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Zu sehen auf dem alten Friedhof bei der Ludgerie-Kirche in Norden Ostfriesland
Einst steuerten wieder Normannenschiffe die ostfriesische Küste an, fuhren bei Hilgenriedersiel ins Land hinein bis dicht vor Norden, wo der Hexenkolk war. Dort landeten sie und fielen über die Einwohner her. Sie wehrten sich mit aller Macht, und bald tobte eine heftige Schlacht.
In Norden war gerade der Erzbischof von Bremen, und als er das mörderische Kämpfen sah, da kniete er auf einen Steinblock nieder und flehte inbrünstig, Gott möge den Ostfriesen helfen, die Angreifer aus dem Land zu schlagen. Und so lange blieb er betend, bis die heidnischen Normannen
besiegt waren. Im weiten Umkreis von Norden bis nach Nesse und Theener war das Feld mit Toten bedeckt, mehr als zehntausend sollen es gewesen sein. Als aber der Erzbischof sich erhob, da zeigte der Stein die Male, die seine Knie unter der Wucht des Beten hineingedrückt hatten. Und diesen
Stein kann man noch auf dem Kirchhof von Norden sehen.
Man nennt ihn den Warzenstein, denn das Wasser das die Vertiefung auffängt, soll so heilkräftig sein, daß Warzen, die man hineintaucht, davon verschwinden.
Die Sieger aber bekamen als Belohnung für ihre Tapferkeit das Land, auf dem sie todesmutig gekämpft hatten. Sie verwalteteten es gemeinsam, und ihre Nachkommen erhielten es in Erbpacht. Und so soll die Theelacht entstanden sein, die noch heute in Norden besteht.
Aus „ Ostfriesische Sagen von Wilhelmine Siefkes