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Ein Gefühl läßt mich nicht los das sagt: Genug mit den privat Fotos von meinen Enkel Jan und meiner Wenigkeit.
Also lassen wir das, zumal mir ein herrliches altes S/W Foto in die Finger fiel.
Eins kann ich Euch dabei nicht ersparen, nämlich daß wiederum ein kleiner Junge im Bild ist - mit dem ich allerdings ganz und gar nichts zu tun habe, ebensowenig wie mit dieser wunderbaren Aufnahme.
Zu verdanken ist diese einem guten, bescheidenen Fotografen namens Hartmut Meyer, der leider durch einen Unfall viel zu früh verstorben ist und Zeit seines Lebens im Schatten seines Bruders Günter stand, der uns viele großartige Eisenbahnbücher schenkte.
In den 70er Jahren hatten wir einen sehr guten freundschaftlichen Kontakt miteinander, wobei ich ihm immer Insiderwissen über Loks und Pläne zukommen ließ.
Sein Dank an mich waren viele Bilder vom feinsten wie das vorliegende.
Sage und schreibe fast auf das Jahr genau vor 31 Jahren entstand das Foto am 10. September 1976 am Posten 54 bei Etzelbach.
Da steht er nun der kleine ganz brav mit seinen Fahrrad an der Schranke, den Blick dorthin gerichtet, wo der Grund für die geschlossene Schranke angedonnert kommt.
Was wird er wohl in diesen festgehaltenen Moment gedacht haben?
Wie übermäßig groß muß ihm die daherrumpelnde, zischende, mächtige 44er vorgekommen sein, die an der Stelle ihre geforderten Hg 60 belanglos ausfährt.
Uhlstädt wurde hinter sich gelassen und wir befinden uns jetzt auf der Rennstrecke, die ich bei einem anderen Foto genau beschrieben hatte.
Wie man sieht, ist der Ng - Zug von einer bescheidenen Länge und paßt sich bequem zwischen erster Vorsignalbarke und dem Vorsignal ein, ist also etwa 250 Meter lang.
Das verleiht einem nicht gerade den Eindruck daß die angehängte Last der Lok oder dem > Personal Kopfzerbrechen bereitet.
Dennoch: Vornehmer weißer Dampf rechts und links aus den Kotzröhrchen, dazu ein leichter Hauch Qualm nicht kerzengerade in den Himmel steigend, zeugen davon.
Leichtigkeit, aber auch Ruhe strahlt die ganze Szene im landschaftlich schönen Saaletal aus.
Sieht man genau hin, wird der Historiker erkennen: Zum Zeitpunkt der Aufnahme war die Saalebahn bis auf kleine Abschnitte immer noch eingleisig.
Das ist ganz groß, Ralf. So genial, mit dem Jungen mit Fahrrad da an der Schranke. Ein Bild, das mehr als (nur) Eisenbahn-Geschichten erzählt! Schade, dass man das Kompliment nicht mehr an den Fotografen weitergeben kann...
Aber vom Günter Meyer, ja, von DEM hab ich auch noch paar 10x15-Abzüge in meiner Kiste, die hüte ich wie einen Augapfel.... In den 70er/80er Jahren konnte man bei ihm noch nach Wunschliste Bilder bestellen. Nun gibt's Bücher von ihm - das hab ich mir damals immer gewünscht... :-)
Das ist schon mehr als nur Eisenbahnfotografie-
da kommt auch Kunst ins Spiel,
alles so zu arrangieren, das aus dem Zufall ein harmonisches Bild wird,
das ist dem Fotograf gelungen.
Vg conni
Die Hintergründe für dieses Bild sind interessant. Eigentlich kann man sich nur wünschen, dass von diesem Fotografen auch Bücher erscheinen.
Diese hervorragende Aufnahme weckt den Wunsch danach.
Die Bilder dieser Brüder sind keine Lokportraits, wie man sie hundertfach serviert bekommen kann. Hier zeigt sich die Eisenbahn in ihrer Gesamtheit, mit all ihrer Schönheit und Faszination, die sie einmal HATTE, jetzt natürlich auch etwas nostalgisch verklärt.
Schade, dass man vieles davon nie zu sehen bekommen wird. Ich bedaure es, dass Viele keinen Gebrauch von den heutigen Möglichkeiten der Veröffentlichung machen.
Wozu sind Bilder da?
Der Fotograf hat diesen Augenblick selbst erlebt, aber all die Anderen, die nicht dabei sein konnten...
Wem nützen die vielen Fotos in vielen Kisten?
Bei Veranstaltungen habe ich immer auch Fotos "gesammelt", die sich zu einem relativ umfangreichen Archiv entwickelt haben. Einige Bildautoren habe ich in der fc wiedergetroffen.
Das finde ich sehr gut.
Schön, Ralf, dass Du das bringst
LG Bernd
Wie zu sehen habe ich nichts verkehrt gemacht mit diesen schönen Foto von Hartmut Meyer.
Er hat es verdient wie Bernd einwarf, dass es mal gezeigt wurde, also nicht in meiner Bilderkiste noch mehr vergilbt.
Nächsten Freitag wird es ein Anschlußbild geben, nicht von Hartmut oder mir.
Dennoch ein wenig bin ich daran beteiligt. ;-)
Schön neugierig bleiben bis dahin.
Nun Schluß, morgen früh 3.30 Uhr geht es übers Wochenende nach Amsterdam.
Ein herrliches Wochenende wünscht allen Ralf
Ein hervorragendes Bild. Da kommen Erinnerungen auf. Genau so stand ich in den 60ern fast jeden Tag am Bahnübergang, meistens hab ich die Zeit vergessen aber meine Mutter wußte, wo ich zu finden war...
Viele Grüße, Wolfgang
Meine erste Frage hast Du ja bereits beantwortet, nämlich die nach der eingleisigen Strecke bei Uhlstädt.
Der kleine Junge hätte fast ich sein können, denn das paßt in meine Altersklasse. Ich erinnere mich, daß ich genau so ein Fahrrad zum 6. Geburtstag bekommen hab. Und damit bin ich wer weiß wie oft runter an die Bahn gefahren und hab dem Betrieb zugekuckt. Der "Reichsbahngeruch" liegt mir heute noch in der Nase.
Ich seh das Foto als ein einmaliges Zeitdokument, gerade weil es mich an meine Kindheit und die Verbundenheit zur Eisenbahn erinnert.
Ich erinnere mich, wie ich geflitzt bin, wenn eine Ausfahrt kam und ich auf dem "Affenfelsen" stand...
So, nachdem mich meine übliche Herbstgrippe ausser Gefecht gesetzt hatte muß ich doch auch mal Danke sagen ... Stellt der Ralf doch ein 44er Bild hier ein ... und ich bin nicht rechtzeitig zur Veröffentlichung da *Schäm*. Aber vielen Dank für die Aufnahme eines Freundes - ein lebendiges Bild, das wie eigentlich alle Bilder, die Du zeigst, eine Geschichte erzählt und anfängt zu reden - je länger man hineinschaut, desto deutlicher ...