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wenn ich auf die sektion geachtet hätte, hätte ich meiner ehrlichen begeisterung wohl etwas zurückhaltender ausdruck verliehen, etwa so:
"ziemlich gut".
um nicht mit herrn bödekkers wonne verwechselt zu werden.
knick in der pupille.
das bild hat eine sehr eindringliche aesthetik durch die gelungene wirklichkeitsueberhoehung. ich wuerde sagen subtiler als magritte aber eine aehnliche richtung. find ich toll.
Es regt mich schon beinahe auf, dass mein Blick immer wieder in das Bild gezogen wird. Versuche eine Interpretation. Im Sinn des Fotografen wahrscheinlich: Ziel erreicht.
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Michal, es geht nicht um meine Erwartungen. Ich kenne Wolfgang ja nicht.
Aber eine höchst subjektive Bewertung als Tatsache zu formulieren - "Sylt schämt sich" - find ich so unglaublich arrogant und dumm, dass ich das nicht unwidersprochen stehen lassen konnte.
Die Bilder von andreas-g. habe ich niemals als Belanglosigkeiten wahrgenommen. Allerdings auch nicht als Einzelbilder, die auf eine Motivwirkung setzen. Für mich beziehen sie ihre Wirkung aus ihrer auf mich sehr individuell wirkenden Weltsicht einer besonderen Distanziertheit, die mir tatsächlich Dinge auf eine Art zu zeigen vermag, dass sie mir neu erscheinen. Deshalb schau ich mir solche Fotos mit Genuss an. Ich entdecke lieber "unschöne" Motive als schön als dass ich schöne wiedererkenne ...solche längst als "schön" erkannten, abgelebten ..."running over the same old ground. And how we found. The same old fears. Wish you were here."
Und ich überlege mir, wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen.
Beide Bilder zeigen architektonische Details, beide sind technisch gut, beide sauber gestaltet, ausgerichtet, beide sind wiederholbar. Beide haben eine bewußt gewählte Farbdarstellung und Belichtung. Einmal hig-key-ähnliches SW, das andere mal dezente, fast blasse Farben und gleichmässige Ausleuchtung.
Während das hier nach architektonischem Zufall aussieht ist das andere das geplante Werk eines Architekten.Während dieses Motiv vielleicht zum ersten mal in dieser Weise fotografiert wurde, wurde das andere wiederholt, die Gestaltungsidee übernommen.
Wir sehen hier etwas Neues und neu gesehenes, dort etwas Vertrautes und bereits als schön definiertes.
Bis jetzt hab ich keine Wertung vorgenommen. Kein Bild als gelungen oder misslungen bezeichnet. Ich bin nicht auf die jeweilige Ästhetik eingegangen, die in einem Fall natürlich viel zugänglicher ist als im anderen. Was ich nicht weiter führen will.
Aber jetzt schon müsste zu erkennen sein, dass sich das Wort "überflüssig" auch ganz anders verwenden liesse.
Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist fantasievoller als die Sachlichkeit. (E.E.Kisch)
Diese präzisen, durch kein Licht oder Schatten getrübten Abbildungen, die immer so ein bisschen distanziert wirken, haben auf mich als Betrachter eine oft faszinierende Wirkung.
Das ist weit weit weg von belanglos.
Und ich behaupte, dass Du im anderen Bild eine klassische, gewohnte Ästhetik erkennst und daraus auf fotografische Leistung zurück schließt. Im Umkehrschluß fällt die die Leistung dann flach. Der ist falsch.
Das Foto von Lawoe beinhaltet bereits eine subjektive Interpretation des Bildautors. Das von andreas g. nicht.
Hier zwingt mich die Objektivität der Darstellung dazu einen Standpunkt zu beziehen. Das ist schwierig und mühsam, was viell auch erklärt, warum solche Bilder nie einen Stern erhalten werden.
Daß Andreas' Bilder Qualität haben ist absolut unstrittig.
Es ist jedoch eine Qualität die man sich erst "erarbeiten" muß, insbesondere wenn man mit derlei Ästhetik nicht vertraut ist.
Was die Bilder generell "voting-inkompatibel" macht.
Was wiederum nichts an deren grundsätzlicher Qualität ändert.
Komme jetzt erst dazu, das hier zu verfolgen.
Erstmal vielen Dank an die Metaknipserin für den Galerievorschlag!
Auch die nach dem Voting geführte Diskussion finde ich spannend und vieles davon zutreffend, mein Dank an die Beteiligten!
Wirklich imponierend finde ich aber, was die 496 Contra-Voter inhaltlich zu bieten haben. Der besseren Übersicht halber habe ich mal alle inhaltlichen Aussagen herausgefischt, da kann man nicht anders als tief beeindruckt sein:
Nur keine Selbstkritik aufkommen lassen, andreas-g. So eine breite Brust möchte ich auch mal haben. Wenn meine Bilder als unbesonders oder langweilig bezeichnet werden, beschäftige ich mich damit und stimme zum Teil auch zu. "Sylt schämt sich für dieses Werk" darfst du gerne so deuten: ich war zwar noch nicht persönlich auf Sylt, mir ist aber durchaus bekannt, dass es da jede Menge fotografisch ergiebige Ecken gibt. Wenn es dann gelingt, die wohl unbedeutendste und langweiligste Ecke der Insel völlig belanglos zu knipsen, dann darf sich sogar eine Insel dafür schämen;-) Es werden jeden Tag schlechte und unbedeutende Bilder gemacht und zu meinem Leidwesen auch zu einem großen Teil in der FC hochgeladen. Darüber braucht man eigentlich aber kein Wort verlieren. Wenn aber unbedeutende und schlechte Bilder gezielt ins Voting gestreut werden um die Voter zu provozieren, dann regt mich das auf.
hbs, ich finde nicht, dass das obige Bild keine subjektive Interpretation beinhaltet. Sie ist nur so reduziert, wie wir es nicht mehr gewohnt sind.
Und was ich wirklich absolut herrlich finde, ist, dass unser aller Wolfgang eine wunderbare Bestätigung für Andreas's fotografische Leistung liefert (die er aber wahrscheinlich niemals selbst so empfinden würde), nämlich dadurch, dass er bestätigt, dass das Bild eben nicht in einer dieser fotografisch so ergiebigen Ecke gemacht wurde.
Da in meinem Beitrag mehrmals das Wort 'schön' auftaucht, möchte ich ergänzen, genauer gesagt, erklären, dass es mir nicht um Schönheit, sondern eher um Attraktion geht, wobei ich das Wort in diesem Zusammenhang nicht im Sinn von Sehenswürdigkeit meine, sondern im Sinn von Anziehungskraft. Darum geht es mir eigentlich immer, wenn ich Bilder wahrnehme, die Frage: stellen sie eine Beziehung zu mir her rsp. kann ich zu ihnen eine herstellen? Allg. Gütekategorien interessieren mich normalerweise nicht (- außer vielleicht in allg. Hinsicht als Frage, ob und wie sich solche wohl bestimmen ließen).
Diese zurückhaltenden, ruhigen, der Attraktion (im Sinn von Sehenswürdigkeit) abgeneigten, ich möchte sagen meditativen Bilder, wie Andreas sie zeigt, sprechen mich an. Sie fordern mich auf, in das Bild hineinzugehen, den Blick schweifen und die Situation auf mich wirken zu lassen. Da ist nichts, was sich vordergründig in Positur setzt und nach Aufmerksamkeit schreit. Das empfinde ich persönlich als wichtigen, konsequent gesetzten Kontrapunkt zur Flut motivischer Belanglosigkeiten, mit der uns die digital unendlich potentzierte Möglichkeit des Kopierens täglich behelligt. Ein eigenes Werk, im Sinn eine eigene Sicht auf die Dinge anderen mitzuteilen, kann ich hier viel mehr erkennen als in Bildern, die - technisch einwandfrei oder nicht, das ist für diese Frage ohne Belang - von anderen Menschen oder der Natur Geschaffenes einfach abbilden.
Das soll natürlich nicht im Umkehrschluss sagen, dass solche Motive grundsätzlich nicht originell abgebildet werden könnten, es geht mir um das Prinzip. Es soll auch übrigens nicht sagen, dass alle unkonventionellen, motiv-verneinenden Bilder per se "besser" wären (eigentlich sollte sich das von selbst verstehen, aber ich weise lieber darauf hin .). Doch wie gesagt, mir pers. geht es nicht um ein allg. Besser oder Schlechter, sondern immer um die Beziehung, die ein Bild herzustellen vermag (mit mir, etwas anderes kann ich nun einmal nicht beurteilen).
Oha, gerade durch das Auftauchen auf der Startseite gesehen, dass es im Voting war.
Hopfen und Malz verloren. Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Aber er hat auf jeden Fall eine Meinung dazu, auch ohne zu wissen um was es geht oder überhaupt nur ansatzweise zu erkennen, was solche Fotos ausmacht.
Immer noch verdammt gut und mein Pro wäre so sicher gewesen wie die gewohnte Überheblichkeit der üblichen Fotografiebeauftragten.
0x FF, 29.06.2012 at 17:36h
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