This is a pay function
If you are already a paying member you can use all the features of the fotocommunity from 4€ per month.
  • Read and write in all forums
  • look at nude pictures
  • take part in the gallery-voting
  • upload up to 30 pictures per week
> Become a member now
 

Schloß Übigau by KAROD

Schloß Übigau


by 

Post a new QuickMessage
31.01.2008 at 7:43h
, License: All pictures © by the senders.
... ist ein zweigeschossiger Barockbau am Elbufer mit offener Bogenhalle an der elbseitigen Front des Obergeschosses und Figurengruppe mit sächsisch-polnischem Wappen, errichtet 1724-1726 durch Johann Friedrich Eosander für den sächsischen Kabinettsminister Jacob Heinrich von Flemming (1667-1728). Bereits kurz vor der Fertigstellung beschloss der Graf, den bestehenden Kernbau um eine zweigeschossige Bogenhalle zu erweitern.
Das benötigte Grundstück wurde durch Enteignung der Bauern Rumpe, Adam, Wirthgen und Vogel gewonnen.
Die Anlage besaß einen reich geschmückten französischen Park mit zwei Torhäusern zur Landseite, vier Pavillons, Wirtschaftsflügel, Orangerie und Springbrunnen. Die zweiflüglige Treppe zur Elbe bildete nach dem Schloss Pillnitz und dem Japanischen Palais eine dritte Anlegestelle für Gondeln des Hofes. Noch während der Bauarbeiten interessierte sich Friedrich August I. für das Schloss und erwarb es 1726, erweiterte die barocke Gartenanlage noch und nutzte es für glanzvolle Feste. 1753 fand ein militärisches Lustlager statt.
Friedrich August II. überlässt später das Schloss dem Grafen Sulkowski, dem Rivalen von Graf Brühl. (Einen interessanter Zeitbericht von 1777 finden Sie hier)
Schloss Übigau wurde von den Prinzen des Königshauses bis zum Ende des 18. Jahrhunderts oft als Ausgangspunkt für Jagden in die benachbarte Heide genutzt. Später richteten die Hofgärtner im Schloss einen Gasthof ein, der zu einem beliebten Ausflugsziel der Dresdner wurde.
Nach der Einquartierung napoleonischer Truppen zwischen dem 11. und 18. Mai 1813 wurde das Schloss mehrfach geplündert und verfiel zusehends. In Übigau wurde eine Holzschwimmbrücke für den Übergang der napoleonischen Truppen wieder hergestellt, nachdem diese vorher von den Russen angezündet wurde.
1831 versteigerte der sächsische Hof das Schloss Übigau an den Amtszimmermeister Siemen. Er brachte das Bauwerk wieder auf Hochglanz. Von da an begann eine neue Zeit für das Schloss. 1838 kaufte die "Aktien-Maschinenbauanstalt-Gesellschaft zu Übigau" das Schloss und errichtete an der Nordseite eine Fabrik zum Bau von Dampfmaschinen aller Art. Im Schloss kam die Verwaltung und Konstruktionsräume dieser Fabrik unter und in der ersten Etage befanden sich die Wohnräume von Johann Andreas Schubert.
Das Schloss diente im 19. Jahrhundert auch einer Dampfmühle, einer Branntwein- und einer Papierfabrik, welche jedoch 1875 abbrannte. 1854 bis 1886 wurde das Schloss von der Familie von Oppen bewohnt. Von 1886 bis 1921 betrieben Pächter im Schloss die "Schloßschänke Uebigau". Um 1900 befindet sich das Schloss im Besitz der Dresdner Maschinengesellschaft und Schiffswerft AG, in der ein Teil der jetzt schon fast 2000 Übigauer arbeitete.
1930 übernahm der "Zentralverein für Arbeitersport Dresden 1885 e.V." Schloss Übigau von einem Grundstücksspekulanten und Abbruchunternehmer und rettete es damit vor dem Abriss. Laut Grundbuch wurde der Verein zur Hälfte Miteigentümer des Schlosses. Hier kamen Büros unter und der Verein nutzte das Schloss für eigene Festlichkeiten, bis 1933 die Nazis den Sportverein auflösten. Eine Dampfkesselbaufirma nutzte wieder das Gebäude bis zur Enteignung 1948.
Bis in die 80ziger Jahre diente das Schloss mit den Resten des Parkgeländes dem "VEB Dampfkesselbau Übigau" als Verwaltungsgebäude. In den 70er Jahren fand sogar einige Male im Park das "Parkfest" mit Spielen und Tanz als ein kleines Wohngebietsfest statt.

DIE TRAURIGE GEGENWART (ZEIT DER SPEKULANTEN:

1993 wurde das Schloss bereits einmal an K.-P. Gaedecke verkauft, aber wegen eines Formfehlers war der Vertrag ungültig.

Seit August 1999 nun hat das Schloss wieder einen neuen Besitzer, der Unternehmer Dieter Schinz aus dem Heidelberger Raum. Dieser hat, nachdem im November 1999 endgültig die Kaufverträge rechtsgültig sind, konkrete Pläne für das nun schon unnötig stark verfallene Schloss.
Das Areal soll in zwei Schritten saniert und rekonstruiert werden. Das Gebäude kommt zuerst dran, es wird eine Wohnung und zwei bis drei Büroräume beherbergen, später folgt dann die originalgetreue Wiederherstellung der barocken Gartenanlage. Das Erdgeschoss und eventuell ein Teil des Obergeschosses sollen kulturell genutzt werden. Denkbar sind Ausstellungen, Konzerte und literarische Veranstaltungen im kleinen Rahmen. Auf alle Fälle wird das Schloss öffentlich zugänglich bleiben und damit einen weiteren Teil von Übigau architektonisch und kulturell aufwerten.

Der für Frühjahr 2000 vorgesehene Sanierungsbeginn rückt schon wieder in die Ferne. Wegen scheinbar formaler Unstimmigkeiten und Verhandlungen wegen des Kaufes angrenzender Grundstücke kommt es zu Verzögerungen.

Laut Ortsbeiratssitzung vom 9.5.2000 liegen wieder 2 Anträge von Interessenten für das Schloss Übigau vor. Es wird wohl eine endlose Geschichte ...?

24.01.2001 - Eine endlose Geschichte ... seit 10 Jahren verfällt das Übigauer Schloss. Nachdem nun wie gewünscht der Eigentümer Schinz als potentieller Investor das Schloss und angrenzenden Grundstücke auch mit Unterstützung der Stadt rechtskräftig erwerben konnte, passiert weiterhin nichts. Schinz sieht sich zur Zeit nicht in der Lage, Konkretes zum Fortgang wie Baubeginn oder spätere Nutzung etwas mitzuteilen. Das Gebäude verfällt weiter, äußerlich wurde nichts getan, Fenster sind eingeschlagen, der Putz bröckelt und überall wuchert Unkraut.

28.12.2001 - Das denkmalpflegerische Konzept des derzeitigen Besitzers des Schlosses, des Heidelberger Zigarren-Unternehmers Dieter Schinz bestach. Er wollte zügig sanieren. Arbeiten, Wohnen und die Kunst sollten einziehen. Später sollte der kunsthistorisch wertvolle Garten folgen. Das war im Frühjahr 2000. Anfang diesen Jahres gab es immer noch kein Sanierungskonzept, jetzt verweigert Schinz inzwischen jegliche Auskunft. Hoffentlich weist das Landesamt für Denkmalpflege als Baubetreuer Herrn Schinz auf seine Pflichten hin, ehe das Gebäude ganz verloren ist.

10. März 2002 - Seit einigen Wochen tut sich wieder etwas im Schlossgelände. Bäume werden gestutzt, Hecken gekürzt, Handwerker gehen im Schloss ein und aus. Sollten das die ersten Anzeichen sein, das die versprochene Sanierung beginnt?




22. Januar 2003 - Die Fällung der Bäume im Park des Schlosses Übigau im letzten Jahr durch den Eigentümer war illegal. Dies wird jetzt durch die Stadt Dresden geahndet.

8. Februar 2003 - Es scheint, als würde die 13jährige Leidensgeschichte des Schosses anhalten. Notdürftige Sicherungsmaßnahmen, vernagelte Fenster und ein Bauzaun um das Gelände zeugen nicht von den vor drei Jahren formulierten Nutzungsvorstellungen zum Thema Kunst und Wohnen. Das Landesamt für Denkmalpflege und Denkmalschutz hat kein Druckmittel gegenüber dem Eigentümer und ist froh über die dürftigen Sicherungsmaßnahmen.
Der Eigentümer selbst ist zu keinerlei Auskünften bereit. Studenten der Hochschule Zittau/Görlitz arbeiten wohl an einem Nutzungskonzept. Ende des ersten Quartals soll ein Treffen mit dem Eigentümer zum Arbeitsstand informieren. Das letzte Treffen war im Oktober 2002.


7. Dezember 2003
Auf dem Areal zwischen Schloss Übigau und dem früheren Kulturhaus von TuR bestimmt Bautätigkeit das Bild. Das Gelände wurde durch den jetzigen Eigentümer des Schlosses Übigau 2001 erworben. Neben Baggerarbeiten im Gelände erfolgt zur Zeit die Sanierung der elbseitigen Sandsteinstützmauer. Damit ist derzeit kein Durchgang auf dem Leinpfad unterhalb des Schlosses möglich. Jetzt kann damit nur die Hoffnung verbunden werden, dass das Ende der unendlichen Geschichte um das Schloss gekommen ist ...



8. Juni 2004
Bereits im letztem Jahr interessierten sich Helga und Jack van Horn von Posh Journeys aus Reno (Nevada in USA) für das Schloss. Ein potenter Käufer hatte Interesse am Schloss Übigau. Es gab auch einen Ortstermin, aber aus dem Investment wurde wohl dann doch nichts. Es wird aber für das Schloss auf folgender Seite http://www.poshjourneys.com
weiter ein potenter Investor gesucht:
"UEBIGAU - Dieses historische Schloss liegt am Fluss Elbe unweit des Zentrums der Stadt Dresden in Sachsen. Es wurde verkauft und befindet sich im Moment in Privatbesitz, aber der Besitzer könnte am Verkauf interessiert sein. Grundstück und Schloss benötigen eine umfangreiche Sanierung. Die Grundstücksgröße beträgt ungefähr 9.000 Quadratfuß (1m² entspricht ca. 11 Quadratfuß). Die Sanierung kostet zwischen 100-130 € pro Quadratfuß, Kaufpreis auf Anfrage."
16.06.05 - Das Schloss Übigau ist nicht mehr auf vorgenannter Seite im Angebot!

20. Juli 2005
Das Übigauer Schloss bildet nun offiziell mit der Übergabe der Ernennungsurkunde des "Dresdner Elbtales" in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten die westliche Grenze der etwa 20 km langen Strecke bis zum östlichen Ende in Pillnitz. Damit sind die Dresdner Bürger gefordert, ihrer Verantwortung bei der Wahrung des Kulturerbes gerecht zu werden. Leider hat man hier das Übigauer Schloss aus den Augen verloren.
Seit Jahren ist es dem Verfall preisgeben. Wechselnde Eigentümer haben lediglich Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Diesem Verfall wollen nun engagierte Übigauer nicht mehr länger zusehen. Deshalb gründete sich im Juni eine Bürgerinitiative, allen voran der Übigauer Heinz Scholz. Es fanden bereits zwei Beratungen statt. Neben der Bitte um Unterstützung an die Presse im Raum Heidelberg, dem Wohnort des jetzigen Eigentümers wurden Kontakte zu Interessierten und Verantwortlichen geknüpft. Nächstes Ziel ist die Vorbereitung einer Bürgerversammlung, um die Bedeutung des Schlosses nicht nur als Baudenkmal, sondern als Zeitzeugnis der Industrialisierung Dresdens hervorzuheben und dem Thema ein öffentliches Podium zu bieten. Verantwortlichen der Stadt Dresden soll zu diesem Anlass Gelegenheit gegeben werden, öffentlich zum Thema Schloss und Weltkulturerbe Stellung zu beziehen.
Den weiteren Fortgang der endlosen Geschichte des Schlosses Übigau kann man unter
http://www.schloss-uebigau.de
- Aktuelles
verfolgen!

Comments:





Klaus Kieslich, 31.01.2008 at 9:55h

Na,hoffen wir das dieses Kleinod erhalten werden kann
Gruß Klaus



Pedrofo , 31.01.2008 at 12:21h

na - dies sieht ja nun nicht gerade schön aus - meine das schloss - nicht dein bild.
vg
peter



Sascha aus HH , 31.01.2008 at 14:14h

Obwohl ich ein toteler "Marode-Fan" geworden bin, tut mir dieser Anblick weh. Das Bild ist vielleicht technisch nicht 1a, lädt dennoch zum Nachdenken ein. Ziel erreicht! LG Sascha
Warum hat... by Hansepixel
Warum hat...
by
27.1.08, 21:39
12 Comments



Sylvia Schulz, 31.01.2008 at 15:10h

erst einmal eine schöne Aufnahme, für mich hat dieses Schloss total unangenehme Erinnerungen, während der Oberschule mussten wir zur Erntehilfe und wohnten in diesem Schloss, ich war total erkältet und nach 2 Tagen noch kränker, die Räume kalt, Waschgelegenheit im Keller und nur kaltes Wasser,
trotzdem ist es interessant die Geschichte dieses Hauses hier bei Dir zu erfahren,
lg Sylvia



Bernd Wendorff , 31.01.2008 at 15:16h

Mich hat dieses Bild berührt und nachdenklich gemacht.

LG Bernd



Liba Radova, 31.01.2008 at 16:28h

beeindruckende Arbeit (zugleich mit dem Text)
LG Liba



Jürgen Gieren, 31.01.2008 at 16:32h

Kann mich da nur dem Klaus anschließen; ihr habt so viele interessante Bauten dort, die sicher alle erhaltenswert wären - aber das liebe Geld !
LG - Jürgen



Wolfgang Keller, 31.01.2008 at 18:15h

Das ist sächsische, europäische und deutsche Geschichte, vor allem aber ist es in der Nachwendezeit eine schlimme Geschichte. Dem Verein wünsche ich viel Glück!
LG Wolfgang



Wolfgang Heiligenhaus , 31.01.2008 at 18:24h

Hallo Rolf,
es gibt viele interessante Kulturdenkmäler. Sie zu fotografieren ist einfach, wie Du sehr gut bewiesen hast. Sie zu er- und unterhalten, ist dagegen oft ein großes Problem, wie Du ebenfalls hervorragend dokumentiert hast. Die Kernfrage bleibt, um es zeitgemäß mit einem Karnevalsschlager zu sagen:
" Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld...?"
VG Wolfgang H.



Erika Fröhleke, 31.01.2008 at 19:11h

whow...was für eine info...da muss ich mir erstmal zeit nehmen zum lesen...wird sicher interessant sein...so wie dein bild.
lg erika



KirGes , 1.02.2008 at 12:19h

Es leigt auf jeden Fall idyllisch. Einmal Aufgebaut würde es wieder im neuen Glanz einen jeden erfreuen.
Starke Aufnahme.
LG
Kirsten



F. Philipp , 2.02.2008 at 13:14h

Diese gelungene Impression zeigt sehr gut den derzeit beklagenswerten Zustand eines Baudenkmals und Zeugnisses der Industriegeschichte, macht aber auch Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist. Fotos dieser Art machen ja dieses Thema auf anschauliche Weise öffentlich.
Das ist u.a. auch das Ziel der Bürgerinitiative Schloss Übigau e.V., deren Mitglied ich u.a. bin. Wir wollen dazu beitragen, an diesem Zustand etwas zu ändern. Vielleicht gibt es dann auch Gelegenheit für optimistischere Fotos.
Wir suchen tatkäftige Unterstützung, mehr unter www.schloss-uebigau.de. MfG Frank



Wilhelm H., 4.02.2008 at 0:01h

Die Ansicht ist klasse, aber mehr Schärfe wäre gut
Lieben Gruß
Wilhelm



Gaby Darsow , 4.02.2008 at 14:31h

Ich kann kaum glauben,was ich grad gelesen habe.
Das stimmt nachdenklich!
Eine wirklich interessante Foto-Doku.
LG.Gaby



Hammehai , 8.02.2008 at 16:09h

Oje,da hoffe ich doch,das man es noch restaurieren kann,wäre ja schade,wenn nicht.


LG.Marita





 
Information about the photo
Tags
Link/Embed

Link for the following services: