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Der Löwenzahn ist eine der Pflanzen mit den meisten Volksnamen. Die oben genannten sind nur eine kleine Auswahl; es soll über 500 Bezeichnungen für ihn geben!
Sein lateinischer Name geht auf "tarakshaqum" aus dem Arabischen zurück und bedeutet: bitteres Kraut.
"Bettpisser" weist auf seine harntreibende Eigenschaft hin; "Bayrischer Enzian" ist die spöttische Bezeichnung für die überall häufige Pflanze, "Brummer" nannte man ihn, weil sich aus den hohlen Stängeln Blasinstrumente herstellen lassen; "Hahnenspeck", weil die Blätter von Hühnern mit Vorliebe gefressen werden; "Schäfchenblume" nach dem "wolligen" Fruchtstand; die "Pferdeblum" wurde als Pferdearznei verwendet. Vom "Kuhscheiß" kriegen Kühe von großen Mengen Durchfall... "Blindblume", weil man glaubte, daß die Fruchthaare des Löwenzahns blind machen, wenn sie ins Auge geraten... "Franzosensalat" schließlich steht im Zusammenhang mit der seit Februar 1871 in der Schweiz internetierten Franzosen der Boubaki-Armee, die den verachteten Löwenzahn zu würdigen verstanden... Weil die Juden im Mittelalter durch die gelbe Farbe gekennzeichnet waren: "Judenblume". Das sind nur einige interessante Tatsachen um die volkstümliche Namensgebung...
Wenn man sich mit Löwenzahn den Körper einrieb, erfüllte sich nach altem Hexenglauben jeder Wunsch.
Die Indianer Nordamerikas rauchten die getrockneten Blätter bei ihren schamanischen Ritualen. In der Nacht vor Allerheiligen (Samhain) (Halloween) gehört Löwenzahn zum sogenannten "Samhain-Ritual" mit Weissagungn undTotenbeschwörungen.
Sieben Wurzeln, die an St. Bartholomäus vor Sonnenaufgang gegraben wurden, trug man einst in einem Säckchen als Amulett gegen Augenleiden.
Als Signaturpflanze sollte er mit seinen gelben Blüten die Gelbsucht heilen. Sein Milchsaft heilt heute noch Warzen und er ist in der Küche hervorragend für die Blutreinigungskur im Frühjahr. Schon im 11. Jahrhundert berichteten arabische Ärzte von seiner heilenden Wirkung; heute wird Extrakt des Löwenzahns bei Leber, Gallen, Blasen und Nierenleiden und Gelenkerkrankungen verabreicht .
Goethe betrachtet in der "Spiraltendenz" den aufgeschlitzten Stengel : "Wenn man die Stiele des Löwenzahns an einem Ende aufschlitzt, die beiden Seiten des hohlen Röhrchens sachte voneinander trennt, so rollt sich jede in sich nach außen und hängt im Gefolge dessen als eine gewundene Locke spiralförmig gewunden herab, woran sich die Kinder ergötzen und wir dem tiefsten Naturgeheimnis nähertreten."
In der Küche ist er vielfältig verwendbar - wenn denn schon als "Un-kraut" gejätet - nicht wegwerfen, sondern aufessen! Ob angerichtet wie Blattspinat, im Salat, als schmackhafte Suppe mit Brennesseln zusammen, als Beigabe zum Kräuterquark, die Blüten als eßbare, wunderschön dekorative Zierde im Wildsalat oder gedünstet als Füllung ins Omelett... es gibt unzählige Rezepte.
Löwenzahn bietet auch reichlich Nahrung für Insekten!
Würde man ihn unvoreingenommen betrachten,
ist er - als sogenanntes "Unk-kraut" verpönt, eine wunderschöne Pflanze!
Löwenzahn zierte einst die Rückseite des alten 500-DM-Scheins...
Ein DICKES kompliment Anja, so wunderschön, strahlend und KLASSE.
Danke fürs info, wieder was gelernt.
Ach wir wünschen euch ein strahlendes und super Wochenende.
LG AD
Ein Traum in ° G E L B ° mit super Schärfeverlauf!
Mit dem Text bin ich in der Mittagspause leider etwas überfordert, aber die Aufnahme ist dafür wunderschön! :-)
VG Ute
da gab's jetzt aber viel Wissenswertes zu dieser klasse Aufnahme. Herzlichen Dank. Nun betrachte ich ihn aus einem neuen Blickwinkel. Eine schöne und interessante Pflanze mit einer wahnsinns-Leuchtkraft.
LG Marianne