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Wenn die Tage immer kürzer werden, der Wind immer heftiger bläst und die ersten
Nachtfröste einsetzen, dann neigt sich das Jahr langsam seinem Ende zu. Denn
nichts währt ewig, alles hat ein Alpha und ein Omega. Doch bevor es soweit ist,
entfaltet die Natur noch einmal ihre ganze Pracht, zeigt uns das Licht, was wir das
Jahr über kaum wahrgenommen haben.
Am Anfang war noch nichts, nur Eiseskälte, dann die ersten zarten Knospen, denen
die wärmende Frühjahrssonne das Leben einhauchte, bis das junge saftige Grün
unser Herz erfreute. Die Tage des Sommers, brütende Hitze, Blitz und Hagelschlag
gut überstanden, und nun der Herbst, die Symphonie der Schöpfung, das große
Finale. Klare Luft und satte Farben, von den Strahlen der Sonne wunderbar beleuchtet.
Früh morgens, wenn der Tag noch jung ist und andere noch im warmen Bette
liegen, dann gehört er mir, mir ganz allein: mein See. Still liegt er da und ruht
sich aus. Kein Windhauch, der die Ruhe störte, kein Tropfen, der den Spiegel
zerbräche. Nur das entfernte Rauschen eines Wasserfalls ist noch zu hören. Ich sitze
auf meiner Bank und nehme diesen Anblick in mich auf. Ich atme den tiefen Frieden,
der von ihm ausgeht. Wie lange? Eine ganze Stunde lang, oder zwei oder drei?
Manchmal brauche ich solche Augen-Blicke der kreativen Stille, nur für mich und
ganz allein. Manchmal brauche ich den Abstand von allem, was mir auf der Seele liegt
und das Herz bedrückt, was mich Tag und Nacht beschäftigt und nur selten zur Ruhe
kommen lässt. Schließlich kehre ich zu euch zurück, dieses Bild im Gedächtnis und
mit dem erneuten festen Vorsatz, mich nicht mehr von Dingen treiben zu lassen, die
nicht wirklich wichtig sind. Dieses Mal muss es gelingen.
Robert Bauer
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Nachtrag: Der "Fotograf" links unten heißt übrigens Iris Richter .
Hallo Robert, Da hast Du eine wunderbare Herbststimmung im See festgehalten. Der Fotograf gibt eine Idee von dem was wir alle suchen. Den besten Blick auf unsere Welt ,-) Gruß Dieter
Klasse !!
erinnert micht an Deine "älteren" Landschaftsaufnahmen, wie Die Person hätte ich weggelassen - den Größenmaßstab brauchts hier nicht (@Joachim: da man die Verhältnisse anhand der Bäume leicht einschätzen kann), aber das ist halt Geschmackssache.
Ich würde auf die Fotografin auch nur sehr schwer verzichten wollen. Dadurch kommt wirklich der Größenvergleich wunderschön zur Geltung. Die Bäume alleine wären als Indikator zu wenig.
Foto und Text in Verbindung sind ausgesprochen treffend - Du verrätst uns wahrscheinlich nicht, wo wie "Deinen" See finden können? ;-))
Ach ja - das Bild selbst - ich bin sprachlos!
LG Margit
Oh... ich wusste gar nicht, dass ich so klein bin ;-)
Die Spiegelung ist einfach fantastisch, und der Bildaufbau mit dem Zweig im Vordergrund gefällt mir sehr gut.
Ein ganz besonderer Ort... und dein Text dazu spricht Bände.
L.G.
Iris
(P.S.: Und auch hier noch einmal happy birthday... du wirst hoffentlich schon tüchtig feiern ;-)
@ Iris: Wenn du dich auch noch duckst ... dann bist du sogar noch kleiner als ohnehin. *grübel* ... heureka ... Ich glaub, ich hab ein Bildle, das bist du besser zu erkennen. Was meinscht, soll ich ... :-))))