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An der Anzeige der Klicks (ca. 40 Klicks pro Foto) und den ganz wenigen Anmerkungen, habe ich festgestellt, daß bei den Wappenfotos ganz wenig Interesse besteht. Durchschnittlich 40 Klicks zeigen, daß man mit nackten Popo´s und bunten Katzenbildern mehr Interesse erzeugen kann. Eigentlich sehr traurig, aber bezeichnend für unsere Zeit.
Geschichte wird immer von Menschen gemacht. Man kann zum Adel und den Regierenden stehen wie man will. Wappen und die dazu gehörenden Familien sind ein Teil der Deutschen Geschichte und sie einfach zu ignorieren, weil man selbst kein Wappen hat, ist nicht gerade vorbildlich. Geschichte kann man nicht einfach verdrängen und bei Seite schieben. Sie beeinflußt uns auch heute noch und wird es immer tun. Vielleicht liegt es auch daran, daß beinahe die Hälfte in Deutschland ausländische Wurzeln hat und nur ihre eigene Geschichte für interessant hält.
Ich glaube nicht, daß es böser Wille ist, wenn sich so wenige Deine tollen Erklärungen und Bilder ansehen, Schwabenstreich.
Es ist einfach ein unüberschaubares Gebiet. Ich habe mir in Geschichte - im Gegensatz zu Dir - nie irgendwas merken können. Wir hatten aber auch einen ganz faulen Geschichtslehrer, der wenig Interessantes zu vermitteln wußte. Daß die meisten Deutschen in Geschichte so wenig bewandert sind, liegt sicher auch daran, wie kompliziert sie verlaufen ist. Dazu kommen die
Gebiete und Länder mit immer neuen Grenzen und einer kaum zu merkenden Reihenfolge. Das ganze ist wenig faßbar, wenn man nicht Gesichter, Gegenden und Abläufe aus der eigenen Geschichte kennt oder jemand hat, der sich auskennt und es zu vermitteln weiß. Ich selbst habe mich erst (in Maßen) für Geschichte interessiert, als ich mit der Stammbaumforschung angefangen habe, bin da aber immer noch völlig ungebildet - wie die meisten überhaupt, denn die Wissenschaft besteht aus zu vielen Einzelheiten. Und im Unterricht bzw. beim Lernen hat man nichts Konkretes vor Augen, was man anfassen, sehen oder hören kann.
Jetzt könnte man anführen, daß z.B. die große Zahl der Insekten oder Pflanzen ja auch nicht gerade überschaubar ist. Stimmt - aber es sind alltägliche Dinge, die man um sich herum hat (wenn man naturnah lebt), und die schon aufgrund der Lebensweise unserer Vorfahren, die meist Bauern waren, zur Umgebung gehörten. So wie die Geschichte zeitlich weit weg ist, sind die anderen Länder räumlich weit weg, und die meisten interessieren sich recht wenig dafür, wie für die Politik, die auch bürgerfremd ist und oft wenig verstehbar - zumindest wenig beeinflussbar heutzutage.
Zusätzlich ist es eine Frage der Fähigkeiten und Talente, die unterschiedlich verteilt sind. Ich konnte nie gut rechnen, habe Mathematik nie richtig verstanden, obwohl ich einen guten Lehrer hatte, der einen begeistern konnte für Physik, Mathe und Astronomie. Die Interessen hängen aber nach wie vor mit den Fähigkeiten zusammen. Die in der fc wohl meist vorhandenen visuellen Menschen sind vielleicht weniger Theoretiker und Leser als andere - und um sich die interessanten Geschichtsbilder von Dir zu merken oder zu verstehen,ist Abstrahieren nötig. Das sieht bei den Bauwerken, etwas Konkretem, schon anders aus. Jeder hat schon einmal eine gotische Kirche gesehen, aber keiner einen Kaiser, erst recht nicht einen aus dem Mittelalter. Da ist es auch für mich schon viel, wenn ich mich bei Grabplatten oder Kapellen an die richtigen Jahreszahlen erinnern sollte. . . Also: nicht traurig sein! iIh würde mir auch wünschen, daß sich einschl. mir mehr Menschen für Geschichte interessieren würden - schon um die Politik zu verstehen, die ja in der Geschichte ihre Wurzeln hat.
Die Welt ist eben vielseitig und bunt. Mit 58 merke ich aber auch, daß die Aufnahmefähigkeit und die Möglichkeit, viel zu wissen, bei der Kürze des Lebens sehr begrenzt sind. So konzentriert man sich auf etwas, das einem "liegt".
Und daß die ausländischen Wurzeln unserer Bürger ein Grund sind, sich nicht für Geschichte zu interessieren, glaube ich nicht - es gibt doch auch z.b. etliche deutsche Wissenschaftler, die Ägyptologie oder Ethnologie betreiben - das sind aber, wenn man so will, Eliten. Dazu gehören bei uns und in anderen Ländern und auch bei Einwanderern und Auswanderern nur wenige . . .
Hobbies wie "Deine" Geschichte, die einen sehr wohl begeistern kann, zu betreiben, sollte erstmal zweckfrei und einfach zum Vergnügen geschehen.Wenn sich dann noch einige mitreißen lassen,ist es gut - erzwingen kann man das aber nicht.
Bin konservativ und auch ein Verfechter von Bildung und Interesse, nur (s.o.!) ist m.E. die einzig Möglichkeit der Einflussnahme die Kindererziehung. Auf freiwilliger Basis ist auch da Interesse leichter zu wecken. mit sanftem Zwang geht es nur noch bei den Kleinen. und wer macht das schon?! "Was Hänschen nicht lernt, . . ."
GLG, ein schönes Wochenende - und laß Dich nicht ärgern oder entmutigen. Thomas.
Deine Bilder der Könige machen das Verschachtelte und sich überlappende Regieren etwas anschaulicher.
So übersichtlich hatte ich das noch nie beieinander.
Deine Texte muß man sich trotzdem genau durchlesen.
Wo hast Du diese Galerie aufgenommen?
lieber Thomas, die Fotos habe ich im Schloß Corvey in Höxter aufgenommen. Eine ganze Wand voller toller und frisch restaurierter Bilder verschiedener Kaiser und Könige. Das tolle dabei ist, man kann in aller Ruhe fotografieren, wird nicht gestört. Corvey hat übrigens das besterhaltene und schönste Westwerk Deutschlands. Einfach toll. Schon beim Betreten der Anlage überkommt einen eine ganz eigenartige Atmosphäre und Stimmung. lG Schwabenstreich