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Aufnahme in der Dauerausstellung Daetz-Centrum Lichtenstein "Meisterwerke in Holz" am 18.1.09
ISO 400 / 29 mm / 1/45 / F4.5 freihand, ohne Blitz
Der angehängte Originaltext ist zwar etwas umfangreich, aber sehr interessant zu lesen:
29 ineinander bewegliche Kugeln, China, Sandelholz, 1997, Yu Ying Shun
"29 ineinander liegende Kugeln! Kunsthandwerkliche Perfektion der Holzbildhauerkunst. Nichts ist geklebt – die Kugeln in der Kugel sind alle aus einem Stück Buchsbaumholz. Wie geht so etwas? Wie kann man Kugeln in Kugeln in Kugeln schnitzen, ohne diese zu öffnen?
Zuerst ist da ein Holzwürfel, der wird rund gedrechselt. Nun hat man eine massive Kugel. Dahinein werden 14 kreisrunde Löcher gebohrt. Die Löcher laufen spitz nach unten zu und treffen sich im Mittelpunkt der Kugel. Man hat eine massive Kugel mit 14 Löchern, die sich konisch wie Trichter in die Kugel bohren. Jetzt setzt man in einem der Löcher ein Schnitzwerkzeug an. Das scharfe Ende des Werkzeugs wird etwas oberhalb des Kugelmittelpunktes mit 90 Grad positioniert. Dann dreht man das Werkzeug oder die Kugel. So schabt man unten im Loch eine kleine Rille in den Trichter. Diesen Vorgang wiederholt man bei den 13 anderen Löchern: Werkzeug in den Trichter, positionieren, drehen, Rille ausschaben. Da macht es »Klack«: und die erste, innerste der 29 Kugeln ist frei: Weil die Rillen, die man ausgeschabt hat, alle auf derselben Höhe liegen, hat man auf diese Weise den Zwischenraum zwischen den 14 Löchern entfernt. Und nicht nur das: Man hat ihn kugelförmig um den Mittelpunkt der großen Kugel entfernt – so entsteht die erste, die innerste Kugel in der Kugel. Jetzt wiederholt man das Ganze nur ein Stückchen höher: 14 mal Rille ausschaben, »Klack«, man hat die zweite Kugel in der Kugel. Wenn man dies insgesamt 29 Mal macht, ist aus unserer massiven Ausgangskugel eine Außenkugel mit 29 inneren Kugeln geworden.
Nun muss man diese Kugeln nur noch beschnitzen. Das geschieht so: Man greift durch zwei der 14 Löcher und dreht die Kugel, die man extra bearbeiten möchte, so, dass man eben gerade nicht an einer Stelle ist, die eines der 14 Löcher durchbohrt. Jetzt kann man die Oberfläche der Kugel beschnitzen.
Auch dieser Vorgang wurde hier 29 mal wiederholt: In die Kugel greifen, die zu bearbeitende innere Kugel drehen, so dass man sie durch eines der 14 Löcher bearbeiten kann – nächste innere Kugel entsprechend drehen, bearbeiten, nächste Kugel drehen usw.
Jetzt ist unser Kunstwerk fertig. Am Schluss wird die Oberfläche der äußeren Kugel filigran und kunstvoll verziert. Eine schier unglaubliche Arbeit, die Ruhe, perfekte Beherrschung des Handwerks und Geduld erfordert."
Das ist ne Wucht!!! Kaum vorstellbar wieviel Zeit und Präzision der Künstler in dieses Werk investiert hat... Ich bin tief beeindruckt,... auch von deinem Foto!
Dank auch für diese umfangreiche Erläuterung.
Lg Eb
Du hast das fein erklärt und noch besser fotografiert. Sehr gut finde ich das Ganze. Ich bin um diese Kugeln herumgeschlichen und hab sie dann doch nicht fotografiert.
lg R.
Tja, Antje ... danke vielmals für die ausführliche Anleitung zum Selberbau ... :0) ... das Ding würde ich aber in 100 Jahren nicht bauen können ... manoman ... müssen das perfekte und geduldige Kunsthandwerker sein, die das Teil bauen können.
lg Peggy
in meinen augen ist das ein wahres meisterwerk.
dein foto, im kontext mit deiner beschreibung, bringt dies ganz gut rüber.
ich weiß auch, das die lichtverhältnisse dort sehr bescheiden sind.