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Pelikan (Pelecanidae) by Norbert Bendig

Pelikan (Pelecanidae)


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18.09.2008 at 5:27h
, License: All pictures © by the senders.
Wer die plumpen, schweren und großen Pelikane in den Tiergärten dahinwackeln sieht, kann sich schlecht vorstellen, dass diese Vögel großartige Flieger sind und meisterhaft zu segeln verstehen.

Während des Fluges biegen sie den Hals so weit zurück, dass sie sehr an moderne Düsenjäger mit riesigen Tragflächen, einezigener Kanzel und stark verkürztem Heck erinnern. In der Gemeinschaft fliegen die Pelikane in Keil- oder Reihenformation.

Noch erstaunlicher ist es, wie korkenleicht die stattlichen Pelikane auf dem Wasser liegen, auf den Wellen geradezu schweben und tänzeln. Ihre Knochen, ihr Gefieder und selbst das Unterhautbindegewebe sind sehr lufthaltig und verringern das spezifische Gewicht so sehr, dass diese großen Wellenreiter nicht einmal tauchen können.

Nur zur Nahrungsaufnahme vereinigen sie sich gern zu kleinen Verbänden, die im Halbkreis auf das Ufer zuschwimmen und die Fische ins Seichtwasser treiben, aus dem sie dann mit dem gewaltigen Unterschnabelsack wie mit einem Fangnetz gefischt werden.

Auf schmalen Flüssen sollen diese Jagdverbände in geschlossenen Reihen aufeinander zuschwimmen. Nur der braune Meerespelikan ist ein einzeln jagender Stoßtaucher.

Umfassen die Verbände gewöhnlich schon Dutzende, Hunderte und Tausende von Einzeltieren, so vereinigen sich auf den Brutplätzen nicht selten Hunderttausende und Millionen.

Zwar sind in der Alten Welt die schönen Zeiten endgültig vorüber, in denen - nach Brehms Worten - die Pelikane mehrere Geviertkilometer der afrikanischen Seen bedeckten, sich also zu Scharen zusammenfanden, die das Auge gar nicht zu überblicken vermochte.

Auf Lobos de Afuera vor Peru aber bruten heute noch jährlich rund zwei Millionen Meerespelikane.

Die Nester sind einfache Bodenmulden oder niedrige Sand-, Erd- oder Pflanzenhaufen, können sich aber auch in Büschen und Bäumen befinden und dann aus Halmen und Zweigen bestehen. Denn die Pelikane baumen recht gern, verblüffend leicht und sehr sicher auf.

Das Gelege besteht aus 2 bis 4 verhältnismäßig kleinen Eiern. Die Brutdauer währt rund sechs Wochen. Die Jungen sind fast nackt, später schwarzgrau oder schwarz bedunt, und sie werden lange gehudert und gefüttert.

Die Pelikane bewohnen in einer Gattung und acht Arten die tropischen und gemäßigten Zonen der Alten wie der Neuen Welt, und zwar die Binnengewässer wie die Meeresküsten.
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