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Gelebte Solidarität und Menschlichkeit im Hamburger Schanzenviertel.
ich unterhielt mich gerade mit drei Obdachlosen, die unter dem Vorbau der "Roten Flora" ihr Nachtquartier haben. In diesem Augenblick kam ein junger Mann auf dem Fahrrad an. In der Hand ein halbvolles Glas mit Würstchen und dazu zwei Brötchen. "Möchte jemand?" fragte er in die Runde und in der nächsten Sekunde griff einer der Männer zu.
Die Zeit langte für dieses eine Bild. Ich versprach den Männern, NICHT für "BILD" oder "Hamburger Morgenpost" zu arbeiten...
Eigentlich eine Schande, dass man so Solidarität üben muss! Na ja, "Der Sozialstaat ist am Ende", wie der Herr EZB-Präsident kürzlich so schon sagte ...
ein beklemmendes bild - eine szene die für so viele und immer mehr alltag wird.
dazu einen samariter - die auch seltener werden
kehrschaufel und aschenbecher sehe ich noch - das gefühl für ordnung ist da.
ich hatte gestern so einen wilden schlafplatz in der natur vorgefunden - mensch war fort, das laub des gesamten winters lag darauf. wo mag mensch abgeblieben sein, fragte ich mich? ein bach in der nähe - klar wie ein quellgrund. es gab seife, haarshampoo und rasierschaum ebenfalls dort. Bekleidung zum wechseln - die aber wild und offen auf dem boden lag. vermutlich ein junger mann der dort gehaust hatte. frage ist geblieben, wo er nun ist?
entschuldige ich schweife von deinem bild ab -
es gibt also bei diesen menschen durchaus bedarf an normalität auch ausserhalb des satt werden möchtens.
Guter Schnappschuß, ist klar das sie nicht in der "Bild" erscheinen möchten. Man kennt ja nicht die Gründe warum sie dort hin gekommen sind.
Das mit dem Essen finde ich gut, Geld wird zu schnell flüssig.
LG Helmut
Eine positive Geschichte - und von dir wie immer bestens illustriert. Sehr eindringlich - und, wie ich finde, gibst du ihnen damit ein Stück Würde zurück.
LG von Ursula
starke scene, sehr dicht, das ist streetfotografie wie ich sie liebe. die sw-bearbeitung ist optimal.
ja, gelebte solidarität wird heute immer wichtiger.
grüße, günther
Die harten Kontraste passen sehr gut zu diesem Foto, denn sie unterstreichen die raue Wirklichkeit der Obdachlosen. Szenen der Menschlichkeit bzw. Solidarität haben mich immer schon berührt - und auch jetzt wieder.
fuer mich stellt sich die frage, darf man solch ein foto gut finden, ohne die sachen zu verherrlichen od wenig verstaendnisvoll zu wirken??? auf jeden fall sind dein foto und text brilliant!! und es hinterlaesst betroffene zuschauer......... lg ingrid h
@Ingrid H:
Ich denke schon, dass man ein Bild nach seiner Qualität beurteilen kann, OHNE gleich die Situation damit zu verherrlichen. Mir selbst bging es ja einfach darum zu zeigen, dass diese Menschen eben doch nicht ganz allein sind, und dass es auch junge Menschen mit aktivem Mitgefühl gibt.
Besser kann eine derartige Situation wirklich nicht dokumentiert werden. Das ist eines welches sich nicht erzwingen läßt. Da kann man ewig zu dem Thema unterwegs sein und man bekommt es nicht.
Das hast mit allen Sinnen wach reagiert!
Großartig!
Ich hatte schon einige kurze Blicke darauf geworfen und nun endlich mal mit Muße ...
Gruß Marion
Ein Foto zum Nachdenken. Wenn man die politischen Debatten der vergangenen Zeit bedenkt (Griechenland, Wulff, Bankenkrise etc.) und das mit der sozialen Debatte bei uns vergleicht, dann könnte ich kotzen!
Solche Fotos sind notwendig.
ja, du hast recht (aber ich bin gerade in letzter zeit mehrfach hier falsch verstanden worden, dass ich mit meinen kommentaren vorsichtiger werde.......) - und wenn mir so etwas auffiel, dann waren es auch gerade immer die jungen menschen, die verstaendnis + mitgefuehl hatten!!!! lg ingrid h und jetzt *traue* ich mich doch noch, die graffitis anzusprechen, die das bild sehr gut abrunden!!!
Das Mißtrauen gegenüber der Presse kommt nicht von ungefähr. Das sind zuallererst auch Menschen, auch wenn sie kein zu Hause haben, aus welchen Gründen auch immer.
Liebe Grüße Klaus