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Ein junges Mädchen steht vor der "Roten Flora" Modell für ihre türkisch-stämmige Freundin.
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Für das etablierte Hamburg ist die "Rote Flora" eine Provokation, ein schmerzender Pfahl im Fleisch saturierter Pfeffersäcke. Für die "eingeborenen" Söhne und Töchter des Schanzenviertels dagegen ist diese mit Graffiti übersähte Fast-Ruine Symbol für einen quick-lebendigen und einen mit wachem, sozialem Bewusstsein ausgestatten Stadtteil mit einer sehr aktiven, jungen Bevölkerung.
Nicht nur die drei (und mehr) Obdachlosen, die hier (siehe das Bild "hast ma ne Mark") seit Jahren ihre Schlafplätze haben, zeugen von dieser Geisteshaltung. Rund um die "Rote Flora" herrscht jenes lebendige Treiben, das man in anderen Stadtvierteln Hamburgs vergeblich sucht. Wohl kaum sonst findet man in Hamburg so viele kleine und große - und bei schönem Wetter stets überfüllte Straßencafés.
Doch Gefahr droht: Wie überall in reichen Großstädten zieht es inzwischen die Yuppies in das Viertel, und die Gefahr ist konkret, dass sie Mietpreise versauen und dass alte Häuser eingerissen werden, um für sie schicke Quartiere zu schaffen
Ich erinnere mich gerne zurück an meinen letzten Aufenthalt in Hamburg als ich - in New York "digital infiziert" - mit meiner Fuji Bridge losknipste was das Zeug hielt...auch im Schanzenviertel bei einem griechischen Gitarrenlehrer wohnte...seufz...wenn ich das so sehe sollte ich vielleicht doch dieses Jahr schon wiederkommen...?
Bei meinem ersten und bisher einzigen kurzen Besuch in Hamburg hat mir dieses Schanzenviertel am besten gefallen. Wirklich sehr lebendig.
Ich vermute mal, dass das Bild der Freundin entschieden anders ausschaut als deins. ;-) Mir gefällt hier die Einbeziehung der Umgebung sehr. Und auch das feine Schwarzweiß vermag zu überzeugen.
Danke für die Info und das Bild Christian...Leider habe ich diesen Ort nicht gesehen.Hätte auch gar nicht gedacht, dass es sowas in HH gibt. Die junge Frau posiert recht gekonnt, wie mir scheint. LG Arn d
sehr gutes S/W Foto.. wunderbare Kontraste.
Ich selbst kenne diese Gegend nicht.. wahrscheinlich kann man urteilen, wenn man dort war.
Das Modell finde ich sehr gut eingefangen und scheinbar hat sie sich nicht umsonst diesen Ort als Fotostanpunkt gewählt.
Der nachdenkliche Blick der jungen Frau passt bestens zum Text. Und ich fürchte auch das es passiert, mit den hohen Mietpreisen.
Mir gefällt's.
LG Marion
PS Habe die Hälfte meines Textes wieder gelöscht, das Thema ist so vielfältig. Das würde kein Ende nehmen.
:-)
ja so ist es leider, geld nimmt sich was es braucht.
das gute ist, das sich kreativität niemals ausmerzen läßt, weil es eigentlich unser urzustand ist. das leben findet immer einen weg.
zum aufbau des fotos, stimme ich mit alfons überein.
grüße, günther
ich überlege gerade, wie wohl das Foto des eigentlichen fotografen ausschaut, ob das hübsche Mädel nicht in diesem Krams von Dunkelheit völlig absäuft - in deinen Bild kommt sie sehr gut zur Geltung.
Ich finde schon, die Flora hätte es verdient, renaturiert* zu werden - also den alten Bestand zu pflegen und zu verbessern, als ihn so wie sie sich nun darstellt entwickeln zu lassen - Muss Szene und kluger Kopf mit Müll und Klebe vermauert werden?
Oder ist es dann schon wieder Juppie?
Die "Fabrik" damals war auch "empört bzw fortschrittlich im Multikulti" - die hat nie so ausgeschaut
Insgesamt ist das Thema aber in hamburg, wer baut wie und warum - oder wer reisst ab und warum - mit welchem "bürgernahem" Geleit.
Das Bild ist von der ganz besonderen Art: Fotograf fotografiert das Motiv/Model eines Nachbarfotografen. Daraus ergeben sich Schnittflächen, die eine ganz eigene Spannung haben. Das ist hier der Fall. Das Ergebnis ist sehr gut.
ah danke für bild 2a - ich schätze das wird der vater der deern eher akzeptieren - als deines -
wegen der zeichnung an der wand - das mädel steht ihr nämlich wenn auch bekleidet doch ziemlich gegenüber -
tja , auch diese traditionsreiche Ecke wird irgendwann verschwinden , sicherlich befinden sich schon Pläne in einer Schublade ... die Welt um uns wird immer cleaner und steriler , nicht nur der Pfeffersäcke wegen ! Das gewöhnliche Bürgertum strebt auch zu diesem sterilem Status !
Dies quirlige Leben in solcherlei Winkeln ist vielen ein Dorn im Auge , leider kursieren hier auch vielerlei Drogen ...
Wem will man es recht tun ?
Am ende nur dem , der zahlt !
Wir als Fotofritzen können sowieso nur das "Jetzt" festhalten ... drum genießen wir es !
gruß andreas
mir gefällt dein blick auf die junge frau und wie du durch deine perspektive, den ort zugleich zum thema machst.
das problem, dass du zur stadtentwicklung beschreibst, gibt es nicht nur in hamburg, sondern auch in köln.
lg renate
Die Flora ist zu einem Symbol geworden, und das macht die Auseinandersetzung mit dem Thema besonders schwierig, weil keine Seite gewillt ist, auch nur eine Handbreit von ihrer Position preiszugeben. Dabei ist das natürlich auch Thema in anderen Stadtteilen, St. Georg und Hammerbrook z.B., um mal zwei beim Namen zu nennen. Denn auch eine behutsame und sinnvolle Instandsetzung des Gebäudekomplexes wird dadurch blockiert. Natürlich muß darauf achtgegeben werden, daß Hamburg keine Yuppi-Stadt wird. Das hat ja auch wirtschaftliche Folgen, viele kreative Leute sind ja schon gegangen, nach Berlin z.B.. Und die Startups entstehen dort, in Hinterhofhäusern und Ateliers, die bislang noch preiswert zu haben waren. Das sind die Firmen und die Arbeitsplätze von morgen.
Liebe Grüße Klaus
...so wie ich lese, sehe, bist Du mit Deiner Großstadt sehr beschäftigt und hast eine besondere Ecke entdeckt und hier aufgedeckt. Ich war schon sehr lange nicht mehr auf Deiner Seite, da ich ja für eine Weile als Free-Member hier war und einige Buddys verloren habe. Na dann schicke ich Dir einen Gruss aus Hegau..... Carmen
So ergeht es momentan auch dem Tacheles-Kaufhaus in Berlin ... man sollte diese Kulturdenkmäler überdachen und als Gesamtkunstwerke der Nachwelt erhalten
Feines Bild wieder !