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Bei diesem Betrieb (Vorläufer der S-Bahn) mußte der Heizer ALLES machen. Im Schubbetrieb gab der Lokführer vom Steuerwagen aus ein akustisches Signal an den Heizer, der auf der Lok war und dann den Regler öffnete. Dafür bedurfte es einer speziellen Reglerberechtigung. Ansonsten war er für die Überwachung des Betriebes der Lok (Feuer, Kesseldruck etc) zuständig. Der Lokführer kümmerte sich dann 'nur noch', neben der Streckenbeobachtung, um das ordnungsgemäße Bremsen. Die 65 013 - 018 waren für diese Steuerung entsprechend ausgerüstet.
Bei der Zuggarnitur habe ich nie erlebt, dass die Lok auch mal ihre Stirnseite in den Wind halten durfte.
Die 65 018 ist heute noch in betriebsfähigem Zustand in den Niederlanden erhalten.
Negativ-Scan, Aufnahme von 1965
Und schon wiederentdeckeich Dinge, die längst verschwunden sind. Nicht nur der Wnedezugbetrieb auf der N9, wie die heutige S9 mal hieß, ist Schnee von gestern. Sondern auch die Wasserkräne sind seit dem Ende der Dampflokzeit längst verschwunden und recycled worden.
Was aber am meisten verwundert, ich erkenne die Lok nicht wieder. Daß die Lok für Wendezugbetrieb eingerichtet ist, zeigt die Kupplung für die elektische Steuerleitung ganz deutlich. Aber schauen wir uns die Pufferbohle mal genauer an. Jeder weiß, daß man im Wendezugbetrieb 4 Schlauchanschlüsse haben muß. Neben der Hauptluftleitung (HL) ist auch eine Hauptluftbehälterleitung (HLL) nötig.Aber was sieht man? Man sieht nur zwei Schlauchkupplungen. Also kein Wendezugbetrieb? Doch! Aber diese Lok ist eine Ausnahme: Man hat einfach Material gespart.
Dann will ich noch ein kleines Rätsel aufgeben. Wer weiß, was diese merkwürdige Dose unterhalb der Betriebsnummer ist? Leute vom Fach werden gebeten, sich zurückzuhalten.
@blind lense
wie immer, fundierte Zusatzinfos!! Danke dafür.
Dein Rätsel jedoch möchte ich etwas leichter lösen lassen, indem ich darauf hinweise, dass es weder der früher oft benutzte Henkelmann noch eine Werkzeugdose mit Flickzeug und Ersatzventilen ist ;-)))
Viel Spaß
Gruß BP
Kann sein, daß ich danebenliege, aber das müßte die Rangierfunkantenne sein.
Tja, und warum sollte man sich die beiden zusätzlichen Luftleitungen nicht sparen, wenn man die Maschinen konsequent rauchkammerseitig an den Zug kuppelt?
65 018 ist mir in ihrem späteren Leben, beheimatet in Limburg und danach in Darmstadt, noch oft begegnet.
Denkwürdig damals auch die DGEG-Abschiedsfahrt mit 65 001 und 65 018 von Frankfurt über Niedernhausen und Wiesbaden über die Eiserne Hand nach Bad Schwalbach und Zollhaus im März 1970...
VG Tom
Vielen Dank in die Rätselgemeinde. Hier die Auflösung.
Eine Rangierfunkantenne an dieser Stelle wäre nicht sonderlich wirkungsvoll gewesen. Sie scheidet als Möglichkeit daher aus.
Wir sehen das verschlossene Ende eines durchgehenden Rohres, was zur Ablage des Schürwerkzeuges dient. Tenderlokomotiven haben bei kleinem Rost diese Werkzeuge an der Rückwand hängen. Bei größerem Rost liegen sie auf den Wasserkästen. Da besteht aber eine hohe Unfallgefahr, vor allem, wenn das Führerhaus nach hinten keine Öffnung in Form einer Klappe oder ähnlichem hat. Deshalb hat man hier ein Rohr zur Aufnahme des Werkzeugs geschaffen. So wie es bei den Schlepptenderlokomotiven üblich ist.
Eine schöne Aufnahme aus Essen Hbf. Der Mann am Wasserkran scheint knapp einer Dusche zu entgehen. Die "Dose" an der Rückseite der Lok kenne ich, da könnte ich einen Fotolink druntersetzen mit der Lösung - verrate aber nich nichts.
Interessant finde als Essener, dass neben dem Postscheckamt zum Aufnahmedatum schon der erste RWE-Klotz am Bismarckplatz zu sehen ist.
Lok und entsprechende Umbauwagen ließen sich heute noch vor Ort arrangieren, aber der Wasserkran ist Vergangenheit.
VG Thomas