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Wenn man wirklich leben will, sollte man das nicht mehr Leben nennen. Der Begriff ist verschandelt durch Live-Sendungen, Lifestylemagazine, Lebenspläne. Sowieso scheint es, als müsse man für alles Wichtige ohnehin eine Privatsprache erfinden. Schade, dass das nicht geht. Denn entweder etwas ist Sprache, dann ist es nicht privat, oder etwas ist privat, dann ist es keine Sprache. Danke, später Wittgenstein. "Später Wittgenstein". Auch so ein Unsinn. Gibt es auch einen "frühen Rosie"? War das heute denn ein guter Abend? Warum denke ich dann diesen Mist? Nur weil der Nachhauseweg lang ist? Ruhig. Atmen. Gucken. Immer dieses ewige Ablehnen. Nie mal zufrieden mit nur einem Abend, selbst wenn er gut war. Jaja, gut. Trotzdem alleine auf dem Nachhauseweg, du kriegst es immer ganz toll hin. Und was soll der Scheiß, das dürfe man nicht Leben nennen? Ich schaffe so sehr das, was Live-Sendungen, Lifestylemagazine, Lebenspläne schon sind, ich lasse selbst keinen Raum, ersticke, erdrücke, weil ich von allem erstickt, erdrückt zu werden wähne. Was für eine billige Rache. Ich = ich = kotz. Tautologisches Geschwafel. Also: Fresse halten. Etwas klappt nicht. Links von mir. Ich halte an. Der Alkohol im Blut lässt mich kurz taumeln. Scheiße. Scheiß später Wittgenstein. Scheiße. Wieder nur alleine. Fast muss ich weinen. Ich höre den Wind. Das erste Mal heute Abend.
Wie immer wieder bei deinen Textbildern guck ich, les ich, guck ich wieder. Und die weißen Zeilen geistern noch ein Weilchen über dem #22222-Grund. Und dann soll ich dazu eine geistreiche Anmerkung schreiben? Oder gar "schönes Bild"? Nö, du... ich guck einfach noch ein Weilchen weiter und lass die weißen Zeilen geistern. Irgendwie mag ich das... ;-)
Ich glaube es gibt nur ganz wenige, die ihre Gedanken und Gefühle so artikulieren können wie du. So schön und so nachvollziehbar. Ich kenn das nur von großen Schriftstellern oder - mit Abstrichen - Musikern.
es ist die rache. die rache dafür etwas aussergewöhnliches zu sein. es sein zu wollen. denn das macht einsam. innerlich. und von aussen. jeder große war einsam. vielleicht ist das genauso so wie es sein soll. du = groß = allein. [und nein, ich fange jetzt nicht an die differenzierung zwischen allein und einsam zu erklären :-)]...
Ruedi, neinnein, so schlimm isses ja auch gar nicht, ich gucke schon gerne mal Two and a half Men, oder so. Ich will genau zu dem Pumkt hin, wo das problemlos wird.
Anja, danke. Große Worte. Glaube nicht, dass ich mich selbst so sehen möchte, auch wenn ich's zugegebenermaßen zuweilen tue. Dies aber auch aus Mangel an Zurede. Sprich's: Während des normalen Semesters fühlt sich Berlin sehr leer an, beinah schon bar jeder Wärme. Das, was dann gedanklich läuft, radikalisiert sich ständig in solch einem Milieu. Beispiel dafür ist der obige Text.
Was das Photo betrifft, nein, so akrobatisch bin ich nicht. Wenn man's um 180° dreht, sieht man auch, dass das normale Kopfhöhen-Perspektive ist. Nur auf den Kopf gestellt wirkt das irgendwie wie von ziemlich weit oben. Netter Effekt.