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Schwierige Diagnose! Der Patient hatte über starke rechtsbetonte Oberbauchschmerzen geklagt ohne jedoch die typischen Zeichen eines akuten Abdomens zu zeigen. Nach weiterer Diagnostik wie Blutuntersuchung, Ultraschall und konventionellem Röntgen entstand langsam eine bedrohliche Verdachtsdiagnose: Verschluss einer wichtigen Eingeweidearterie.
Wir haben einen neuen Computertomographen in unserer Klinik, einen 64-Zeilen-Multislice-Scanner. Innerhalb weniger Minuten lieferte er die notwendigen Bilder in bestechender Qualität. Aus den Daten lassen sich sodann rotierbare 3D Modelle generieren (die der erfahrene Radiologe aber nicht benötigte). Man kann hier einwandfrei den Verscchluss der oberen Gekrösearterie (A. mesenterica superior) erkennen.
In einer nur knapp einstündigen Operation konnte ein ca. 5cm langes Blutgerinsel aus der Arterie entfernt werden. Der Dünndarm erholte sich und musste nicht reseziert werden. Ohne Operation wäre es zum Absterben den Dünndarmes gekommen, in der Folge sehr rasch dann zum Schock und zum Tod.
Nach langer Zeit wieder mal ein Upload von mir und dann noch nicht mal richtige Photos! Naja, meine Stereogespanne schwächeln ein wenig. Bei der Demonstration der CT-Bilder kam mir sofort der Gedanke daraus Raumbilder zu machen. Dank des überaus freundlichen und kompetenten Radiologen kann ich euch diese, wie ich finde, faszinierende und spannende Dokumentation präsentieren. Die Bilder sind durch Rotation um 2° entstanden.
Hier noch eine schnell zusammen gezimmerte Anaglyphe
Bin begeistert Hubert! Der Pfeil ist das kreative i-Tüpfelchen ;-)
Schade, dass hier keine gif's mehr möglich sind:
Ein Kreuzblick-cine dieser Untersuchung wäre der Hammer! Den Steff teilst Du Dir aber gerecht mit dem Radiologen! ;-)
Dramatische Story mit Illustration!
Da schaue ich mir doch gleich mal eine Folge Dr. House an...
Für einen Award möchte ich mehr aus der Kategorie
sehen - Du scheinst ja einen heißen Draht in die
Radiologie zu haben.
Gruß, Sascha
210 Tage lang warten hat sich anscheinend gelohnt ...
Äußerst interessanter Einblick und Geschichte dazu. Glücklicherweise scheinen die Tage der schädlichen Röntgen-Stereos endgültig gezählt ... :-)
Obwohl Du ja schon alle Fünfe beieinander hast, hier noch ein Nachschub:
Vielen Dank euch allen für die Kommentare und Nominierungen. Dem Radiologen habe ich euer Lob schon weitergereicht. Ich gehe davon aus, dass es wohl auch in Zukunft möglich sein wird besondere anatomische bzw. pathologische Spezialitäten zu präsentieren. Es gibt noch das Kontroll CT von gestern, darin kann man die wieder durchgängige Arterie erkennen. Vielleicht kann ich das ja noch nachreichen.
@ Sascha
Für Dr. House, den genialen Diagnostiker, ist ein Mesenterialarterienverschluß wohl Peanuts und klinischer Alltag. Für mich war der Bereitschaftsdienst vom vergangenen Samstag allerdings ziemlich aufregend.
@ Tobi
Radiologie-Schwestern heißen korrekt MTRA (Medizinisch-technische Röntgenassistentin), ollet Schandmaul ;-P
@ Matthias
Den Verschluß erkennt man einfach daran, dass das Gefäß nicht weiter zu verfolgen ist, es reißt einfach ab. Die Farbgebung ist in der Processing Software implementiert (Man kann die Arterien auch schön Rot darstellen und die arteriosklerotischen Plaques gelb)
@ Roland
Huch war es schon so lange her??? Die Tage der schädlichen Röntgenstereos sind nicht gezählt, denn so ein CT besteht aus vielen vielen schädlichen Röntgenbildern.
So, jetzt läßt mich die FC wieder etwas länger anmerken, das Problem scheint behoben.
Sehr interessante Geschichte mit erfolgreichem Ausgang. Da hat der Patient Glück gehabt, dass Ihr den neuen Computertomographen anschaffen konntet.
Und wir haben das Vergnügen Einblick in das innere des Menschen zu nehmen.
Das rotierbare 3D-Modell macht sich bestimmt auch gut!
Konntest Du verschiedene Winkel bestimmen und als Einzelbilder herausnehmen?
Auf jeden Fall faszinierend! Das Kontroll CT würde ich gerne noch sehen.
Wieso schwächeln denn Deine Gespanne? Diagnose schon gestellt?
Ich hoffe, Du hast im Mai Zeit nach Hanau zu kommen.
Liebe Grüße von Silke und William
@ Silke
Der Patient hat ganz sicher Glück gehabt. Die beste Technik nutzt jedoch nichts, wenn der entsprechende Arzt Krankheitsgeschichte, Beschwerdebild und seine bisher erhobenen Befunde nicht zu der richtigen Verdachtsdiagnose zusammensetzt. Die Bildgebung erleichterte uns die Entscheidung zur OP. Hätten wir das CT nicht gehabt, wäre eine DSA (Digitale Subtraktionsangiopgraphie) angefertigt worden. Eine aufwendigere und für den Patienten deutlich belastendere Methode. Hätte auch die DSA nicht zur Verfügung gestanden, wäre dennoch operiert worden (allerdings mit der Möglichkeit, eine Fehldiagnose gestellt zu haben).
Ich werde morgen nochmal den freundlichen Kollegen ansprechen bzgl. des Kontroll CTs.
Mein Canon Gespann leidet an Funktionsausfällen nach dem letztjährigen Bad in der Nordsee. Das OLy Gepann ist einfach sehr unhandlich schwer und verbraucht eine Unmenge an Akkus.
Für Hanau sieht es ganz schlecht aus. Heute Nachmittag habe ich erfahren, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit an Himmelfahrt und Pfingsten Dienst tun muss >:-(((
Dramatische Geschichte, Hubert! Vor fünfzig Jahren wäre der Patient wohl eines qualvollen Todes gestorben, möge ihm diese Komplikation zukünftig erspart bleiben!
Die Farbgebung ist nicht so ganz mein Ding, aber das ist Geschmackssache, Hauptsache ist: Wer hilft, hat Recht!"
Viellecht gelingt´s Dir ja doch noch, für das Hanau-Treffen frei zu bekommen!
Gruß
Albrecht
"so ein CT besteht aus vielen vielen schädlichen Röntgenbildern"
Allmächd ... und ich dachte immer das geht irgendwie mit Magnetfeldern ... *gerüchteverstreu* ...
@ Roland
Landläufig nennt man das MRT auch Kernspin-Tomograph. Man dachte das MRT würde eines Tages das CT ersetzen, weil die Abbildungsgenauigkeit größer war. Die rasante Entwicklung des CTs scheint diese Entwicklung zumindest auf einen viel späteren Zeitpunkt zu verschieben.
Die Tatsache, dass das MRT ohne X-Strahlen auskommt ist natürlich ein Riesenvorteil. Aber ein MRT ist immer noch eine sehr zeitaufwendige Sache.
@ Albrecht
Ich werd's probieren, habe aber keine große Hoffnung
@ Tobi
Deine Ideen sind einfach goldwert - dass ich da nicht selber drauf gekommen bin *mitderflachenhandmehrfachgegendenkopfschlag*
@ Bruno
Danke. Jau, die Nierchen sind hübsch wolkig.
naja, wir scannen mit dem MRT einen Kopf mit 160 slices und einer Auflösung von 1x1x1mm³ in 8:30 min (MPRAGE-Sequenz). Bei geringerer Auflösung auch kürzer. Ist das CT so viel schneller?
Ich denke der Grund, warum sich MRT nur langsam durchsetzt ist der Anschaffungspreis und die Tatsache, dass manche Menschen nicht MR-kompatibel sind.
ja, ich schätz mal, dass CT um einiges billiger ist. Die MR-Scanner verbrauchen viel Helium, und das ist teuer.
nicht MR-kompatibel ist man, wenn man jegliche Art von (magnetischem) Metall im oder am Körper hat. Z.B. Schrauben, Klammern, Verhütungsspirale, Herzschrittmacher, aber auch Piercings, Tattoos und Lidschatten mit Metallpartikeln. Je nachdem mit welcher Sequenz man misst, könnten sich die Metallteile erwärmen, was zu Verbrennungen führen kann.
Das hängt aber auch von der Magnetfeldstärke ab. Die meisten Kliniken haben Scanner mit 1.5 Tesla. Hier in Frankfurt haben wir zwei 3T-Scanner und verzichten vorsichtshalber auf MR-Inkompatible. Ich hatte mal ein Bild in der FC, das die Feldstärke demonstriert. http://www.matthiasdhum.de/random/3T.jpg
Gut, daß ich mir in Japan das Maul hab sanieren lassen! Eine Krone und drei Inlays (zwei davon rischtig groß) aus Metall für zusammen umgerechnet fuffzich Euro. :-) Staatliche Japanische Krankenkasse + Uni-Krankenkasse sei dank!
Ick habe jedient, jawoll. Zur See jefahrn bin icke. D181 Zerstörer Hamburg. Von wejen Berlinflüchtling. Man konnte doch die BW nicht den Leuten überlassen die unbedingt hinwollten.
@ Tobi
Na logisch ham wir Russen zerstört. Ja, und vernichtet ham wa ooch - jede Menge Jever Bier.
@ Roli
Danke für die Illustration (und die Einordnung unter *Pli Pla Plunder* ;))
:-(
Und das noch mit den ganzen Alkohol-Leichen die da bei Euch bestimmt mit den absurdesten Verletzungen reinschneien werden ...
Sehr schade jedenfalls :-(
Gruß, Roli
Ja, so in etwa, nur dass man hier kein Schulle trinkt (an sich schon ungenießbar). HIer wird Jever Pils gelenzt. Und dann haut man sich den Poller auf dass das nur so klötert.
Heute hat mir der Radiologe mitgeteilt, dass sein Oberarzt die Dünnschichtdateien des *Nachher*-CTs gelöscht hat. Damit ist eine 3D-Rekonstruktion nicht mehr möglich *grrrrrrrrrrrrrrr*
Auf der Festplatte hat preußische Ordnung zu herrschen!
Wo kommen wir da hin, wenn jeder seine Organe dort
liegen lassen würde... 8-o
Ich hatte mal ein Hirn-CT, habe mich aber nicht getraut
um die Dateien auf CD zu bitten. Kann man die so ohne
weiteres bekommen?
Gruß, Sascha
wenn ich das so lese, gehört dazu auch Metall an den Zähnen? Das lässt sich ja kaum umgehen ab einem gewissen Alter *g*
Dafür fällt dann die Spirale weg. Laut lach, obwohl das sicher für manchen nicht zum lachen ist. Worauf man im Leben alles achten muss, um später wieder die Gesundheit zu erlangen oder zumindest die Krankheit zum Stillstand zu bringen. Herrschaften ist das schwierig. LG Ute
Hallo Ute,
danke für deine Anmerkung. Fühlst du dich nicht irgendwie an dein früheres Leben erinnert?!?
Zum MRT kann ich dir nicht viel erzählen, da ist Matthias der Experte. Wir haben nur CT - aber ein verdammt gutes.
So, gezz schreib ich Dir aber auch nochwas drunter. Das Bild ist auf jeden Fall einmalig hier. Wer hat schon ein CT zum knipsen.Kann man mit dem Dings auch andere Sachen knipsen? Ist wahrscheinlich zu teuer. Du könntest höchstens bei einem Patienten was mit reinschmuggeln. Ein rohes Ei oder sowas.
Heute hatte ich Besuch vonne Pollezei, da haben wir noch über Dich gesprochen.
so, viele Grüße noch außen Rheinland
Sabine