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Der Krieg by Marcus Propostus

Der Krieg


by 

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13.11.2011 at 23:01h
, License: All pictures © by the senders.
Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
Aufgestanden unten aus Gewölben tief.
In der Dämmrung steht er, groß und unerkannt,
Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.

In den Abendlärm der Städte fällt es weit,
Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,
Und der Märkte runder Wirbel stockt zu Eis.
Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß.

In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht.
Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.
In der Ferne ein Geläute dünn
Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn.

Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an
Und er schreit: Ihr Krieger alle, auf und an.
Und es schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt,
Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt.

Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut,
Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut.
Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt,
Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt.

Über runder Mauern blauem Flammenschwall
Steht er, über schwarzer Gassen Waffenschall.
<Über Toren, wo die Wächter liegen quer,
Über Brücken, die von Bergen Toter schwer.>

In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein
Einen roten Hund mit wilder Mäuler Schrein.
Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt,
Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt.

Und mit tausend roten Zipfelmützen weit
Sind die finstren Ebnen flackend überstreut,
Und was unten auf den Straßen wimmelt hin und her,
Fegt er in die Feuerhaufen, daß die Flamme brenne mehr.

Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,
Gelbe Fledermäuse zackig in das Laub gekrallt.
Seine Stange haut er wie ein Köhlerknecht
In die Bäume, daß das Feuer brause recht.

Eine große Stadt versank in gelbem Rauch,
Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.
Aber riesig über glühnden Trümmern steht
Der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht,

Über sturmzerfetzter Wolken Widerschein,
In des toten Dunkels kalten Wüstenein,
Daß er mit dem Brande weit die Nacht verdorr,
Pech und Feuer träufet unten auf Gomorrh.

Georg Heym (1887 - 1912)


http://www.youtube.com/watch?v=L0bcRCCg01I

Gustav Holst - The Planets - Mars, the Bringer of War


Ach ja, ich bin mir bewusst, dass dieses Bild nicht 100 Pro in diese Sektion passt. Da das "Ausgangsmaterial" aber ein Soldatengrab ist und ich nicht weiss, wo dieses Bild sonst hinpasst, lass ich es hier in der "Friedhofssektion"....

Und wieso überhaupt so ein Bild? Ich bin in letzter Zeit immer mal wieder über Soldatengräber "gestolpert" und irgendwie hat es mich dann doch gereizt, daraus was zu machen. Und da die von mir gesehenen Gräber in der Regel immer noch einen Hauch von "Ehre" und "für Gott und Vaterland" verströmen, wollte ich mit meiner Bearbeitung einen Kontrapunkt setzen.

Comments:

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Schoengeist, 13.11.2011 at 23:30h

Heftigst in dieser Tonung von Blut und Feuer, aber das ist der "Arbeitsplatz" von Soldaten, wenn es in den Krieg geht. Die harten Kontraste unterstreichen das nochmals. Sie sterben für Dinge, die sie oft nicht mal zu verantworten haben, traurig, sehr traurig.

vG
Schoengeist



Karin Ueberrhein - Hauser, 14.11.2011 at 0:36h

Ich setze ja ungern meine Fotos drunter, aber mich schockiert das immer wieder...............! Vaterland und Held sind die schlimmsten Wörter in diesem Zusammenhang!
DE: Patria by Karin Ueberrhein - Hauser
DE: Patria
by
28.6.11, 17:23
8 Comments

LG Karin



Helga J., 14.11.2011 at 7:50h

deine bearbeitung bringt gut hervor, was dich zu diesem bild bewegt hat.
die verherrlichung des krieges auf den friedhöfen und überhaupt ist einfach schrecklich.
die zeilen sind passend gewählt und wühlen auf sowie auch dein bild.
eine gute kombination ist das.
ja, ich weiß auch nicht, warum des menschen hirn so fehlgeleitet....
gruß helga



mukkl holmes, 14.11.2011 at 9:20h

http://www.youtube.com/watch?v=sYnxLSwQSeI&feature=related


besser als der hannes ...kann man es nicht ausdrücken



Manfred.Weis, 14.11.2011 at 15:57h

Der ganze Irrsinn eines jeden Krieges spricht aus deinem Bild.Stark gemacht !!


Ars moriendi, 15.11.2011 at 10:32h

Krass das. Kommt wirklich gut und weiß zu gefallen. Ein Fav.
Obwohl...
...rot?
Na ja. Geht scho´ irgendwie ;-D

Der HG erinnert mich an meine Photokiste in der noch Fotos versteckt sind vom Urgroßvater aus dem ersten und zweitem Weltkrieg.
Schon schauerlich...



Marcus Propostus, 15.11.2011 at 21:05h

@ Sandra: Rot = Feuer und Blut. Bei der Farbe hab ich mir schon was gedacht, gell ;-)


weisse feder, 15.11.2011 at 23:47h

als ich das rot sah, dachte ich auch sofort an blut... und ja, die tonung passt sehr sehr gut zu diesem grab und all dem was man so damit verbindet... schauerlich... aber realität.... toll gemacht..lg.weisse feder


Fielmann76, 16.11.2011 at 23:14h

jupp! ... der kontrapunkt ist dir gelungen ... gefällt!!!!
lg



Ars moriendi, 21.11.2011 at 0:48h

Habs mir schon gedacht ;-D


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