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Die Paarungszeit der Rehe erstreckt sich von Mitte Juli bis Mitte August (mit Nord-Süd-Verschiebung von 2-3 Wochen, im Norden ab Anfang Juli, im Süden bis Ende August). Sie wird auch als Blattzeit bezeichnet, was aber nicht ganz richtig ist. Unter „Blatten“ versteht man das Nachahmen der Fieplaute des weiblichen Rehes oder des Kitzes durch Anblasen eines zu den Lippen geführten frischen Laubblattes oder Grashalms. Heutzutage werden dafür meistens keine grünen Blätter mehr, sondern Instrumente (sogenannte Blatter) verwendet, bei denen durch Anblasen ähnlich wie in einer Mundharmonika die Fieplaute erzeugt werden. Auf das Blatten reagiert der Bock aber erst in der zweiten Hälfte der Paarungszeit, d.h. ab Ende Juli. Dann sind die meisten Ricken und Schmalrehe bereits beschlagen, sie locken nicht mehr, der Einfluss der Natur läßt nach. Aufgrund des unausgewogenen Geschlechtsverhältnisses muss ein Bock in Deutschland im Durchschnitt vier Ricken beschlagen. Diese machen eben durch jene Fieplaute auf sich aufmerksam, die die Jäger sich zunutze machen, um den Bock zu locken. Die eigentliche Blattzeit beginnt also erst, wenn die Hauptbrunft schon zu Ende ist. Die Jäger sind inzwischen kaum noch auf das Blatten angewiesen, sie haben heute weit tragende Waffen mit Zielfernrohren und Entfernungsmessern. Wir Fotografen hingegen haben selbst mit dem größten Tele nie genügend Brennweite, für uns ist es nach wie vor attraktiv, wilde Tiere in die Nähe unseres Ansitzes zu locken. Ich habe in diesem Jahr ein Blattjagd-Seminar besucht und mir einen Blatter gekauft, aber wenn ich da reinblase, sind die Tiere sofort verschwunden. Offenbar kann ich bisher nur die Warnlaute imitieren. Der Vergleich mit der Mundharmonika ist schon nicht schlecht, man muss erstmal sein Instrument zu beherrschen erlernen.
D3s, 600 mm, Blende 5.6, 1/2000 s, ISO 400, 01.08.2010, 16.55 Uhr
Zu Euren Fragen nach dem Zeitaufwand: Ich war ihnen zwei Wochenenden jeweils Freitag-Sonntag auf der Spur und hatte erst am letzten Tag kurz vor der Heimfahrt 5 Minuten Glück, in denen die drei hier gezeigten Fotos entstanden sind.
Vielen lieben Dank für die Anonyme/den Anonymen für den Galerie-Vorschlag, habe mich sehr darüber gefreut.
schön sowas mal wildlife zu sehen.
sicher hast du dafür einige zeit ansitzen müssen.
geduld wird immer belohnt.
ein toller schuss und gute info.
lg editha
Ja Michael, da hast Du recht. Rehe in der Paarungszeit zu fotografieren, ist sehr zeitintensiv aber es lohnt sich. Nicht jeder hat das Glück die Paarung auch fotografisch festzuhalten. Technisch und vom Bildschnitt ist Deine Aufnahme Top.
Gruß Alfred
da ist es wieder, das aussergewöhnliche, was deine fotos ausmacht...geduld, die sich lohnt...diese szene zu beobachten ist schon selten und dann noch so perfekt festzuhalten, das macht einen "könner" aus...klasse micha...lg bine
Geniales Bild!
Und auch Deine Erklärungen sind super interessant!
Da hat sich die Mühe wirklich gelohnt!
Viel Glück weiterhin und viel spass beim üben der "Laute"!
Viele Grüße aus Kassel
Anja
Davon habe ich noch keine Aufnahme gesehen. Sie ist dir - nach langer Zeit am Ende - ausgezeichnet gelungen!
Dein Text ist auch sehr interessant. ...Lock- und Warnrufe liegen offenbar nah beieinander ;-)
LG Tobias
Ein Foto mit Seltenheitswert, Micha! Ich habe die Paarung noch nie live gesehen! Ganz dickes Kompliment von mir - das Foto besticht auch durch die sehr gute Qualität!
Lieber Gruß, Carola
Wow ,ich hatte mich bei der Treibjagt nicht getraut zuschreiben,ob Du die Paarung mitbekommst,phantastischer Aufnahme glüchwunsch und das freut mich richtig für Dich und das gehört auch in die Galerie ,gruß Achim
ich bin schon seit tagen draußen komme aber meist nur nass nach hause und hab keine aufnahme von rehen machen können und du zeigst eine fantastische aufnahme! große klasse, michael! bin wirklich begeistert was die quali angeht. kann ich mit meinen teichfrosch nicht mithalten...lach.
lg mike
Die Blattzeit läuft ja für Dich und für Deine Rehe sehr erfolgreich ab. Bei so tollen Bildern war für Deine Nikon
wohl Langzeiteinsatz gefordert. Gruß Johannes
Der krönende Abschluss wäre wohl das Neugeborene, wie es zum 1. Mal auf eigenen Füßen steht.
Das wäre wohl bei allen Zeitaufwand den Du betreibst ein 100%iger Glückstreffer.
LG, Bernd