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Plötzlich und unerwartet... vor mir diese Brunnenfiguren. Ich war neugierig um einen wegen seiner drastischen Darstellungen damals sehr umstrittenen Nürnberger Brunnen geschlendert, ohne viel darüber zu wissen, und plötzlich stand ich vor dieser Figurengruppe. Eine Skulptur wie ein Schlag in den Magen. Die Darstellung - ebenso furchtbar wie faszinierend - zog mich sofort in ihren Bann... und tut das noch heute... Was hatte sich der Künstler wohl dabei gedacht? Wollte er warnen, sich nicht nur auf einen sanften Tod irgendwann im Bett einzustellen, sondern auch auf einen brutalen, gewalttätigen Tod, plötzlich und unerwartet, vorbereitet zu sein? Der einen anspringt, fast genussvoll zu Boden ringt? Oder wollte er aufzeigen, dass der Tod nicht immer in altbekannter Gestalt kommen muss, dass er jederzeit in jeder Gestalt vor einem stehen kann, auch so wie hier in Gestalt einer Frau? Ich weiß es nicht... Stoff zum Nachdenken...
Lange später habe ich erfahren, dass der Künstler Jürgen Weber diesen Brunnen nach mittelalterlichen Versen des Dichters Hans Sachs über die Ehe gestaltet hat. In mehreren Figurengruppen werden Eheszenen - positive und negative - in deftig-drastischer Weise dargestellt. Unsere Gruppe hier zeigt ein Ehepaar, das nicht mehr in Liebe, sondern in Hass verbunden, sich bis über den Tod hinaus noch halbverwest mit Wonne an die Gurgel geht...
Das ist eine super Gestaltung von Dir. Der Brunnen selber ist ja schon beeindruckend aber wie Du hier dieses Detail herausgearbeitet hast ist klasse: Licht, Freistellung, Schnitt und auch der Rahmen sehr gelungen. Gratulation.
Gruß Detlef
Danke euch... war kein leichtes Thema... treibt mich schon lange um...
@Carsta: Es gab damals wahnsinnig Diskussionen um diesen Brunnen. Auch der Künstler selbst wurde massiv angegriffen. Aber heute ist der Brunnen akzeptiert, er gilt als der größte neuzeitliche Figurenbrunnen und eines der größten Kunstwerke seiner Art in Europa.
Ja, sieht richtig furchterregend aus !
Eine nachdenklich stimmende ``Ehe-Scene``.
Du hast diese Figurengruppe in gutem Licht fotografiert.
Sehr scharf !
Und ein sehr informativer Text vervollständigt das Ganze.
LG Erich
Du schaffst es immer wieder, solche "schwierigen" Themen sehr eindrucksvoll ins Bild zu bringen.
Zusammen mit Deiner Erläuterung macht es sehr nachdenklich...
Echt gewagt, was der Künstler sich hier ausgedacht und umgesetzt hat. Dass es darüber zunächst eine riesen Empörung gab, wundert mich nicht.
Wirklich herausragend deine Präsentation dieser außergewönlichen Skulptur. Sieht richtig klasse aus Horst!
LG Helga
huh... das stell ich mir schrecklich vor, dermaßen in hass mit jemand verbunden sein, "bis dass der tod euch scheidet"... und noch schlimmer aber: in gleichgültigkeit...
eine aufschreckende, aufrüttelnde figur, die du mit wort und bild fantastisch präsentierst... wow.
Ein ganz aussergewöhnliches Bild.......von dir ganz wundervoll präsentiert. Weniger Wundervoll ist die Aussage dieses Motivs......ein faszinierendes Bild, das nicht so schnell aus meinem Kopf verschwindet!
lg Silvia
frauen können auch ganz schön..... ;)) weiß ich von meiner arbeit! jedenfalls bin ich doch so erschüttert wie du und bin froh, dass ich schon im april geheiratet habe. wirklich stoff zum nachdenken. trotzdem ein schönes sanftes wochenende. ;))))
In jeder Hinsicht ein nachdenkenswertes Bild, das Du da verbunden mit interessantem Info-Text und eigener Anmerkung eingestellt hast.
Ausgezeichnete Bearbeitung, die den Eindruck des Grausamen noch verstärkt.
LG - Gila
das ging mir auch durch den kopf. ich habe mir das bild heute mehrere male angesehen und es sieht jedesmal mehr aus, als würden sie lachen. beide....nicht nur die frau.
als hätten sie freude an diesem mörderischen hass, der sie beide komplett ausfüllt.
weiter oben wurde schon geschrieben, dass hass ebenso wie liebe auf dem gleichen emotionalen niveau basieren. vielleicht ist wirklich irgendwann eine grenze überschritten, wo man hass und seine auswüchse als lebenszweck hat und sieht. bedrückende vorstellung....
silvie
Lieber Horst, es wurde hier schon sehr viel in sich gegangen. Mich hat Dein ausgezeichnetes Foto erst erschreckt. Nach dem Lesen Deiner tiefen Gedanken und den dazu gehörenden Informationen konnte ich mir die Szene schon ruhiger ansehen, und sie verlor ihren Schrecken. Wir müssen uns damit abfinden, dass es Gefühle und auch Taten wie die oben dargestellte im Leben gibt, und wir dürfen nicht aufhören Menschenliebe zu leben.
Nebenbei möchte ich noch auf die Radierungen von Dürer, Zeitgenossen und Vorgänger hinweisen, die an oben gezeigter Drastigkeit nichts zu wünschen übrig lassen.
Ich möchte Dir noch sagen, dass ich Dein Foto zusammen mit Deinem Text auf ein Extrablatt kopiert habe, damit ich es jederzeit abrufen und darüber nachdenken kann.
Ich danke Dir für die Mühe, die Du Dir mit dieser schon künstlerischen Arbeit gegeben hast; sie hat mein Denken bereichert.
Herzlichst Katjuschka
zu erst einmal möchte ich dir sagen, dass Du zu der sehenswerten Fotografie, die Du erstklassig bearbeitet hast, einen Kommenmtar bei gibst, der beim Lesen "unter die Haut geht" und zum Nachdenken, wenn man sich darauf einläßt, anregt.
In meinen Jahren als Eheberater habe ich in viele "Abgründe" zwischenmenschlicher Beziehungenen schauen dürfen und daraus für mich ein Fazit gezogen: Ich glaube, wir träumen davon einen Menschen zu finden, der ganz eins mit uns ist. Weder erfüllt sich der Traum, noch wird er vergebens geträumt; wer ihn nicht träumt, hat von der Liebe nie etwas erfahren.
Man muß etwas an sich und für die Liebe tun und zwar stets und beständig.
Mir fällt da ein Sinnspruch von José Ortega Y Gasset ein (ich hoffe ich "krieg ihn noch zusammen"); etwa so: "Es gibt eine Rettung, eine einzige, für die müde Seele: die Liebe zu einem anderen Menschen". Denn was ist schlussendlich Liebe anderes, als dass der Liebende die Seelenmitte des Geliebten zu seiner eigenen macht und beider Anschauungen zusammenfallen.
Oftmals lohnt es sich daran zu arbeiten; oder aber beim Arbeiten zu erkennen, dass es sich "lohnt" sich zu trennen ohne sich "zerfleischen" zu müssen, wie das Paar auf Deinem Foto.
Nun bleibt mir ja nur noch mich meinen Vor"schreibern" anzuschließen!
Das ist ein ganz wunderbares Bild!
Du hast es hervorragend bearbeitet und kommentiert!
Wie Manfred schon schreibt, es geht unter die Haut, ja, berührt die Seele.
LG M.
Mir kommt es eher so vor, als verwirklicht die Frau im Tode das endlich, was sie ihr Leben lang machen wollte, sich aber nicht getraut hat. Sozusagen "Rache im Jenseits".
Die Bearbeitung ist wirklich hervorragend.
Viele Grüße von Angelika
Ich habe oben im Text "noch halbverwest an die Gurgel geht" noch ergänzt "mit Wonne". Ich habe nochmal in Unterlagen zu dem Brunnen gewälzt, da fand ich diese treffende Formulierung. Man beachte nur die Zunge der Frau... ;-)
LG Horst
hier hast du ein gutes detail des brunnens gekonnt präsentiert.
auch ich bin schon drumrum gegangen und hab mir vor allem über die inschrift den kopf zerbrochen.
allerdings ist mir das thema "plötzlicher tod" nichts neues
früher habe ich jedes jahr im mittelalterlichen mystienspiel "Der Totentanz" mitgespielt. bei dem es auch um den plötzlichen tod ging.
"...weil mittendrin der tod kann kummen"
ist einer der sätze die mir bis heute in erinnerung geblieben sind.
Das ist ja ganz schwere Kost, die du uns da zeigst, aber mit einer ganz tollen Bearbeitung. Hut ab.
Ich wünsche dir und deiner Frau ein harmonisches und liebevolles Wochende.
LG Gerti
Es ist schwer, wenn man schon so weit ist, die Gesinnung wieder umzuwandeln.
Ich kann mich mit der Figur zwar nicht indentifizieren , aber ich kann es mir gut vorstellen, dass es so etwas gibt.
Jedenfalls hast du ein ganz ungewöhnlichrs, doch faszinierendes Bild eingesellt,
LG Traudel
@ Horst: Ich habe oben im Text "noch halbverwest an die Gurgel geht" noch ergänzt "mit Wonne". Ich habe nochmal in Unterlagen zu dem Brunnen gewälzt, da fand ich diese treffende Formulierung. Man beachte nur die Zunge der Frau... ;-)
LG Horst
Naja, der Mann sieht aber auch nicht gerade "unglücklich" aus! Auch seine Gesichtszüge verraten eine gewisse "Freude am Leiden und Hassen".
Das hast du wirklich wunderbar gemacht!
LG M.
Die Freistellung der Figuren ist Dir wirklich gut gelungen. Und wie immer bei Dir, gibt es reichlich Lesestoff zum Bild. Nicht nur Dein Text - nein, die ganze Diskussion.
LG, Günther
Hallo Horst,
das ist für mich das Schöne an der fc, immer mal wieder auf einen Menschen zu treffen, der nicht "nur" schöne Fotos macht, sondern sich auch für Hintergründe interessiert - und - diese an uns weitergibt. Danke dafür. :-)))
Saubere Freistellung gute Bearbeitung und prächtige Präsentation dieses Themas Hassliebe zeichnet dein Bild aus.
LG Hannelore
Danke für deine Anmerkung bei dem Bild der Festung Rosenberg in Kronach. *freu*
Horst, in gewohnter Weise Bild und Text einfach genial.
Nicht nur, daß das Foto sehr gekonnt dargestellt ist, auch deine Erklärungen zu deinen Fotos sind lobenswert.
KLASSE.
Die Dokumentation dieser drastischen Brunnenfiguren
und auch die teilweise sehr interessanten Anmerkungen haben mich sehr beeindruckt. Liebe und
Hass... so nah beieinander....das geht schon unter
die Haut. Da hast du mehr als ein gutes Foto gemacht,
Bildschnitt und Rahmen mit den darüberhinaus ragenden Figuren passen perfekt.
Eigentlich ein Galeriebild, aber die anonymen Contra-
Wähler hätten sicher wieder zugeschlagen.
LG marianne th
@Jürgen: Ich seh schon, zwei Seelen, ein Gedanke... ;-)
Ein Motiv, zwei Bilder... keins muss "besser" sein... es sind einfach zwei verschiedene Sichten, Interpretationen. Du hast dich auf das verzerrte Gesicht, die würgenden Hände konzentriert, hast sie durch den kräftigen Rahmen gewissermaßen fixiert. Ich dagegen hatte mehr den freien Fall ins Nichts im Sinn und versuchte das rüberzubringen... was ist nun "besser"... was "schlechter"...
Dieser Brunnen, diese Skulpturen - das ist schon eine äußerst eindrucksvolle Sache. Ich muss immer wieder mal hin, wenn ich in der Nähe bin...
LG Horst
Gefällt mir sehr gut, vor allem die Bearbeitung ist spitze ! Bin ja gebürtiger "Nämbercher" und gehe in meiner Heimatstadt nach wie vor gerne auf Fototour.
Die Arbeit von Horst ist nicht nur technisch ausgezeichnet ausgeführt, er setzt sich auch mit einem schwierigen Thema auseinander. Ein sehr beeindruckendes Foto.
Ich finde es gut, dass Hanne L. dieses Foto vorgeschlagen hat, denn es ist ausgezeichnet fotografiert und exzellent bearbeitet und vom Fotografen mit einem stimmigen Kommentar versehen worden, der unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt, bzw. anregen sollte.
Pro
viel Glück und liebe Grüße,
Helga und Manfred
Danke
für eure Meinung zu diesem doch etwas schwierigen Bild, für eure Anmerkungen, eure Gedanken, den zustimmenden und den kritischen, nicht nur hier, sondern auch in den Mails... mit euch macht Fotografieren Spaß!
LG Horst
herzlichen Glückwunsch zum Sternchen für d i e s e s Foto, für Deinen Kommentar dazu und im Besonderen für die Anmerkungen zu diesem Bild.
Wir freuen uns für Dich und mit Dir.
Hallo Horst, erstmal meinen Glückwunsch!
Jetzt bin ich doch schon sooo oft an diesem Brunnen vorbeigelaufen, aber glaubst du, ich hätte mal ein Bild gemacht? Natürlich nicht.
Ich will jetzt auch gar net mehr viel zu diesem Motiv schreiben, da ja eh schon fast alles gesagt wurde.
Nur soviel: Ich kann nur immer wieder meinen Respekt ausdrücken vor der Arbeit, die du immer wieder leistest.
Ich bin froh, dich auf meiner Buddyliste zu haben!
Viele Grüße Harry
Immer wenn ich an diesem Brunnen vorbeigehe, muß ich sofort an Dein Bild denken. Durch die Freistellung der beiden Figuren werden die Gedanken des Betrachters unwillkürlich an die Grausamkeiten des Lebens gerichtet.
Nachdenkliches Thema, gut in Szene gesetzt.
ein beeindruckendes, schaurig-schönes Bild! Klasse gemacht, vor allem Respekt für die tolle Freistellung (da bin ich zum Beispiel total die Niete;-)) und das Thema!
Und schon seit einigen Jahren. Sogar mit Sternchen. Dazu natürlich noch Gratulation nachträglich Horst.
Ja, Du hast eine der markantesten Szenen dieses beeindruckenden Brunnens vor dem weißen Turm fotografiert. Und das dann noch in so prägnanter und genial freigestellter Art.
Der Brunnen ist mir sehr gut bekannt. Die marmornen Einfassungen wurden in Ammerndorf bei einer Steinmetzfirma gelagert. Dort wurde der Brunnen auch in "Probe" immer wieder aufgebaut. Dürfte so 1983/1984 gewesen sein.
Ich hab dort häufig als Elektriker gearbeitet für diesen Betrieb.
War dort sehr spektakulär, das "Ehekarussel", und ist es bis heute. Ich bleib auch immer stehen und umlaufe ihn wenn ich in Nürnberg bin. Sind ja herrlich-markante Einzelszenen, die sich turbulent zu einem Ganzen fügen.
Und das ein Teil von ihm sogar in der Galerie zu finden ist finde ich klasse.
lg thomas
PS:
Das von mir hochgeladene Bild zeigt auch eine Figur eines Brunnens in Nürnberg. Das Bild habe ich schon vor ein paar Monaten aufgenommen. Ich hab mir dazu auch noch Notizen gemacht - aber verschlampert.
Er steht zwischen Fleischbrücke und Hauptmarkt. Dargestellt ist ein Boot (in dem wir alle sitzen) und es zeigt die Zwistigkeit unter den Menschen, die darin sitzen. Unten drin, ich musste für dieses Bild tatsächlich reinkriechen, der fotografierte Gevatter Tod.
echt krass die Darstellung und gut deine Bearbeitung
da fallen mir gleich die Plastinate von G. von Hagen ein
gut auch die Infos, wie es zu diesen Figuren kam *****
LG Karin
Ganz abgesehen, von den künstlerisch gestaltetem Werk
von Jürgen Weber..., es ist eine hervorragende Arbeit von Dir! Die Freistellung fantastisch und dieser 3-D Effekt durch die Rahmung, finde ich sehr gelungen.
LG
Elvi
Ehe...!!!...aber diese Darstellung ist schon beängstigend..um es mit Humor zu sagen
* plötzlich und unerwartet...wie Weihnachten*
man weiß ja nie was einen erwartet...liebe Grüße von Su
Beim stöbern stolpere ich zufälliengruppe braucht man nichts weiter zu sagen. Das ist schon weiter oben geschehen.
Die Fotografie dieser Gruppe und vor allem die Darstellung (Präsentation) finde ich absolut gelungen.
Für mich wird die Aussage der Gruppe noch einmal kräftig unterstrichen.
Gruß, Heribert
Hanne L., 24.11.2005 at 16:41h
Die Arbeit von Horst ist nicht nur technisch ausgezeichnet ausgeführt, er setzt sich auch mit einem schwierigen Thema auseinander. Ein sehr beeindruckendes Foto.