Photo from the nude channelParticipation in the forumSell photosCreate more photo folders?Upload more photos?Gallery-votingShow usernameUpload more photos?Access to all language versions?If you are already a paying member you can use all the features of the fotocommunity from 4€ per month.
Graun ist bekannt durch den alt romanischen Kirchturm, der aus dem Reschensee ragt.
Der aus dem Jahre 1355 stammende Glockenturm zeigt noch heute, wo sich einst die alte Dorfsiedlung von Graun vor der Stauung des Reschensees im Jahr 1950 befunden hat.
Über 6 km lang ist der Reschensee; Mit seiner Wassermenge von 116 Millionen Kubikmetern erzeugt er rund 250 Millionen kWh Strom im Jahr. Eine stolze Leistung technischen Fortschritts? Der mitten aus dem Wasser ragende Kirchturm von Altgraun erinnert, gleichsam als stumme Anklage, daran, um welchen nie zu bezahlenden Preis hier "Fortschritt" erkauft wurde. Hier breitete sich einst eine blühende Landschaft aus, mit dem malerischen Dorf Graun. Es war ein stattliches Dorf geworden, erfüllt vom Durchzugsverkehr zwischen Bozen und Landeck, mit breitgiebeligen Gasthäusern, so der "Adler (Warger) und die "Traube (Reinhartl) als Haltestelle für die Post. Wo nicht alte Fresken die Häuser schmückten, taten es die Erker und Stiegenaufgänge, überall aber die bunteste Blumenzier an den Fenstern, auf den Söllern. 163 Häuser in Graun und in Reschen und 523 ha fruchtbarer Kulturboden fielen den Fluten zum Opfer. Über die Hälfte der 650 Bewohner von Graun mußten in die Fremde ziehen, rund 1000 Menschen waren von der Katastrophe betroffen.
5km nach dem Reschenpass, Graun im Vinschgau, ein alter Kirchturm ragt aus dem Wasser...
120 bäuerliche Betriebe verloren ihre Daseinsgrundlage, die fast ausschließlich an die Viehzucht geknüpft war. Wir fragen uns heute: Wie konnte es nur zu diesem grausamen und willkürlichen Eingriff kommen ? Gab es damals keine Möglichkeit, diese Katastrophe zu verhindern?
Ein faschistisches Projekt
Auf einen Stausee am Reschen hatte man es schon unter der österreichischen Monarchie abgesehen; die italienische Regierung griff im Jahr 1920 diesen Plan auf und erteilte eine Konzession für die Anhebung des Wasserspiegels um 5 Meter. Das Ausmaß dieser Stauung wäre nicht sehr beunruhigend gewesen, da es die Orte Graun und Reschen nicht gefährdet hätte.
Später übernahm aber der Konzern Montecatini (heute Edison) diese Konzession und arbeitete ein neues, weit gefährlicheres Projekt aus. Sechs Tage nach der Unterzeichnung des Options-Abkommens zwischen Hitler und Mussolini, am 29.Juni 1939, legte der Konzern sein neues Ausführungsprojekt vor; es sah eine Stauung der Seen von 1475 auf 1497 Meter, also um 22 Meter, vor, was den Untergang von ganz Graun und eines Großteils von Reschen zur Folgehaben würde. Die Art, wie man diese Pläne der betroffenen Bevölkerung mitteilte und deren Einverständnis einholte, war wirklich kriminell. Das Vorhaben wurde nämlich vom faschistischen Gemeindesekretär in Graun nur in italienischer Sprache unter vielen anderen Erlässen und nur für zwei Wochen publiziert, so daß die betroffenen Bürger es überhaupt nicht zur Kenntnis nahmen und deshalb natürlich auch keinen Einwand dagegen erhoben. Nach Ablauf der acht Tage konnte der Sekretär weitermelden, daß niemand etwas gegen das Projekt einzuwenden habe. Obwohl dieses Vorgehen auch im damaligen faschistischen Italien vollständig gesetzwidrig war, ermächtigte das römische Ministerium die Montecatini am 6. April 1940 zum Baubeginn und erklärte zugleich die Arbeiten für dringend und unaufschiebbar.
Aber die Kriegsereignisse machten einen Strich durch die Rechnung und nach der Besetzung Norditaliens durch die deutsche Wehrmacht im Jahre 1943 wurden die Arbeiten ganz eingestellt. Schon glaubte man in Graun und Reschen dieses Schreckgespenst für immer los zu sein, besonders
Das „neue“ Graun siedelt heute am Ufer des Reschensees.
ja, da war ich auch schon mal, eine kuriose stelle, die du sehr gut aufnehmen konntest bei dem schönen himmel und dem ruhigen see, der eine gute spiegelung ermöglichste. toll!
lg stefan
Ähnliches gab es hier in meiner Nähe: der Ortsteil Fall von Lenggries versank ebenfalls in den Fluten des Sylvensteinstausees, wurde aber vorher abgebaut bzw. eingeebnet.
Tolles Foto.
Gruss Wolfgang
da war ich doch erst vor zwei Wochen. Habe dich aber nicht gesehen.Hast du die schöne Aufnahmen vom Unterseeboot aus gemacht? Da hattest du aber einen super Blick ! LG Hanna
Hallo Karl-Heinz,
ein Motiv mit zwei Darstellungsansichten, da von zwei verschiedenen Punkten aus fotografiert wurde.
Deine Aufnahme läßt den Kirchturm richtig plastisch aussehen im Reschensee und gibt dem Bild richtig Tiefe.
Klasse Aufnahme.
Ich wünsche Dir eine schöne Woche.
Lg Matthias
Das ist toll. Ich kenne solche versunkenen Dörfer,
als der Euphrat in der Südosttürkei gestaut wurde.
Leider befinden sich diese Bilder in meinem Album bei Magix..
VLG Eva
Sehr gelungene Aufnahme...
leider ist es bei mir so, dass ich, wann immer ich Aufnahmen dieses Turms sehe an die Geschichte dahinter denken muss, die mehr als traurig ist...
Ich muss hier ein bisschen Gegensteuer zu all den unkritisch positiven Anmerkungen geben :-) Das Foto ist sicher nicht schlecht, hinterlässt bei mir aber einige Fragezeichen:
- Warum hast du die Spiegelung nicht ganz versucht auf's Bild zu bringen?
- Warum hast du den Turm genau in die Mitte gesetzt, anstatt einen etwas dynamischeren Bildaufbau zu versuchen?
- Warum setzt du einen Rahmen um das Bild, der durch seine Wuchtigkeit und Farbe (die zwar immerhin die Wiederholung einer im Bild vorkommenden Farbe ist...) so stark vom Motiv ablenkt?
Nur so ein paar Gedanken punkto Bildgestaltung. Nimm sie mir nicht übel. Aus so einem Spitzenmotiv kann mit etwas überlegter Gestaltung ein wirklich gutes Bild gemacht werden...
lg Andreas
Mit einer Träne in den Augen las ich soeben die ergreifende Info zu diesem tollen Bild, die Norbert REN in der 2. Anmerkung mit verlinkt hat - nimm´ den Link doch bitte in die Bildbeschreibung, das sollte jeder Betrachter lesen!
Immer wieder ein prächtiger Anblick,bin schon oft daran vorbeigefahren und immer wieder fasziniert,mir gefällt auch dass Du den Turm ausser der Regel genau mittig auf dem Bild präsentiertst,
LG Heiner
Immer wieder schön anzusehen. Auch für mich eine wundervolle Urlaubserinnerung.Auf diesem Bild gefällt mir ganz besonders die Spiegelung des Kirchturms. LG Hanna