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Sehr schön mit diesem ausdrucksstarken Gesicht, passend zum Mahnmal. Sehr schöner Grautonverlauf. Aber die Ecke oben links muß unbedingt weg, stört ungemein.
Hallo Olaf, interessant, dass sie dich stört. Ich habe lange drüber nachgedacht. Wenn ich sie wegnehme, d.h. tiefer gehe, verliert das Bild an Tiefe. Ich denke, sie gehört dazu, sie gibt Orientierung. Wer will, kann scrollen. ;-)
Ich habe neulich noch ein schönes bei Klaus Kraiger gesehen. - Als Berliner zögert man meist, dort wo die ganzen Touristen rumspringen, auch zu fotografieren. Aber es fällt schwer, sich der Faszination zu entziehen.
hmm, ich habe jetzt bereits eine ganze menge dieser stelen-fotos gesehen und dieses hier ist sicherlich eines der besseren, dennoch werde ich den eindruck nicht los, daß entweder alle das naheliegendste fotografieren, oder dieses stelen-dings als "hintergrund" mißbrauchen. ein wirklich interessantes bild habe ich in diesem zusammenhang bislang leider nicht gesehen. und solange man kein schlüssiges konzept hat, um dieses stelen-dings sinnvoll zu interpretieren, würde es von reife zeugen, auf ein bild auch mal zu verzichten.
@ thomas - ich weiss nicht so recht. geschmäcker sind sicherlich verschieden, doch ich finde dass es schon einige sehr interessante bilder aus/mit dem stelenfeld gab. Das problem ist nur die menge der nichtsagenden bilder vom stelenfeld. es ist wohl das am meisten otografierte bauwerk was jemals in berlin stand. von daher bin ich auch, was stelenfeldbilder angeht ziemlich satt. da muss schon was richtig dolles kommen, damit mein blick auf diesen quadern haften bleibt. dieses bild hier gehört auf jeden fall dazu. es meiner meinung nach der gesichtsausdruck dieses mannes im feld, der das bild macht.
gute nacht,
juergen
Moin.
schön, dass hier offen diskutiert wird.
schön auch, dass es noch streitbare Bilder gibt.
Pierre und ich haben das bild im Vorfeld auch besprochen. Alle hier genannten Aspekte kamen dabei auch zur Sprache.
Das Stelenfeld ist schwierig. Es ist eben dies: ein Feld mit tausenden Stelen.
Was mir hier zusagt, sind die feinen Konturen, die Schattierungen, zu beobachten, dass gleich ausgerichtete Wände verschiedene Schattenflächen haben.
Dann mag ich den Mann - es ist im Übrigen ja eigentlich auch ein Streetfoto, denn die Person ist nicht gestellt.
Dann mag ich die beiden Kreuze auf den jeweiligen Giebelseiten der Quader.
Und: den Escher-Effekt der Perspektive.
Ich glaube nicht, dass Thomas Recht hat, wenn er meint, auf diese Aufnahme hätte verzichtet werden sollen - der Reife zuliebe.
Sicher sind WIR satt von dieser Foto--Location.
Aber nicht jeder Betrachter hat sie um sich.
Für den überwiegenden Teil der Menschen ist dieses Motiv völlig neu. Mal global gesehen. :-))
Auf Anhieb hat mich die Ecke links oben auch etwas gestört. Allerdings verstehe ich Pierre's Argument zu gut, dass das Bild durch Schnitt an Tiefe verlieren würde.
Ich bin mir nicht ganz sicher, um was es sich links oben handelt, es erinnert mich jedoch ein wenig an die Strenge der Fassade typischer NS-Architektur. So gesehen ist es vielleicht gar nicht uninteressant in diesem Kontext.
Ansonsten denke ich, dass Ines O. viele richtige Dinge geschrieben hat.
Das Bild mag ich, nicht zuletzt aufgrund des Gesichtsausdrucks des Mannes.
Ich schließe mich den positiven Kommentaren dieser Seite hier an, möchte aber nochmal zu der Ecke (ja, genau die) was sagen. Es ist richtig, daß man die Ecke nicht wegcroppen kann ohne das Bild zu "beschädigen". Ich würde sie kurzerhand wegstempeln. Das ist erlaubt, weil: 1. ich es erlaubt habe und 2. es der Bildaussage keinen Abbruch tut.
Guten Morgen allerseits!
Schön, dass hier so verschiedene Ansichten geäußert werden. Ich denke, für eine Schnittalternative gibt es gute Argumente, die ich auch nachvollziehen kann. Letztlich muss man entscheiden, ob die Szenerie noch einen Kontext zum städtischen Raum behalten soll oder nicht und ob die hinterste Reihe der Stelen für die räumliche Wirkung wichtig ist oder nicht. Eine Änderung herbeizuführen, wäre ja hier überhaupt kein Problem. -
Über den Einwand von Thomas Kösters habe ich nicht erst heute nachgedacht. Ich halte die Kritik, dass die Stelen meist nur Kulissenfunktion bei den Fotografen einnehmen für berechtigt. In nicht wenigen fc-Diskussionen habe ich mich mit Leuten auseinander gesetzt, die aus dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas Disneyland gemacht haben, Klettereien, Clownerien, Modeshootings etc. inklusive. Andererseits dient die Existenz dieser Stelen auch einer Selbstreflexion. Wie wir Deutschen mit diesem riesigen (Fremd-)Körper mitten im städtischen Raum umgehen, ob wir verdrängen oder annehmen, ob wir betreten oder gedankenlos reagieren. Letztlich spiegelt die Reaktion auf die Stelen auch ein Stück vom Reifeprozess und vom Bewußtsein der Deutschen wider. - Meine Meinung: Mittlerweile gehören die Stelen ganz selbstverständlich zu Berlin, so wie der düstere Teil der Geschichte zu uns Deutschen gehört. Wir müssen die Vergangenheit nicht mit betroffener Miene vor uns hertragen, aber wir sollten uns stets bewußt sein, dass man Geschehenes nicht ungeschehen machen kann. Schon deshalb sind die Deutschen gut beraten, kritisch und mit geschärftem Blick die vermeintlich unvermeidlichen militärischen Konflikte auf dieser Welt zu beobachten und kriegswütigen Staatslenkern ein beherztes Nein entgegenzurufen. - Insofern halte ich das Stelenfeld, das nicht nur in der fc, sondern auch sonst überall zu Diskussionen führt, für eines der herausragendsten Projekte und Ideen, die je in Deutschland entstanden sind. Und zum Schluß nochmal zu Thomas Kösters: Ich bin ganz sicher, auch die architektonisch-ästhetische Funktion des Mahnmals ist von den Machern beabsichtigt. Deshalb dürfen wir es nicht nur in unsere Stadtspaziergänge integrieren, sondern auch in unsere Fotografie - ohne, dass der erhobene Zeigefinger sichtbar ist.
Viele Grüße und herzlichen Dank für die rege Teilnahme,
Pierre
Klaus, ja auch ich! - Ein viel fotografiertes Motiv. Wenn auch nicht das meistfotografierte, wie jemand weiter oben schrieb. Das meistfotografierte Motiv Deutschlands ist das Brandenburger Tor (noch vor Neuschwanstein ;-)).
Wenn der Mann, den ich dort vorfand, nachdenklich ausschaut, schadet dies dem Bild nicht.
ich finde es interessant, wie unterschiedlich die Stelenbilder doch teilweise sind ... eben andere Sichtweisen ...
dieses hier finde ich ausgesprochen gut ... gerade weil ich es auch in Street einordnen könnte ...
der Blick des Mannes ...ja er hat etwas nachdenkliches, obwohl er wahrscheinlich mehr über den Fotografen nachdenkt, als über das Mahnmal ...
Deine Worte dazu Pierre kann ich nur unterstreichen
lg silvia
Eine gelungene Perspektive, die sich in meinen Augen durchaus von vielen Standard-Stelen-Fotos abhebt.
Aus den vermeintlichen Ähnlichkeiten bzw. Anonymitäten entwickelt sich bei näherem Hinsehen die Feststellung, dass doch jeder Stein einen Indiviualisten in Form sowie Licht- und Schattenwirkung darstellt - was durch die einzelne Person unterstrichen wird.
salut Josi
Ich finde die Aufnahme mehr als gelungen. Allerdings sind die Stelen hier m.E. mehr als graphisches Element genutzt als dass das Thema des Bildes noch etwas mit dem Mahnmal zu tun haette. Die Person wird in ein geometritsches Umfeld gesetzt und wirkt wie ein Fremdkoerper. Das macht sie wiederrum interessant.
Erinnert mich an diese Spielfilme in den 80ern, in denen Leute in ihre Computerspiele versetzt wurden.
Die Ecke oben links stoert, finde ich, weil sie nicht zur totalen Abstraktion des Arrangements passt.