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Exposure Program : Auto
Exposure Time : 1/60 s
FNumber : F5
ocal Length : 18.0 mm
ISO Speed Ratings : 100
White Balance : Auto
Date and Time : 2009:07:19 10:43:40
Ich weis, diese Aufnahme ist wahrlich kein Meisterwerk, aber ich wollte sie Euch nicht vorenthalten.
Der Kölner HBF ist eigentlich für Güterverkehr gesperrt - herrscht hier doch schon im Normalfall ein Heidenverkehr, und das Nadelöhr Hohenzollernbrücke, über deren 4 Gleise (es gibt noch 2 separate Gleise nur für S-Bahnen) muß jeder Zug, der durch den Kölner HBF von oder nach Deutz fährt ... Im Schnitt sind das 1.200 Züge pro Tag ...
Rolf Diesing und ich warteten am Sonntag, 19. Juli um ca 10:45 auf unseren Zug nach Essen, da ein Besuch des EBM in Bochum-Dahlhausen geplant war. Gerade als unser Zug einfuhr, erblickten wir auf Gleis 1 (sinniger weise das Gleis, auf dem Sonderfahrten - zb mit Dampfzügen o.ä. - meistens halten) eine Vossloh Lok und dahinter kamen dann ein, zwei, drei, immer mehr Kalkwagen zum Vorschein - bis schliesslich ein kompletter Kalkzug fein säuberlich am üblichen Haltesignal von Gleis 1 anhielt.
Verstehen was da vor sich geht, die Kamera schnappen, losrennen, vor die Lok kommen um Aufnahmen von vorne zu schiessen, zurückrennen, im Laufen noch 2-3 Bilder schiessen und in meinen Zug einsteigen war eine Sache von wenigen Augenblicken. Daher musste die gute alte Vollautomatik herhalten - in der Hoffnung das es als Dokufoto wenigstens reicht :-)
Die Bahn hat wohl Allerorten massive Probleme mit ihren vernachlässigten Strecken und so musste auch dieses Wochenende massiv umgeleitet werden. In Essen kamen Durchsagen mit Schienenersatzverkehr, in Köln ein Güterzug im Hbf und von Süden bzw. aus Koblenz kommend sind massenweise Züge ausgefallen. Man kann sich nur wundern, das trotzdem der Zugverkehr, wenn auch mit Verstpätungen, noch rollt aber die DB besteht halt auch nicht nur aus Managern sondern auch aus Leuten die was können wenn man sie denn lässt.
Normal werden Güterzüge auf der Südbrücke über den Rhein geführt (Anja und ich hatten darüber vor kurzem berichtet). Köln besitzt ein komplett getrenntes Güter-, Fern- und S-bahn-Netz, anders wäre das riesige Verkehsaufkommen nicht zu bewältigen. Zugdurchfahrten zwischen BW West und BW Deutzerfeld mit DB Loks sieht man schon mal im Hbf aber so wie oben gezeigt, ist das eine recht ungewöhnliche Situation.
Zur Aufteilung der Gleise im Hbf Köln, Gleis 10 und 11 sind S-bahngleise, 8 und 9 (ost-west) sowie 2 und 3 (west-ost) werden verstärkt für Regioverkehr genutzt, auf 4,5 (west-ost) 6 und 7 (ost-west) tummeln sich ICE und IC/ECs, die dort bei langem Aufenthalt auch z.B. ge/entkuppelt werden, Gleis 1 (west-ost) wird ein bischen stiefmütterlich als Reserve für Sonderfälle und Regios genutzt, in der Gegenrichtung (ost-west) übernimmt das oft Gleis 7 oder 8 bzw. 4 oder 5 wenn grade mal kein ICE im Hbf steht und kuppelt. Der Bf Deutz (hoch) hat eine ähnliche Aufteilung, allerdings werden da schon Züge nach Richtung für die Trassen nach Koblenz (rechtsrheinisch, Schnellfahrstecke FFM, Siegen) und Düsseldorf sortiert. Er ist mit Durchleitungsgleisen ausser an Messetagen kein ICE Haltepunkt im Gegensatz zum ebenfals stiefmütterlich behandelten Bf Deutz (tief), welcher mal der ursprüngliche Endbahnhof der Cöln-Mindener Eisenbahn war und bis vor nicht all zu langer Zeit ein Autoverladeterminal und einen Anschluß mit Gleisharfe für die dortige große Bahnpost Stelle hatte. Aber wie Tom unten schon schreibt: Keine Regel ohne Ausnahmen...
Die zwar zentrale, aber für Ausbauten ungünstige Lage des Hbf seitlich am Dom haben die Kölner übrigends Kaiser Wilhelm zu verdanken, er beschloß das man auf den Dom zu fahren solte wenn man nach Köln rein kommt und ein bis dahin unbedeutender Haltepunkt wurde zum Hbf erklärt und ausgebaut.
Das ganze fand zeitgleich mit der Trassenerhöhung um die Jahrhundertwende von "ebenerdig" auf die heutigen Hochtrassen und zusammen mit einer Art "Ringbahn" statt, die die Lokalbahnen nach Bonn, Aachen, Neuss, sowie die deutzer Strecken nach Düsseldorf und Koblenz verbinden sollte. Ehemalige Bahnanlagen wie der alte Bahnhof am St. Pantaleon für die Strecke nach Bonn sowie das ehemalige BW dazu liessen sich bis vor kurzem noch im Gelände erahnen, derzeit baut man es zu. Es gibt immer mal wieder Überlegungen, den heutigen Hbf wie schon ein mal für den S-bahn Ausbau zu erweitern, allerdings müsste das auch wieder in Deutz geschehen und eine weitere Brücke (dann 8 Spurig) gebaut werden. Ursprünglich wollten die Kölner den Hbf im Grüngürtel etwa zwischen Köln West und Köln Süd haben, wo er mehr Platz gehabt hätte. Wenn sich die Bahn nicht die Gleise 4,5,6,7 mit rangierenden ICEs voll stellen würde, wäre das mit dem Ausbau jedoch nicht nötig. Aber man kann Gleis-/Lok-/Wagen-Knappheit eben auch künstlich erzeugen... und da ist die moderne Bahn gut drin. Die Bahn hat es auch in 170 Jahren nicht geschafft, einen Ringverkehr mit P&R Möglichkeiten um Köln einzurichten obwohl sogar die Bahnhöfe und Anlagen dazu bestünden bzw. bestehende Anlagen wie der Bahnhof Köln-Kalk schon lange still gelegt wurden. Nun will es wohl die KVB (hiesige Straßenbahn) mit einer neuen Trasse neben der Südbrücke versuchen, ist allerdings derzeit mit einstürzenden Häusern beschäftigt und die DB überlegt derweil, wo sie noch weitere ICEs zum kuppeln stapeln kann statt Leute schnell in einer engen Stadt zu befördern und die Stadt versucht gegen den Willen der Bevölkerung innerstädtische Ausfallstraßen zu 6-spurigen Autobahnen umzubauen... denn seid wann gehören Güter auf die Schiene und Nahverkehr zum Aufgabengebiet der DB?
lg Rolf Diesing
Ungewöhnlich, außerplanmäßig, selten! Nie gesehen.
Besonders bei der Bahn gilt: Keine Regel ohne Ausnahme!
Gelungene Schilderung, für die Situation ein gelungenes Bild.
Gruß
Tom
Hallo Anja, sehr schön geworden bei soviel Streß ;) Hat sich doch auf alle Fälle gelohnt! Von so einer Auslastung wie von Rolf beschrieben kann ich beim Dresdner Hbf nur träumen... Liebe Grüße, René