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Das sieht man nicht alle Tage
Geschiebespülung am Stauwehr Baierbrunn
Aufgenommen am 25.06.2009
Ich habe eine Email bekommen, dass der Isarkanal ab Baierbrunn vollständig abgeschiebert wird und das Stauwehr in Baierbrunn zur Geschiebespülung geöffnet wird. Das mußte ich mir unbedingt ansehen.
Die Isar, die zur Zeit eine Schüttung von ca. 300 Kubikmeter/Sekunde hat (3x mehr als normal), transportiert bei einem solchen Hochwasser bis zu 1000 Kubikmeter Geschiebe (Steine, Kies, Sand) pro Stunde . Dieses Geschiebe würde sich an den Stauwehren ablagern, da das Wasser dort nur überläuft. Deshalb wird in solchen Situationen das Wehr geöffnet und die gesamte Wassermenge am Fuß des Wehres in die Isar ausgeleitet. Über den Isarwerkkanal fließt dann nichts mehr.
Ich bin schon auf die Kiesberge gespannt, die nach dem Rückgang des Wassers auf der anderen Seite des Wehres im Flußbett bis Grünwald anzutreffen sind.
Ich hatte am Georgenstein eine nette Unterhaltung mit einem Mitarbeiter von E.ON-Wasserkraft. Er hat hier aufgepasst um Schlauchboot- und Kajakfahrer zu warnen, die trotz des Hochwassers auf der Isar unterwegs sein könnten. Letztes Jahr ist ein Schlauchbootfahrer gegen ein hochgezogenes Stauwehr gefahren und hat sich verletzt. Und nun saß der Mitarbeiter von E.ON am Georgenstein, bewaffnet mit Megafon und einen Rettungsring an einer langen Leine, um Boote an Land zu ziehen. Gott sei Dank kam keines.
@Susanne:
a)
Durch ein Gutachten aus dem Jahr 1998 (in Auftrag gegeben vom Wasserwirtschaftsamt München und der Landeshauptstadt München) wurde festgestellt, dass ca. 70% des Geschiebes vor oder im Sylvensteinstausee verbleiben. 10 - 20% verbleiben am Wehr des Tölzer Stausees und der Rest am Ickinger Stauwehr. Die relativ geringe Menge, die in die Isar nördlich des Ickinger Wehres gelangt, wird ausgespült und in die Isar verfrachtet, wo es auch hingehört. Vor dem Sylvensteinstausee gibt es ein Geschiebewehr, dass relativ viel Geschiebe noch vor dem Sylvensteinstausee zurückhält. Mehrere Zig-Tausend Kubikmeter werden so als Rohstoff für die Bauindustrie gewonnen. Die Wehre werden regelmäßig ausgebaggert.
b)Dazu hat Albert Einstein eine allumfassende Antwort gegeben. Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind. Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum ist er sich aber noch nicht ganz sicher ... :-)
lg Ludwig
Tolle Doku und auch sehr informativ. Lustig auch der Einstein Zitate der AnmerkerInnen. Und gelich noch eins drauf: Alles hat sich geändert, nur das menschliche Denken nicht.
LG