu sehen, der gutes tut, weil er gutes meint...
Falsch !
Ich meine es nicht gut, halte mich nicht für gut, bin nicht gut.
Ich nehme eine Leistung in Anspruch und ich bezahle entsprechend den landesüblichen Normen gut. Das ist alles. Zum Glück denken viele so, denn andernfalls müssten Menschen wie der junge Mann auf dem Bild verrecken. So aber lebt er, kann sich ernähren und, wie man sieht, sich gepflegt kleiden.
Eigentlich ganz einfach zu verstehen. Er versteht´s auch und macht seine Arbeit keineswegs mürrisch.
Dass die Systemkritiker mit der Wünschelrute die besseren Menschen sind, weiß ich längst, und ich habe gelernt mit meiner Unzulänglichkeit, mit meinem falschen Bewusstsein, zu leben. Auch ich wünschte dem jungen Mann auf dem Bild, dass er eine Schule besucht statt Schuhe zu putzen, aber mit meinen Wünschen ist es so, dass sie einfach nicht erhört werden; wahrscheinlich unterscheidet uns das ja.
Falls es so ist, dann freilich genügt das Wünschen und man / frau kann sich die Pfennige sparen.
Zurück zum Bild: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass das korrekt belichtete Photo oben meine vielleicht etwas unterbelichtete Sichtweise rundum bestätigt :-)
Und ich habe mit meiner Titeländerung lediglich
- etwas frei, das gestehe ich -
den Jahrhundertpianisten Keith Jarrett zitiert.
Er meint in einem Spiegl-Interview in etwa,
dass die Bosse/Manager der großen Musikproduktionen sich besser
beim Sushi-Essen auskennen, wenn sie dummes Zeugs redend in Luxusrestaurants herumsitzen,
als bei Musik.
Für ihn die wirklichen Versager der Gesellschaft (wörtlich).
So ist das.
Nicht nur bei den Musikproduzenten.
Und ich bin auch kein guter Mensch, igitt!
Die sitzen doch im Vatikan rum.